Startschuss für Generalsanierung der Festspielhäuser

Fertigstellung der Sanierung für 2030 geplant
Fertigstellung der Sanierung für 2030 geplant ©APA/BARBARA GINDL
In Salzburg ist der Startschuss für die Generalsanierung und Erweiterung der Festspielhäuser erfolgt. "Wir haben am 2. November die Bewerbungsphase und damit die erste Phase des europaweiten Generalplaner-Wettbewerbs gestartet", erklärte am Freitag der Kaufmännische Direktor der Festspiele, Lukas Crepaz. Der Zeitplan für den Baustart 2025 und die Fertigstellung im Jahr 2030 hält derzeit, auch die bisher veranschlagten Kosten von 262 Millionen Euro "plus einer Valorisierung".

Die Investitionskosten für das Großprojekt, die sich Bund, Land und Stadt Salzburg teilen, wurden im Jahre 2019 noch vor der Coronapandemie errechnet. Seither hat sich der Baukostenindex aber erhöht. Bis jetzt gebe es noch keine neuen Berechnungsgrundlagen, sagte Crepaz bei einer Pressekonferenz in Salzburg. Man werde erst im zweiten Halbjahr 2022 beurteilen können, ob es bei dieser Größenordnung bleibt.

Auch Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler, die Ende des Jahres nach 27 Jahren aus dem Amt scheidet, wollte sich bezüglich der Kosten auf keine Spekulationen einlassen. Sie zeigte sich optimistisch, dass es zu keinen großen Verzögerungen kommt und der Zeitplan für das Großprojekt im Weltkulturerbe Salzburg hält. Die Festspiele legten großen Wert auf Transparenz, sämtliche Behörden und Institutionen wie Bundesdenkmalamt, ICOMOS Österreich, die Sachverständigenkommission zur Altstadterhaltung und die Landesumweltanwaltschaft seien von Anfang eingebunden. "Sie wissen, was wir planen und wie die Situation ist." Ihrer Nachfolgerin oder ihrem Nachfolger stünden alle Türen offen, sich ab Beginn des nächsten Jahres intensiv daran zu beteiligen.

Die Öffentlichkeit kann sich auch auf der Homepage der Festspiele über die geplanten Schritte informieren. "Wir brauchen für dieses Projekt auch jede Unterstützung und Empathie aus der Bevölkerung. Wir verheimlichen nichts", sagte Festspielintendant Markus Hinterhäuser. "Wir stehen vor einem Jahrhundertprojekt, das von aller höchster Dringlichkeit ist, um das künstlerische Niveau halten zu können und die Festspiele in eine gesicherte Zukunft zu bringen." Die Generalsanierung komme auch allen Kulturinstitutionen in Salzburg zu Gute.

Die Bewerbungsfrist für Phase eins des Generalplaner-Wettbewerbs endet am 3. Dezember. Die Auswahlkommission wird anschließend maximal 15 Bewerber auswählen. Diese haben laut Crepaz bis Mitte April 2022 Zeit, ihre Entwürfe abzugeben. Im Juni tagt das Preisgericht, bestehend aus internationalen Architekten. "Im August 2022 wollen wir den Vertrag mit dem Generalplaner unterschreiben." Nach der bis 2024 dauernden Planungsphase soll 2025 die Ausführung des Projektes starten.

Von der Generalplanung getrennt ausgeschrieben werden wegen der spezifischen Kompetenzbereiche die bergmännische Planung zur "Hohlraumherstellung" im Mönchsberg, wo hinter den bestehenden Festspielhäusern eine zusätzliche Nutzfläche von rund 10.000 Quadratmetern entsteht, und die bühnentechnische Planung. Diese Ausschreibungen werden im Dezember vorbereitet, skizzierte Crepaz.

Durch die "Logistikspange" im Mönchsberg wird der Festspielbezirk mit den drei Häusern Großes Festspielhaus, Haus für Mozart und Felsenreitschule von der Rückseite her erschlossen. Die angrenzende Hofstallgasse und die Altstadt soll damit entlastet und eine sicherheitsrelevante Trennung von Publikumsströmen und Lieferlogistik gewährleistet werden. Die Gesamtnutzfläche wird auf rund 47.000 Quadratmeter erweitert.

Rabl-Stadler und Hinterhäuser betonten heute erneut, wie notwendig die Sanierung und Erweiterung der großteils veralteten Bausubstanz ist. Gebäudeteile der Felsenreitschule stammen aus dem 17. Jahrhundert. Werkstätten, Künstlergarderoben, Sanitäranlagen, Heiz- und Klimatechnik sind nicht mehr zeitgemäß. Auch die Sicherheitstechnik wie der Brandschutz muss modernisiert werden - um nur einige Beispiele zu nennen.

Bauherr ist der Salzburger Festspielfonds. Das Projekt leitet der Lenkungsausschuss. Dieser wird von Vertretern des Bundes, des Landes Salzburg, der Stadt Salzburg, der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) und des Salzburger Festspielfonds beschickt. Vorsitzender des Lenkungsausschusses ist Lukas Crepaz als Kaufmännischer Direktor der Salzburger Festspiele. Das Projekt wird auch von einem Nachhaltigkeitsbeirat begleitet.

Vorgesehen ist, dass nach Abschluss des Großprojektes die Salzburger Festspiele auch wirtschaftlicher Eigentümer des Neubaus im Mönchsberg und der Erweiterungsflächen werden. Eigentümer des Großen Festspielhauses ist die BIG. Das Haus für Mozart gehört hingegen der Stadt Salzburg.

(APA)

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