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Spritgeld-Sammlung bei Comtel-Air-Fluggästen war für zweite Maschine

In Amritsar festsitzendes Flugzeug sollte mit dem in Wien einkassierten Geld betankt werden..
In Amritsar festsitzendes Flugzeug sollte mit dem in Wien einkassierten Geld betankt werden.. ©APA
Das Bargeld-Einsammeln für angeblich unbezahlten Flugtreibstoff unter den Passagieren eines Charterflugs bei einer Zwischenlandung in Wien-Schwechat nimmt immer kuriosere Züge an.
Passagiere mussten 150 Euro pro Person zahlen

Offenbar sollten die am 15. November eingesammelten 20.000 Pfund (rund 23.300 Euro) erst die Freigabe des zweiten Flugzeugs der Gesellschaft in 3.000 Kilometern Entfernung ermöglichen, das dort wegen unbezahlter Rechungen nicht starten durfte. Das bestätigte laut Bloomberg der Airline-Chef Alfonso Martinez von Mint Airways am Freitag in Madrid. Seine Gesellschaft hatte den Flug vom indischen Amritsar nach Birmingham in England mit Zwischenlandung in Wien im Auftrag der österreichischen Comtel Air durchgeführt.

Crew forderte Geld von Passagieren

“Comtel hat uns geraten, das Geld von den Passagieren nach Birmingham einzutreiben, um mit diesem Geld ein in Amritsar festsitzendes Flugzeug freizubekommen”, sagte Martinez im Gespräch mit der Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Daraufhin habe die Crew das Geld bei den Passagieren eingefordert.

Kein Geld für Treibstoff bei Zwischenlandung

Mint führt diese Flüge zwischen der indischen Stadt Amritsar und Großbritannien seit September für den Lizenzgeber Comtel durch und stellt die beiden Flugzeuge und die Crew zur Verfügung, wie Martinez weiter erläuterte. Die beiden Flugzeuge vom Typ 757-200 müssen planmäßig in Österreich zwischenlanden und nachtanken. Den 180 Passagieren an Bord war von der Crew gesagt worden, dass ihr Geld für den Treibstoff nach Birmingham nötig sei und das Flugzeug ansonsten nicht starten könne. Comtel habe Rechnungen nicht bezahlt, hieß es.

600 Passagiere sitzen in Indien fest

Der Heimflug wurde schließlich fortgesetzt, allerdings blieb das zweite Flugzeug den Angaben zufolge weiter in Indien, wo derzeit 600 Passagiere festsitzen. Das eingenommene Geld reiche nicht aus, sagte Martinez, und ihm sei die Höhe des fehlenden Betrags für Auslagen des Flughafens in Amritsar nicht bekannt. Mint selbst warte noch auf einen fälligen Betrag von 160.000 Euro.

Eine Sprecherin des Flughafens in Birmingham bestätigte unterdessen laut Bloomberg, dass Comtel die Verbindung nach Amritsar über Reisebüros wie Astonbury und Takhar angeboten habe. Laut einem der Eigner von Comtel, Bhupinder Kandra, ist Astonbury das fehlende Geld Mint schuldig. “Ich muss sehen, dass die Flugzeuge starten können und ich will, dass die Passagiere nach Hause kommen, aber ich habe nicht das Geld für das Benzin und ich kann auch Mint nicht bezahlen”, sagte Kandra per Telephon aus Wien, wo sie als Mitbesitzerin von Comtel registriert ist. Der als alleiniger Direktor von Astonbury eingetragene Harjinder Sidhu war für einen Kommentar nicht erreicht worden. (APA)

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