Starkes Netzwerk

Egal, ob Synergieeffekte, Kinderbetreuung oder Frauenanteil in Führungsgremien – Carina Pollhammer macht sich an der Spitze von Vorarlbergs Wirtschaftsfrauen für die Anliegen der Unternehmerinnen stark.

Sie sind seit kurzem Vorsitzende von Frau in der Wirtschaft Vorarlberg. Haben  Sie sich rasch entschlossen diese Funktion zu übernehmen oder mussten sie länger überlegen? Es war für mich eine große Ehre, als ich gefragt wurde, ob ich diese Aufgabe übernehmen möchte, allerdings habe ich kurz gezögert, denn neben meinem Job als Geschäftsführerin von SPAR Vorarlberg und meiner Funktion als Obfrau der Sparte Handel ist das durchaus eine Herausforderung. Aber Ich habe mich dann doch rasch dazu entschlossen, da mir die Themen ein großes Anliegen sind. Mit meinem Team, bestehend aus Andrea Längle und Karin Peer, werden wir noch stärker für die Anliegen unserer Unternehmerinnen einstehen.

Welches Ziel haben sie sich für ­ihre neue Funktion gesteckt? Welche Anliegen möchten Sie besonders voranbringen? Mein Vorsatz ist es, als Interessensvertretung gemeinsam mit meinem neuen Team bei wichtigen Zukunftsthemen deutliche Verbesserungen für Unternehmerinnen auf den Weg zu bringen. Wir können hier Synergieeffekte nutzen, uns gegenseitig stärken und voneinander lernen. Das ist gerade in so fordernden Zeiten wie diesen essenziell. Das wichtigste Anliegen ist aber nach wie vor der Ausbau der Kinderbetreuung. Hier ist in den vergangenen Jahren schon einiges passiert, aber um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wirklich zu gewährleisten, braucht es noch einige Verbesserungen. Gerade zu Zeiten der Pandemie zeigt sich, dass immer noch mehrheitlich Frauen den Spagat zwischen Familie und Job bewältigen müssen. Eine unserer Forderungen ist daher der Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung ab dem ersten Lebensjahr.

Wie weiblich ist die Vorarlberger Wirtschaft wirklich? Der Frauenanteil in der heimischen Wirtschaft ist hoch: 2020 wurde mehr als jedes dritte Unternehmen in Österreich (38,3 Prozent) von einer Frau geleitet. Auch bei den Neugründungen haben die Frauen längst die Nase vorn: so waren 48,5 Prozent der Neugründungen in Vorarlberg von Frauen. Diese Zahlen machen deutlich, dass Vorarlbergs Unternehmerinnen eine treibende Kraft im Land sind und einen unverzichtbaren Beitrag für die heimische Wirtschaft leisten. Diese Role Models gilt es vor den Vorhang zu holen, denn ihre Erfolgsgeschichten sind Inspiration für junge Gründerinnen und Unternehmerinnen.

Sie wünschen sich einen höheren Anteil an Frauen in Führungspositionen und Gremien – wie ist die Situation aktuell? Welchen Vorteil haben Unternehmen, Institutionen, wenn sie ihre Führungsebene weiblicher besetzen? 2020 ist der Anteil an handelsrechtlichen Geschäftsführerinnen in Österreich auf 14,5 Prozent gestiegen, das ist ein Plus von 5,7 Prozent im Vergleich zu 2019. Ein ansteigender Trend lässt sich auch am Anteil der Frauen in Aufsichtsratsgremien ablesen, dieser ist 2020 mit 20 Prozent (3.281 Posten) um 4,8 Prozent gestiegen. Diesen positiven Trend gilt es zu forcieren und noch mehr Frauen in die Geschäftsführungen und Aufsichtsräte der Unternehmen zu bringen, denn sie sind topqualifiziert. 2019 lag der Anteil der Frauen mit einem tertiären Bildungsabschluss bei 45,6 Prozent, bei den Männern hingegen bei 39,3 Prozent. Außerdem bereichert Diversität jedes Aufsichtsorgan und jedes Unternehmen und somit den Wirtschaftsstandort.

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
Kommentare
Die Kommentarfunktion ist für diesen Artikel deaktiviert.