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Streit um eine Facette reicher

Dornbirn/VN - Tauziehen um 60 Meter Weg: Enteignungsverfahren so gut wie abgeschlossen.
Grafik: Enteignung am Karren
Streit am Dornbirner Karren

Der endlose Streit um das Fahrrecht zur Bergstation der Karrenseilbahn könnte bald zu Ende sein. Wie von der zuständigen Stelle im Rathaus zu erfahren ist, soll ein umstrittenes Wegstück bald in den Besitz der Stadt übergehen. Allerdings auf dem Umweg eines Enteignungsverfahrens. Der Bescheid der Landesregierung wird in den nächsten Tagen im Rathaus erwartet. Seit vielen Jahren herrscht zwischen der Stadt Dornbirn und dem Nachbarn vom Kühberg dicke Luft. Grund des Zwistes ist die Zufahrt zur Bergstation, die ein Stück weit über fremden Grund und Boden führt. Die Stadt als Hauptgesellschafterin der Dornbirner Seilbahngesellschaft konnte sich zwar ein Fahrrecht, das sich auf den Betrieb der Seilbahn beschränkt, sichern. Versorgungsfahrten zum Panoramarestaurant können aber nicht durchgeführt werden. Da Verhandlungen mit dem Nachbarn um ein uneingeschränktes Fahrrecht zu keinem Ergebnis führten, griff die Stadt zu härteren Maßnahmen: Sie erklärte den Weg zur Gemeindestraße und leitete kurz danach ein Enteignungsverfahren ein. Begründet wurde dies unter anderem mit einem öffentlichen Interesse. Immerhin ist der Karren ein beliebtes Ausflugsziel.

Warten auf Bescheid

Im Rathaus wartet man nun auf den Bescheid der Verkehrsabteilung im Landhaus, der das Wegstück in das Eigentum der Stadt überträgt. Dann könnten auch wieder Versorgungsfahrten durchgeführt werden. Diese haben in der Vergangenheit immer für Ärger gesorgt. Nicht nur einmal musste die Stadt für offenbar illegale Transporte Strafe zahlen. Zurzeit etwa wird das Altöl aus der Restaurantküche in Kanistern per Seilbahn zu Tal befördert, „weil wir jeden weiteren Konflikt vermeiden wollen“, so der Geschäftsführer der Seilbahngesellschaft, Herbert Kaufmann. Über die Höhe der Entschädigung für das enteignete Grundstück gibt es keine Auskunft. Zu erfahren ist lediglich, dass das Angebot der Stadt bei einer einvernehmlichen Lösung viel höher gewesen wäre als es jetzt der Fall ist. Bei einer Enteignung wird nur der Schätzpreis bezahlt. Dass mit dem Enteignungsbescheid der Streit ein Ende hat, ist nicht so sicher. Immerhin kündigte der Neffe und Sprecher des Grundbesitzers, Albert Matiz, gegenüber den „VN“ an, Berufung einzulegen und wenn nötig bis zum Europäischen Gerichtshof zu gehen.

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