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Stelzer nun doch für Gratis-Tests, Rendi will mehr PCR-Tests

Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP)
Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) ©APA/BARBARA GINDL
Wegen der steigenden Corona-Zahlen hat sich Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) nun doch für ein Beibehalten der Gratis-Tests im Herbst ausgesprochen. Vor einem Monat hatte er noch erklärt, dass man in einem Flächenbundesland wie Oberösterreich Gratis-Tests in der bestehenden Form nicht auf Dauer beibehalten könne. Das führte bundesweit zu einer Diskussion über deren Ende. SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner forderte unterdessen eine Ausweitung der PCR-Tests.

Der Bund habe die Gratis-Tests sicherzustellen, bestätigte Stelzers Büro dessen Äußerungen in der "Kronen-Zeitung" am Montag. "Angesichts der aktuellen Entwicklung ist eine offensive Teststrategie die einzige Möglichkeit, um ein Zusperren zu verhindern und vor allem auch einen sicheren Schulstart zu gewährleisten" meinte er zur APA. Daher müssten die Corona-Test auch "weiterhin gratis" bleiben. Stelzer hatte Anfang August vor allem die Kosten für das umfangreiche Testangebot als Grund für mögliche Änderung der Modalitäten angeführt. Zu dem Zeitpunkt sei "das Infektionsgeschehen niedrig" sowie "die Auslastung der bestehenden Teststraßen gering" gewesen und "es herrschte Unklarheit beim Bund rund um die Anerkennung von Selbsttests", sagte er weiter. Für ihn gelte, "die richtigen Maßnahmen zur richtigen Zeit" zu setzen.

Inzwischen nimmt die Zahl der neuen Infektionen von Tag zu Tag zu und die Impfbereitschaft sinkt. Das gilt vor allem für Oberösterreich mit der niedrigsten Impfquote österreichweit. Auch bei der Anzahl der Neuinfektionen liegt Oberösterreich im Bundesländervergleich im Spitzenfeld. Bereit seit Freitag ist zudem der vom Gesundheitsministerium definierte kritische Richtwert für die Intensiv-Bettenbelegung mit 28 Patienten erreicht. Zwei Tage vor dem Treffen der Bundesregierung mit den Länderchefs in Wien und gut drei Wochen vor der Landtagswahl in Oberösterreich will Stelzer nun "endlich eine bundesweite, nachhaltige Teststrategie", um ein "bedarfsgerechtes Gratis-Angebot weiterhin sicherstellen zu können".

SPÖ-Chefin Rendi-Wagner forderte am Montag in einem Statement gegenüber der APA weitere Schritte zur Pandemie-Bekämpfung: "Kostenfreie Tests für die Bevölkerung sind weiterhin wichtig für die Gesundheitsschutz, denn die Pandemie ist noch nicht vorbei. Um die Kontrolle über das Infektionsgeschehen zu behalten, ist die Ausweitung der PCR-Tests notwendig", betonte sie. Die Testinfrastruktur wäre auch eine wichtige Grundlage für "3G" im Berufsleben: "Wir brauchen endlich '3G' am Arbeitsplatz", Arbeitnehmer würden dort acht Stunden und mehr pro Tag verbringen, sagte sie. Die Parteichefin ortete "grobe Defizite" im Corona-Management der Bundesregierung: "Es werden laufend unausgegorene Einzelmaßnahmen diskutiert, aber der Gesamtplan fehlt. Eine Landtagswahl darf niemals ein Grund sein, nicht das Notwendige zu tun. Offenbar fehlt der Mut mit konkreten Maßnahmen gegenzusteuern."

Auch SPÖ-Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch bekräftigte am Montag in einer Aussendung seine Kritik am "katastrophalen Corona-Management der Regierung Kurz". "Fast eine Stunde hätte (Bundeskanzler Sebastian, Anm.) Kurz im gestrigen 'ServusTV-Talk Spezial' Zeit gehabt, der Bevölkerung zu erklären, wie er verhindern will, dass sich das Corona-Horrorjahr 2020 in Österreich wiederholt. Doch statt klarer Aussagen, Aufklärung und einem durchdachten Plan gab es von Kurz wieder nur die üblichen Ankündigungen, leeren Phrasen und unangebrachten Selbstbeweihräucherungen." Türkis-Grün habe "zum zweiten Mal den Sommer verschlafen" und wichtige Vorbereitungen "auf die lange Bank geschoben". "Kurz hat fahrlässigerweise und gegen alle Fakten österreichweit auf ÖVP-Plakaten die Pandemie sogar für beendet erklärt und so die Menschen in eine trügerische Sicherheit gewiegt."

FPÖ-Bundesparteiobmann Herbert Kickl forderte unterdessen, dass auch Antikörpertest gratis angeboten werden, um "einen guten Überblick" über die Situation zu erhalten. Auch Geimpfte seien infizierbar "und können das Virus mit Leichtigkeit verbreiten", ergänzte FPÖ-Gesundheitssprecher Gerhard Kaniak. Somit sei ein kostenloses und leicht zugängliches Testangebot "wohl die einzige Möglichkeit, das Infektionsgeschehen zu überwachen".

(APA)

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