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Strache: "Hilfeschrei war richtig"

FPÖ-Bundesparteiobmann Heinz-Christian Strache hat in seinem Referat den Landesparteitag der Ländle-Freiheitlichen als "zukunftsweisend" bezeichnet.

„Ihr habt vor einem Jahr einen Hilfeschrei abgegeben. Er war wichtig und richtig“, sagte Strache Freitag Nachmittag zu den Vorarlberger Delegierten in Bezugnahme auf die Loslösung der Ländle-Freiheitlichen von der Bundespartei. Nun wolle man beweisen, „dass wir wieder eine geschlossene freiheitliche Familie sind“.

Strache sprach von einem Hilfeschrei gegen den Zentralismus, der „wichtig und richtig“ gewesen sei. Über die Landesgruppen sei „drübergefahren“ worden. Die vergangenen Monate seien aber von ausgezeichneter Zusammenarbeit und gutem Gesprächsklima geprägt gewesen. Mit den neuen FPÖ-Satzungen sei Einheit in Vielfalt und Vielfalt in der Einheit österreichweit sicher gestellt. Jede Landesgruppe solle die Eigenständigkeit sicher gestellt bekommen. „Wir wollen weg von einer Führerpartei, das sage ich ganz kritisch so“, bekannte Strache.

In Bezug auf die politischen Inhalte der FPÖ wiederholte Strache seine bekannten Positionen. An den anderen politischen Parteien und ihren Obleuten ließ Strache kein gutes Haar. „Den Herrn Haider nimmt niemand mehr ernst, er wird bei der Nationalratswahl von seinem politischen Leiden erlöst werden“, befand der FPÖ-Bundesparteiobmann. Hinsichtlich der Streichung der Akademiegelder sprach Strache von einem „Anschlag Schüssels auf die demokratische Kultur“. Man werde ihn von seinem hohen Ross herunterholen. Sozialdemokraten würden davon sprechen, „dass jeder zerplatzte Autoreifen mehr Profil hat als Gusenbauer“.

Die FPÖ sei die Kontrollkraft, die die Österreicher haben wollten. Hinter den Kulissen sei die Große Koalition bereits beschlossene Sache, zeigte sich Strache überzeugt. Umso wichtiger sei es, bei der Nationalratswahl ein zweistelliges Ergebnis zu erreichen, um den Regierungsparteien als Regulativ entgegentreten zu können. „Mit Euch an unserer Seite werden wir im Herbst einen weiteren Etappenerfolg erzielen“, rief Strache den Delegierten zu.

Begrüßungs-Applaus für Strache

Bundesparteiobmann Heinz-Christian Strache wurde von den Delegierten mit großem Applaus empfangen. Im Mittelpunkt des Parteitags steht der Beschluss eines neuen Statuts, mit dem die Vorarlberger Freiheitlichen wieder Teil der Bundes-FPÖ werden.

Landesparteichef Dieter Egger hoffte in seinen Begrüßungsworten, „dass wir einen Parteitag feiern, der einen Aufbruch in eine gute freiheitliche Zukunft bedeutet“. Nach der Loslösung von der Bundes-Organisation im April des Vorjahres soll nun wieder Ruhe in die Reihen der Vorarlberger FPÖ einkehren. Der Split führte nicht nur zu Querelen mit der Wiener Parteispitze, sondern zog auch in Vorarlberg Chaos nach sich. So liegt etwa die Parteienförderung der Freiheitlichen seit November wegen „Zweifel an der Identität der Rechtsperson“ auf Eis.

Die Bestätigung des 37-jährigen Egger als Obmann der Vorarlberger Freiheitlichen ist eine Formsache, nachdem Nationalratsabgeordneter Reinhard Bösch von einer erwogenen Kandidatur abgesehen hat. Egger steht der Ländle-FPÖ offiziell seit Mai 2004 vor. Damals erhielt er als Nachfolger von Hubert Gorbach 97 Prozent der Stimmen.

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