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Stefan Ruzowitzky im Oscar-Fieber mit "Die Fälscher"

Der österreichichische Regisseur Stefan Ruzowitzky ist derzeit "Resthysterisch im besten Sinn". Mit seinem Film "Die Fälscher" ist der Regisseur der "Siebtelbauern" für den Auslands-Oscar nominiert worden. Ein APA-Interview mit dem erfolgreichen Regisseur. Filmausschnitt 

Schon in der Volksschule habe er Regie geführt, erzählt Stefan Ruzowitzkys Vater gerne, bei “Max und Moritz” nämlich. Die verklärte Geschichte soll wohl die Leidenschaft des österreichischen Regisseurs verdeutlichen, der als zweiter Österreicher nach Wolfgang Glück (1986) für den Auslands-Oscar nominiert ist.

Nach seinem Durchbruch mit “Die Siebtelbauern” (1998) hat Ruzowitzky mit “Anatomie” und “Die Männer ihrer Majestät” sowohl Hochs als auch Tiefs erlebt. Nun wird der zweifache Vater am 24. Februar in Los Angeles zittern, ob er für seinen jüngsten Film “Die Fälscher” die höchsten Filmweihen empfangen darf.

Die APA traf Ruzowitzky kurz vor der Abreise in die USA, wo er nach der Oscar-Gala auch bei Arnold Schwarzenegger geladen ist:

APA: Haben Sie sich schon Dankesworte für den Fall der Fälle überlegt? Ruzowitzky: Ein bisschen, man kann ja schon ein paar Gedanken vorformulieren. Eine Rede vorzubereiten ist aber erstens schlecht für das Karma, und zweitens fällt einem die dann eh nicht ein. Aber dass man gar nichts vorbereitet, das geht natürlich auch nicht – dass man dann wie ein Depp da herumstammelt…

APA: Wie waren die vergangenen Tage und Wochen seit der Nominierung? Ruzowitzky: Resthysterisch im besten Sinne – und das wird wohl auch so bleiben. Wir touren vor der Oscar-Verleihung quer durch die USA, um dort den Film zu promoten, jeden Tag eine andere Stadt. Und das ist natürlich großartig, denn es gab zahlreiche positive, teils geradezu enthusiastische Reaktionen auf den Film, was man in Österreich als Filmemacher gar nicht gewohnt ist.

APA: Sie genießen also den Rummel?

Ruzowitzky: Ja, weil auch sehr viele Leute, die man lange nicht gesehen hat, einem gratulieren und alles Gute wünschen. Man hat das Gefühl, dass das von Herzen kommt, dass die ganze Branche sich mitfreut, weil allen klar ist, dass so ein Erfolg auch dem österreichischen Film sehr nützen kann.

APA: Sie haben kürzlich in einem offenen Brief die Situation der Filmförderung in Österreich beklagt. Spielen Sie mit dem Gedanken, den Erfolg zu einem Sprung nach Hollywood zu nützen?

Ruzowitzky: Nein, genauso wie ich nach den “Siebtelbauern” nicht nach Deutschland gegangen bin. Wenn man einen Erfolg hat, kann man einfach sein Einzugsgebiet erweitern. Und wenn man die Möglichkeit hat, auch in Deutschland interessante Projekte zu machen oder auch am englischsprachigen Markt, dann ist das super. Aber das Ideal ist sicher, dass man so ein bisschen ein Wanderer zwischen den Welten ist – einmal was großes Internationales machen, dann wieder etwas Kleineres hier bei uns. “Die Fälscher” waren genau richtig dimensioniert und budgetiert, bei anderen Filmen braucht man ein höheres Budget – und das kann man hierzulande nicht kriegen, weil das Land zu klein ist und die Förderinstitutionen zu schlecht ausgestattet sind.

APA: Sie gelten in den US-amerikanischen Medien durchaus als einer der Favoriten – macht das nervös?

Ruzowitzky: Stimmt, wir gelten als einer der Favoriten, aber alle anderen Favoriten sind im Auswahlprozess schließlich rausgeflogen. Dieser Status ist also nicht allzu viel wert. Die Entscheidung ist aber überhaupt schwer abzuschätzen, weil das nicht die strategische Entscheidung einer kleinen Jury ist, sondern eben die Academy abstimmt – also mehrere hundert Leute, die sehr nach Herz- und Bauchgefühl abstimmen. Deswegen ist das kaum vorhersehbar.

APA: Die Oscar-Gala stand einige Zeit wegen des Autorenstreiks auf der Kippe. Inwiefern waren die Forderungen der Drehbuchschreiber auch für Europa relevant?

Ruzowitzky: Ohne dort die Details genau zu kennen, ist die Thematik für Europa auf jeden Fall auch relevant. Das Problem beim Film ist immer, wer der Urheber ist. Ich weiß es nur von mir, der ich Drehbuchautor und Regisseur meiner Filme bin, da ist die Urheberrechtssituation echt traurig. Das glaubt mir kein Mensch, was ich an Tantiemen krieg, wenn ein Film wie “Anatomie” in Deutschland im Hauptabendprogramm läuft – so lächerlich wenig ist das. Die Vorstellung, dass man irgendwann nach ein paar erfolgreichen Filmen ausgesorgt hat, die stimmt so sicher nicht. Und das ist ärgerlich, weil man – im Gegensatz zu anderen kreativen Leuten – für seine Urheberschaft so schlecht entlohnt wird. Das ist bei uns nicht anders als in Amerika.

APA: Sie haben für “Die Fälscher” auch das Drehbuch geschrieben. Verlassen Sie sich lieber auf eigene Texte?

Ruzowitzky: Für mich gehört das irgendwie zusammen, auch als Regisseur sehe ich mich als Geschichtenerzähler. Und ich erzähle sie eben zuerst in Form eines Drehbuchs, und dann mit Kamera und Schauspielern und Setdesign. Das sind für mich sehr ähnliche Prozesse, und ich habe mich halt mittlerweile als Autor auch schätzen gelernt. Bisher habe ich nur einmal einen Film gemacht, den ich nicht selber geschrieben habe, und das war der einzige, der so richtig gefloppt ist (Anm.: “All The Queen’s Men”, 2001). Insofern vertraut der Regisseur Ruzowitzky dem Autor Ruzowitzky.

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