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Streiks: Privatwirtschaft stärker betroffen

Mindestens 15.000 Personen hatten sich nach Schätzungen der Gewerkschaften am Dienstag in Vorarlberg an den Kampfmaßnahmen gegen die Pensionsreform beteiligt.

Waren die Arbeitsniederlegungen bei den ÖBB und den Beamten bereits im Vorfeld angekündigt, hatten sich am Streiktag überraschend noch zahlreiche Betriebe angeschlossen. „Sehr erfreut über die rege Beteiligung“ zeigte sich ÖGB-Landesgeschäftsführerin Manuela Auer.

Quer durch alle Branchen hatten Arbeitnehmer in verschiedenen Firmen am Vormittag zeitweise die Arbeit niedergelegt. Bereits in der Früh wurden in den Brauereien Mohrenbräu in Dornbirn und Fohrenburg in Bludenz die Zapfhähne abgedreht. Auch mehrere Firmen der Metall und Textilbranche befanden sich in Streik.

Beim Elektronikhersteller Tridonic (ein Unternehmen des Zumtobel Lichtkonzerns) in Dornbirn beteiligte sich ein Großteil der Belegschaft an der Informationsveranstaltung des Betriebsrates. Gestreikt wurde auch in den Betrieben Liebherrin Nenzing, Blum in Höchst, Zumtobel Licht in Dornbirn und Huber Textil in Mäder. Weiters fanden Kampfmaßnahmen bei der Hohenemser Allbau sowie der Lawinen- und Wildbachverbauung in Bludenz statt.

Wie der Landesvorsitzende der Privatangestellten Erwin Lang berichtete, blieben bis 13 Uhr auch die Vorarlberger Gebietskrankenkasse (VGKK) in Dornbirn und sämtliche Zweigstellen der VGKK geschlossen. „Es gab vielfältige Aktionen in allen Branchen“, betonte auch Auer. Diese reichten von Protestversammlungen, Informationsveranstaltungen bis hin zu Arbeitsniederlegungen.

„Zufrieden“ mit dem bisherigen Verlauf der Kampfmaßnahmen zeigte sich der Landesvorsitzende der Gewerkschaft öffentlicher Dienst (GÖD), Josef Oswald. Die Maßnahmen wie Streiks oder Dienststellenversammlungen seien praktisch flächendeckend im Lande und reichten von den Lehrern, der Exekutive bis hin zur allgemeinen Verwaltung, so Oswald: „Am Vormittag machten schätzungsweise 8.000 Menschen mit.“ Der Öffentliche Dienst sei durch die Reform und speziell die Angleichung der Pensionssysteme besonders betroffen. Daher würden sich auch die Mitglieder mit den Abwehrmaßnahmen der Gewerkschaft identifizieren, erklärte der GÖD-Vorsitzende.

Besonders betroffen von den Streikmaßnahmen war am Dienstag in Vorarlberg der Öffentliche Verkehr. Bis 24 Uhr verkehrten landesweit keine Züge und Bahnbusse. Auch beim Postbus Vorarlberg wurde entgegen vorheriger Ankündigungen auf einigen Linien gestreikt. Diese Lenker müssen nun eventuell mit Konsequenzen rechnen, sagte Postbusregionalmanager Roman Miklautz. Sofern dienstrechtlich möglich, drohe den betreffenden Busfahrern in dieser Zeit Bezugseinstellungen.

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