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Starkes Maikäferjahr erwartet

Für einige Regionen Österreichs erwarten Landwirtschaftsexperten in den kommenden Wochen ein verstärktes Aufkommen von Maikäfern: Teile Tirols, Kärntens und Vorarlbergs betroffen.

So ist etwa in Tirol im Gebiet Hinteres Zillertal und westlich von Innsbruck mit einem starken Flugjahr der braunen Brummer zu rechnen, berichtete Andreas Koutny von der Tiroler Landwirtschaftskammer auf Anfrage der APA. Ähnliches gilt für Teile Vorarlbergs und Kärntens.

Das Leben als Käfer ist für die Tiere vergleichsweise kurz, wesentlich länger leben sie als Larven – so genannte Engerlinge – in der Erde. Sie ernähren sich dort etwa von Wurzeln und können dadurch etwa auf Grünland oder an Erdäpfeln erhebliche Schäden anrichten. Die Käfer selbst sind noch das geringere Problem, wenngleich die Flieger in großen Mengen ganze Bäume kahl fressen können. Dass Bäume dadurch eingehen, ist allerdings nur selten zu beobachten.

In Österreich gibt es Populationen an Maikäfern, die für ihre Entwicklung vier Jahre brauchen und solche, die sich innerhalb von drei Jahren zu fertigen Käfern entwickeln. Entsprechend der Entwicklungszyklen treten regelmäßig starke und schwache Maikäfer-Flugjahre auf. Besonders heftige Maikäfer-Aufkommen sind dann zu beobachten, wenn – alle zwölf Jahre – sowohl die vier- als auch die dreijährige Population flügge wird. Die heftigsten Engerling-Schäden sind meist im zweiten Jahr nach dem Käferflug zu beklagen. Besonders heftig fallen sie aus, wenn das Wetter warm und trocken ist.

In den betroffenen Teilen Tirols sind es die Käfer mit dem vierjährigen Zyklus, die heuer erwartet werden bzw. bereits geschlüpft sind. Unter dem Blätterfraß leiden etwa Obstbäume, besonders Zwetschken.

In Vorarlberg leidet eine Gegend im Walgau um die Orte Ludesch, Thürlingen und Bludesch seit rund zehn Jahren besonders stark unter einer Maikäferplage. So berichtet der Besitzer einer Baumschule in Ludesch über jährliche Schäden in der Höhe von rund 10.000 Euro durch den Käferfraß.

Doch Wissenschafter der Universität Innsbruck haben im Auftrag der Tiroler Landwirtschaftskammer mittlerweile eine gut funktionierendes biologisches Bekämpfungssystem entwickelt. Dabei werden in Bodenspalten mit einem bestimmten Pilz infizierte Gerstenkörner eingebracht. Fressen die Larven die Körner, erkranken sie an dem Pilz und gehen schließlich ein. Die Methode wird seit 1998 eingesetzt. 2004 und 2005 wurden alleine in Tirol jährlich etwa 1.500 Hektar erfolgreich behandelt.

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