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Standort für Schanzenanlage fix

„Die Anlage ist so konzipiert, dass Kinder, die Freude am Skifahren und Hüpfen zeigen, auf unkomplizierte Art in die Sportart hineinwachsen können“, so Josef Erath (Skiclub Bregenzerwald).
„Die Anlage ist so konzipiert, dass Kinder, die Freude am Skifahren und Hüpfen zeigen, auf unkomplizierte Art in die Sportart hineinwachsen können“, so Josef Erath (Skiclub Bregenzerwald). ©ak
Andelsbuch - Die lang diskutierte Mattenschanzenanlage kommt nach Andelsbuch.

In ihrer letzten Sitzung sagte die Gemeindevertretung von Andelsbuch „Ja“ zur Errichtung der Schanzenanlage am Standort Andelsbuch. Von 19 Gemeindemandataren stimmten 16 für das Projekt, drei waren dagegen. Grundsätzlich war man aber der Meinung, dass die geplante Anlage im Hinblick auf die Bregenzerwälder Jugend und deren sportliche Förderung durchaus Sinn macht. Bürgermeister Bernhard Kleber zum Standort im Ortsteil Unterbezegg: „Das Skispringen hat in Andelsbuch eine lange Tradition. Schon Anton Innauer und Alois Lipurger absolvierten auf der ehemaligen Wälderschanze ihre ersten Sprünge. Ich freue mich über die Entscheidung der Gemeindevertretung.“   

Einverständnis eingeholt

Nachdem die geplante Schanzenanlage in Bezau nicht realisiert werden konnte – die VN-Heimat berichtete – stand Andelsbuch als neuer Standort zur Debatte. Seit einem Jahr ist der Skiclub Bregenzerwald mit Grundeigentümern und Anrainern im Ortsteil Unterbezegg im Gespräch und holte sich deren Einverständnis zur Realisierung der im Nordic-Konzept des Landes Vorarlberg vorgesehenen drei Nachwuchsschanzen. Nun soll im Bereich der ehemaligen Wälderschanze eine Mattenschanzenanlage für den Nachwuchs mit drei Bakken in der Größenordnung von 18, 33 und 60 Meter Hillsize (Schanzengröße) entstehen. Die alte Wälderschanze bleibt bestehen und soll als „Vision für die Zukunft“ verstanden werden, so Kleber.

Finanzierung

Die Gesamtkosten für das Schanzenprojekt betragen 2.450.000 Euro, die Region Bregenzerwald wird voraussichtlich 500.000 Euro, das sind 20,41 Prozent, zur Verfügung stellen. Diese Kosten wiederum sind aufgeteilt auf die Regionalplanungsgesellschaft Bregenzerwald mit 173.000 Euro, die Standortgemeinde Andelsbuch mit 147.000 Euro sowie die Gemeinden des Bregenzerwaldes mit insgesamt 180.000 Euro.

Aufteilungsschlüssel

Der angewandte Aufteilungsschlüssel für die Wälder Gemeinden beinhaltet die Komponenten „Einwohner“ und „Entfernung zum Standort“. Dieser soll, wie schon bei früheren regionalen Projekten, Ausgewogenheit und Nutzen widerspiegeln. Auch bei der Aufschlüsselung kommt Andelsbuch mit 15.226 Euro nochmals zum Handkuss.

Stimmung in Region

Laut Kleber stehen noch Zustimmungen der Gemeinden zur Mitfinanzierung aus, die Stimmung bei der Vollversammlung der Regio Bregenzerwald könne jedoch durchaus als positiv bezeichnet werden und man erwarte die Entscheidungen der einzelnen Gemeinden bis zum Monatsende. Die Eigenleistung des Ski­club Bregenzerwald beträgt 130.000 Euro. Das Land Vorarlberg trägt mit 1.470.000 Euro 60 Prozent der Gesamtkosten, die restlichen Mittel werden durch Sponsoren abgedeckt. Geplant ist, eine Errichtergesellschaft zu gründen. Kleber kann sich vorstellen, dass sich diese aus dem Skiclub Bregenzerwald, der Regio, dem Land Vorarlberg sowie der Gemeinde Andelsbuch zusammensetzt.

Förderband geplant

„Im Durchschnitt wäre ein Trainingsbetrieb von ca. drei bis vier Mal wöchentlich geplant“, erklärt der Präsident des Skiclub Bregenzerwald, Josef Erath. Darüber hinaus wäre mit ca. fünf bis acht Veranstaltungen pro Jahr zu rechnen. Um einen optimalen Trainingsablauf zu gewährleisten, ist als Verbindung vom Auslauf zum Sprungbakken ein Förderband geplant. Östlich des Förderbandes soll für die Schanzen Hillsize 33 und 60 ein Sprungrichterturm errichtet werden, im Auslaufbereich entsteht ein Funktionsgebäude.

Training im Sommer

Während die Schanzen Hillsize 18 Meter und 33 Meter weitgehend in das Gelände eingebettet werden könnten, wäre für die Schanze Hillsize 60 Meter ein Anlaufturm erforderlich. „Dieser würde an seiner höchsten Stelle ca. fünf Meter über dem ursprünglichen Gelände liegen“, so Erath. Als wichtig für den Nachwuchs erachtet Erath die Trainingsmöglichkeit vor allem im Sommer. „Will man im Sprunglaufsport an der österreichischen Spitze und somit an der Welt­spitze mitmischen, ist die Installierung von Mattenschanzen unumgänglich“, so der Präsident, „90 Prozent des Trainingspensums werden im Sommer absolviert.“

Skisprung-Traditionen

Bereits im Jahr 1928 fand in Andelsbuch das erste Springen statt, jährliche Sprung-Veranstaltungen folgten. 1947 wurde der neue Bakken eröffnet, Bubi Bradl führte Österreichs Olympiateam an. Den Schanzenrekord sprang der spätere Vorarlberger Skiverbandspräsident Arno Giesinger mit 67 Meter, der zwanzig Jahre lang bis in die 70er-Jahre hielt. 8000 Fans sahen im Jahr 1975 die ÖSV-Meisterschaften, Hans Millonig sprang mit 77,5 m neuen Rekord. 1990 wurde die Schanze auf 85 m Hillsize erweitert, die letzte Veranstaltung wurde 2003 durchgeführt. Bei einem Springen unter Flutlicht landete David Zauner bei 96,5 m. Nicht viel blieb vom Kampfrichterturm übrig – er brannte in den letzten Jahren gleich zweimal ab.

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