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Stadt mit hoher Lebensqualität

Bürgermeisterin Andrea Kaufmann (50) über Investitionsbereitschaft, Bewerbung zur Europäischen Kulturhauptstadt, Flächenmanagement, Bevölkerungsentwicklung, wirtschaftliche Entwicklung und ihre politische Zukunft.
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Dornbirn wächst nach wie vor. Heuer soll die 50.000-Einwohner-Marke erreicht werden. Ein Grund zur Freude?

Ja, natürlich! Der laufende Zuzug ist ein deutliches Zeichen dafür, dass unsere Stadt attraktiv ist. Gleichzeitig stellen uns die rund 400 neuen Dornbirnerinnen und Dornbirner, die sich pro Jahr hier ansiedeln, vor Herausforderungen. Die städtische Infrastruktur wird laufend angepasst – die Stadt investiert hier alleine heuer fast 50 Millionen Euro. Die Bürgerinnen und Bürger schätzen Dornbirn, weil sie hier gute und attraktive Arbeitsplätze finden, vor allem aber auch aufgrund der hohen Lebensqualität. Gesundheit, Pflege, Bildung, Kultur, Mobilität, Sicherheit, Betreuung oder Freizeit: Die Angebote, die es in Dornbirn dazu gibt, sind sehr gut und werden gerne in Anspruch genommen. Dazu kommen intakte Naturlandschaften und ein gut erschlossenes Umfeld. Wenn ich mit den Dornbirnerinnen und Dornbirnern spreche, höre ich immer wieder, dass sie gerne hier leben und stolz auf ihre Stadt sind. Das ist ein gutes Zeichen.

Mehr Zuzug bedeutet auch mehr Nachfrage nach Wohnungen.
Was macht Dornbirn, um dieser Herausforderung zu begegnen?

Gerade im Wohnbau passiert derzeit sehr viel. Private Wohnbauträger entwickeln ein Projekt nach dem anderen und schaffen dabei wertvollen Wohnraum. Wo wir auch als Stadt enorm engagiert sind, ist im Bereich des leistbaren Wohnbaus. Grundstücke, die von der Stadt angekauft wurden, werden kostengünstig an die gemeinnützigen Wohnbaugesellschaften weitergegeben. Aktuell und in den kommenden drei Jahren werden dabei rund 250 zusätzliche leistbare Wohnungen errichtet. Wir arbeiten eng mit den gemeinnützigen Wohnbauträgern zusammen, um den gemeinnützigen Wohnbau noch weiterauszubauen.

Die Rolle, die Dornbirn in der Bodenseeregion spielt, scheint an Bedeutung zugenommen zu haben. Spielt hier die Bewerbung zur Euro­päischen Kulturhauptstadt 2024 eine Rolle?

Dornbirn wird tatsächlich heute anderes wahrgenommen, als dies noch vor 20 Jahren der Fall war. Das hängt damit zusammen, dass die Zusammenarbeit in der Bodenseeregion sowohl auf politischer, wirtschaftlicher und Verwaltungsebene zugenommen hat. Auch mit den Bildungseinrichtungen sind wir heute noch besser vernetzt als früher. Der internationale Städtebund Bodensee ist dabei genauso ein Motor wie die zahlreichen Gespräche, die wir im Vorfeld der Bewerbung zur Europäischen Kulturhauptstadt geführt haben. In den kommenden Wochen und Monaten wird hier noch viel mehr entstehen. Die gemeinsamen Projekte und die Kontakte haben eine zusätzliche Dimension der Europäischen Integration und ich bin froh, dass Dornbirn hier eine aktive Rolle einnehmen kann. Dass wir gut vernetzen und auch Verantwortung übernehmen können, zeigt sich heuer mit der Weltgymnaestrada im Juli, die wir bereits zum zweiten Mal nach Vorarlberg holen konnten. Wir freuen uns auf ein buntes Fest mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus der ganzen Welt.

Unternehmen von Rang und Namen wollen sich in Dornbirn niederlassen. Gibt es überhaupt noch geeignete Grundstücke?

Die Mobilisierung von Betriebsgrundstücken ist für die Entwicklung des Standorts wichtig. Wir konnten in den vergangenen Jahren in unseren großen Betriebsgebieten Grundstücke zur Verfügung stellen und damit zur Schaffung weiterer Arbeitsplätze beitragen. Alleine in den vergangenen drei Jahren wurden in den Betriebsgebieten Dornbirn-Nord und Wallenmahd rund 400 neue Arbeitsplätze geschaffen. Für die Bevölkerung ist es wichtig, gute Jobs zu finden. Unsere Wirtschaft wird zusätzliche Flächen benötigen, die auch vorhanden und gewidmet sind. Wir sind laufend im Gespräch mit privaten Grundstücksbesitzern und haben auch Modelle, wie diese verfügbar gemacht werden können.

Kürzlich ließen Sie mit der Aussage aufhorchen, dass die Stadt bereit sei, die umstrittene Messeparkerweiterung neu zu bewerten.

Ich möchte hier einmal mehr klarstellen, dass der Messepark für die Einkaufstadt Dornbirn wichtig ist und dass eine maßvolle Erweiterung der Verkaufsfläche für die Entwicklung des Messeparks notwendig sein wird. Die Stadt hat deshalb auch beim Land um zusätzliche 2500 Quadratmeter Verkaufsfläche angesucht. Leider sind die Gremien im Land unserem Vorschlag nicht zur Gänze gefolgt. Es stimmt, dass sich die Rahmenbedingungen in den vergangenen fünf Jahren geändert haben. Vor diesem Hintergrund würde ein Antrag der Betreiber des Messeparks heute anders diskutiert.

Zurück zu den Investitionen und zum Budget der Stadt. Hier eilt Dornbirn ja von Rekord zu Rekord und lässt alle anderen Städte deutlich hinter sich. Wie sieht die zukünftige Entwicklung aus?

Aufgrund der Größe der Stadt, der positiven wirtschaftlichen Entwicklung und den damit verbundenen hohen Investitionen der Unternehmen befinden wir uns tatsächlich in einer besonderen Dynamik, die wir uns aber, das darf man nicht vergessen, großteils selbst erarbeiten konnten. Immerhin blicken wir auf Krisensituationen zurück, Stichwort Strukturwandel der Textil­industrie, die nur durch eine kluge und aktive Planung sowie vorausschauende Wirtschaftspolitik gemeistert werden konnten.

Noch eine persönliche Frage. In einem Jahr sind Gemeinde- und Bürgermeis­terwahlen. Werden Sie wieder für das höchste Amt in der Stadt kandidieren?

Dornbirn zeichnet eine besondere Art der konstruktiven politischen Zusammenarbeit aus: „Ma tuot mitanand“, auch wenn es bei Details unterschiedliche Ansichten gibt. Ich sehe es als besonderes Privileg, für die Stadt sowie für die Dornbirnerinnen und Dornbirner in dieser Position arbeiten zu dürfen; für mich ist es eine Herzensangelegenheit. Ich sehe auch, dass wir die Stadt in den vergangenen Jahren gut entwickeln konnten und würde das, sofern die Dornbirnerinnen und Dornbirner dies auch so sehen, gerne weiterführen.

Es ist für mich ein Privileg, für die Stadt und die Menschen arbeiten zu dürfen. Bürgermeisterin Andrea Kaufmann

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