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Stoßstange an Stoßstange

Bregenz - Im eiskalten Schmelzwasser der Bregenzerach werfen schon die ersten Fischer ihre Köder aus. Ein paar hundert Meter weiter oben flutet der Autoverkehr zügig in Richtung der Skigebiete.

Weitaus mühsamer gestaltet sich die Sache auf der anderen Seite. Dort sorgen die Heimkehrer für den an Winterwochenenden bereits obligaten Stau. Am Samstag reichte die Kolonne vor dem Pfändertunnel einmal mehr bis zur Abfahrt Dornbirn-Nord zurück. Was meist auch im Raume Bregenz für verstopfte Straßen und Ärger sorgt.

Nerven sparen

Sylvia Albrecht ist seit sieben Jahren aushilfsweise als Taxifahrerin tätig. Und da speziell an den Wochenenden. Doch das Fahren am Tag zu diesen Zeiten hat sie längst aufgegeben. ,,Ich bin nur noch in der Nacht unterwegs“, sagt Sylvia Albrecht. Weil es da kaum einmal Stau gebe. Manchmal steht sie trotzdem mittendrin. Meist zwischen 18 und 19 Uhr, wenn der letzte große Schwung an Rückreisenden durch die Stadt drängt. ,,Dann wird mir so richtig bewusst, wie es untertags sein muss, und ich bin froh, dass ich in der Nacht fahren kann“, schildert Albrecht ihre Eindrücke. Ähnlich ergeht es Mario Grabher. ,,Ein Stau kostet Nerven. Das tue ich mir wirklich nicht mehr an“, betont er mit Nachdruck.

Dabei ging es gestern in der Landeshauptstadt vergleichsweise ruhig zu. ,,Es gab schon schlimmere Zeiten“, erzählt Edwin, der sich auf sein altes Fahrrad stützt. An manchen Wochenenden hätten sich die Fahrzeuge buchstäblich Blechstange an Blechstange von Ampel und Ampel gequält. Nie, nein nie, würde er an solchen Tagen mit dem Auto nach Bregenz hineinfahren. ,,Das Chaos bescheren uns nur die Vignettenflüchtlinge“, lädt ein Passant im Vorbeigehen seinen Ärger ab.

Spitzenwert im Februar

Und gar so Unrecht dürfte er wohl nicht haben. ,,Jene, die auf der Autobahn sind, wissen, dass sie auch bei Stau schneller durch den Pfänder sind als durch die Stadt“, bestätigt ein Mitarbeiter der Tunnelüberwachung. Für sie bedeuten Wochenenden wie die vergangenen zwar eine intensive Zeit. Aber: ,,So lange der Verkehr rollt und sei es nur im Schritttempo, ist alles im grünen Bereich.“ An Spitzentagen passieren bis zu 35.000 Fahrzeuge den Pfändertunnel. Am Samstag vor einer Woche waren es beispielsweise fast 33.000. Den bisherigen Spitzenwert dieses Winters brachte das letzte Februarwochenende mit über 35.000 Fahrzeugen allein am Samstag. Staus bescheren vor allem die Urlauberschichtwechsel, die noch immer vornehmlich am Samstag stattfinden. Da kann sich die Blechkolonne durchaus den ganzen Tag halten. Als sehr variabel erweisen sich hingegen die Frequenzen an den Sonntagen. Die hängen nämlich wesentlich vom Wetter ab.

Gefordert an solchen Tagen ist auch die Exekutive. Man reagiert auf das zu erwartende hohe Verkehrsaufkommen mit dem Einsatz von mehr Personal. Zusätzliche Unterstützung kommt von der Verkehrsabteilung im Landespolizeikommando. Die Beamten kritisieren die oft mangelhafte Disziplin vieler Autofahrer, die sich darin manifestiert, dass sämtliche Spuren und häufig sogar der Pannenstreifen ,,dicht gemacht“ wird.

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