Page 1Page 1 CopyGroupGroupPage 1Combined ShapePage 1Combined ShapePage 1Triangle Page 1 VNVorarlberger Nachrichten Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1 Rectangle 9 Combined ShapeCombined ShapePage 1Page 1Page 1Page 1Page 1AAAAPage 1 Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1

Streit um einen Lehrberuf

©APA
Bregenz - Lehrberuf Pflege und Betreuung? ÖVP und FPÖ einigen sich auf Antrag. Grüne: "Das ist peinlich."

Mehrere Landtagsausschüsse tagten gestern, unter anderem auch der sozialpolitische Ausschuss. Und dort stand ein von der ÖVP formuliertes und von der FPÖ mitgetragenes Ansinnen im Mittelpunkt der Debatte – ein selbstständiger Antrag betreffend die Schaffung eines neuen Lehrberufes im Bereich Betreuung und Pflege. Eingebracht hatte den Antrag Ausschuss-Vorsitzende Gabi Nussbaumer. „Wir sind der Meinung, dass man neben der schulischen Linie auch noch eine praktische Ausbildung in Form einer Lehre anbieten sollte“, sagte Nussbaumer. Denn manche Jugendliche würden „nicht ewig“ in die Schule gehen wollen, sondern sich lieber in der Praxis erproben: „Und derzeit verlieren wir alle, die diesen Berufsweg bereits mit 15 Jahren einschlagen wollen.“ Die ÖVP will daher eine „Lehrausbildung im sozialen Berufsbild mit dem Schwerpunkt Pflege und Betreuung älterer Menschen“. Nussbaumer schwebt eine schrittweise Heranführung der Jugendlichen an die Pflege und Betreuung alter Menschen vor. Zuständig ist der Bund, zuständig sind Gesundheits- und Wirtschaftsministerium. Nussbaumer hofft dennoch auf grünes Licht, da Vorarlberg in diesem Fall nicht alleine gehe: „Wir machen das gemeinsam mit den Bundesländern Tirol und Kärnten. Auch diese beiden Länder wollen einen entsprechenden Ausbildungsversuch starten.“

„Erschreckend und peinlich“

SPÖ und Grüne lehnen den Vorschlag ab. „Es geht der ÖVP nur um ein politisches Signal“, sagte Grünen-Abgeordnete Katharina Wiesflecker, „mehr ist das nicht.“ Im Übrigen habe die ÖVP – im Ausschuss als Auskunftsperson erschienen war auch der frühere Lehrlingsbeauftragte der Bundesregierung, Egon Blum – keine einzige inhaltliche Frage beantworten können. Wiesflecker nennt den Antrag gar „erschreckend und peinlich“, da Basisüberlegungen noch nicht einmal angestellt worden seien. „So ist noch nicht einmal ein klares Berufsbild beschrieben worden, völlig offen bleibt auch, wer ausbilden soll.“ Auch für Gabi Sprickler-Falschlunger (SPÖ) „geht der Antrag auf Einführung einer Pflegelehre an der Realität vorbei“. Das bisher georderte Eintrittsalter – ein Mindestalter von 17 bzw. 19 Jahren ist Voraussetzung für die Aufnahme in die Schule – habe seinen guten Grund. „Altenarbeit setzt ein Mindestmaß an körperlicher Reife, vor allem aber seelische Stabilität und eine ausgereifte Persönlichkeit voraus“, sagt Sprickler-Falschlunger. Ihre Warnung: „15-Jährige können diesem Druck nicht standhalten, auch wenn sie begleitet werden.“ Streit gab es auch in einem anderen Thema: Die SPÖ scheiterte mit ihrer Forderung, jährlich einen Familienbericht zu erstellen und dem Landtag zuzuleiten. Die ÖVP lehnt ab – sinngemäß mit der Begründung, es brauche keine neuen Berichte zu diesem Thema.

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Vorarlberg
  • Streit um einen Lehrberuf
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen