Staat besitzt nun 43,3 Prozent der ÖVAG

Die Aktionäre der Österreichischen Volksbanken AG haben am Donnerstag den Staat als rettenden neuen Aktionär an Bord geholt. Der Bund ist nach einer Kapitalerhöhung in der Bank nun mit 43,3 Prozent beteiligt, längstens bis 2017. Dann muss der Anteil wieder verkauft sein. Den Staat kostet die Rettung des Volksbanken-Spitzeninstituts mehr als eine Milliarde Euro.


Vorsitzender des neu gewählten Aufsichtsrats ist Hans Jörg Schelling, Chef des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger. Ihm zur Seite steht Franz Zwickl (Ex-Vorstand der Bank Austria und jetzt Aufsichtsrat der AVZ Holding) mit Susanne Althaler (Vorstand Generali Bank) und Klaus Kumpfmüller (Bundesfinanzierungsagentur).

Schelling sieht unter dem neuen Großaktionär Republik Österreich einen guten Neustart für die Bank. Die Vergangenheit sei damit zwar noch nicht bewältigt, aber “unter Kontrolle”, sagte Schelling zur APA.

Die ÖVAG ist die dritte Bank, bei der die Republik Österreich seit 2008 einsteigen musste. Die Beschlüsse zu den Kapitalmaßnahmen fielen nach mehr als neun Stunden in der Hauptversammlung einstimmig. Der Vorstand wurde für 2011 entlastet.

Weil die ÖVAG nach riesigen Abschreibungen auf Ostbanken und Griechenland-Wertpapiere nach der endgültigen Bilanz 1,357 Mrd. Verlust machte, hätte sie ohne neue Bundeshilfe nicht mehr überlebt. Eine Pleite der Bank hätte die Volksbanken mitgerissen und nach Nationalbank-Schätzungen bis zu 40 Mrd. Euro gekostet.

Um den Milliardenverlust in der ÖVAG-Bilanz abzudecken, musste jetzt das Kapital herabgesetzt werden. Es ging um 70 Prozent. In dem Ausmaß ist auch bisher eingeschossenes Bundesgeld in der ÖVAG “weg” – also 700 Millionen einer 1-Milliarden-Spritze vom Frühjahr 2009. Auch die bisherigen Aktionäre mussten den Großteil ihres Kapitals “schneiden”, also abschreiben.

Zugleich wurde eine Kapitalerhöhung um 484 Mio. Euro abgesegnet. Daran übernimmt der Bund 250 Mio. Euro, die regionalen Volksbanken stemmen 234 Mio. Euro. Sie bleiben in der Mehrheit. Zudem gibt es neue Staatshaftungen über 100 Mio. Euro. Das macht in Summe bis zu 1,05 Mrd. Euro, die auf den Bund entfallen. Zum Teil wird diese Hilfe mit einer Erhöhung der Bankensteuer finanziert.

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