Stets auf dem aktuellsten Niveau

Die Fahrschule Mallin wurde vor 65 Jahren gegründet. Seit 25 Jahren leitet nunmehr Thomas Mallin erfolgreich die Fahrschule. Ein Rückblick mit einigen Anekdoten gibt Einblick in die teilweise doch recht turbulente Firmengeschichte.

Die Fahrschule Mallin feiert heuer gleich ein doppeltes Jubiläum: Ing. Richard Mallin gründete vor 65 Jahren die Fahrschule, vor 25 Jahren übernahm sein Sohn Thomas den renommierten elterlichen Betrieb. Dem Unternehmer ist es ein großes Anliegen, die Fahrschule weiterhin den aktuellsten didaktischen und verwaltungstechnischen Entwicklungen anzupassen und somit möglichst allen Fahrschülern den Zugang zu einem Führerschein zu ermöglichen.

Schwierige Gründungsjahre

Gegründet wurde die Fahrschule durch Richard Mallin im Jahr 1956 im Gebäude der damaligen Spenglerei Fritz in der Pulverturmstraße mit nur einem Auto und einem Motorrad, beides waren Gebrauchtfahrzeuge. Dies war zu dieser Zeit nicht einfach, da von den Banken nur schwer ein Kredit zu erhalten war. Aber auch den Führerschein überhaupt in der Nachkriegszeit zu erhalten, bildete für den späteren Unternehmer ein schwieriges Unterfangen. „Mein Vater hat mir eine Anekdote aus dieser Zeit erzählt, die eindrücklich aufzeigt, welche Gegebenheiten damals herrschten. Als junger Mann wollte er den Führerschein erwerben. Für die Fahrstunden musste das Benzin jedoch noch selber mitgebracht werden. Nachdem eine Knappheit an Benzin herrschte, haben mein Vater und sein Kollege bei den belagernden Franzosen bzw. Marokkanern schlichtweg stibitzt und zudem mit allerlei anderen Flüssigkeiten ‚gestreckt‘ und diesen dann zur Fahrschule mitgebracht. Als beim Starten des Motors dann Rauchschwaden aufstiegen, flog der Schwindel natürlich auf, wobei die Fahrstunde mit einem Augenzwinkern des Fahrlehrers dann dennoch stattgefunden hatte.“

Die Fahrschule als Spielplatz

Zwei Jahre nach der Firmengründung übersiedelte die Fahrschule zur Firma Schweitzer, Opel-Werkstätte. Mit einem Büro und Kurslokal sowie einem erweiterten Fuhrpark konnte man der hohen Nachfrage nach Fahrstunden infolge des Wirtschaftswunders in den 1960er-Jahren und dem entsprechend erhöhten Verkehrsaufkommen gerecht werden. Alsbald wurde ein Grundstück am Obdorfweg erworben und dort die Fahrschule neu erbaut. „Wir haben direkt über der Fahrschule gewohnt. Für meine vier Geschwister und mich waren die Garage und der Lehrsaal ein idealer Spielplatz. Meine Mutter Heidemarie war für das Büro zuständig. Ich bin sogar mit dem Dreirad zwischen ihren Füßen herumgefahren, als sie arbeitete.“ Thomas Mallin hatte in seiner Jugend zuerst andere Berufspläne: „Ich wollte eigentlich Handelswissenschaften an der WU Wien studieren und nach Amerika auswandern. Ich habe mich damals als Broker in New York gesehen. Doch als sich meine beiden älteren Geschwister für andere Berufswege entschieden haben, wollte ich das Werk meiner Eltern nicht dem Schicksal überlassen. Im Rückblick gesehen war dies eine Entscheidung, die ich nie bereut habe. Ich habe am 1. November 1989 als Angestellter unter den Fittichen meiner Eltern begonnen. Es war eine harte Schule, die mich nachhaltig geprägt hat. Nach sechs Jahren habe ich dann den Betrieb übernommen.“

Entwicklungsprozesse

Seit der Übernahme des elterlichen Betriebs kam es zu einigen Veränderungen: „Eine wesentliche Veränderung war die Umstellung von der mündlichen Fahrschulprüfung zur Computerprüfung. Es gab natürlich auch technische Neuerungen. Als Ausbildungsfahrzeuge dienen jeweils die neuesten Ausfertigungen des Golfs mit allen Features. Was sich jedoch nicht verändert hat, sind die Basics des Autofahrens. Die Grundzüge eines guten Autofahrens sind dieselben geblieben.“ Im praktischen Bereich befinden sich die Ausbildungsbestimmungen in Österreich auf einem sehr hohen Niveau. Der Umfang der Anforderungen hat sich sukzessive beträchtlich erweitert: „Früher war es wesentlich einfacher, einen Führerschein zu erhalten. Wer jetzt die Führerschein-Prüfung absolviert, kann Autofahren. Heutzutage sind Skills wie etwa richtiges Ein- und Ausparken, das Verhalten im Stadtverkehr und auf der Autobahn repräsentativ. Diese Entwicklung sehe ich durchaus positiv.“

Fan der heutigen Jugend

Thomas Mallin unterrichtet immer noch gern: „Während sich die Technik permanent verändert, bleibt das durchschnittliche Alter der Führerscheinneulinge mit rund 18 Jahren konstant. Ich bin ein Fan der heutigen Jugend. Diese erlebe ich als sehr offen und tolerant. Dabei haben es die Jugendlichen von heute viel schwerer als wir früher. Ich war viel unbeschwerter. Welchen grundsätzlichen Zugang die meisten jungen Leute zu den aktuellen Problemen in der Welt aufweisen, imponiert mir. Sie setzen sich mit ganz spannenden, kreativen Lösungsansätzen auseinander – und sie brennen genauso für eine Sache wie ich früher.“

THOMAS MALLIN
Geboren 15. August 1968
Familie in einer Lebenspartnerschaft, drei erwachsene Töchter
Wohnort Bludenz
Beruflicher Werdegang HTL College Maschinenbau, Inhaber der Fahrschule Mallin
Hobbys Reisen, Paragleiten, Rennrad fahren
Lebensmotto: Ich versuche, alles mit mehr Gelassenheit anzugehen und mich selber nicht allzu wichtig zu nehmen.

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