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Sprit: "Scheint keinen Wettbewerb zu geben"

©VMH/Andreas Uher
Der ÖAMTC kritisiert die Sprit-Preispolitik. Landeshauptmann Sausgruber spricht sich gegen die Öffnung der Landestankstellen aus.

Zwei Gründe sprechen laut Landeshauptmann Herbert Sausgruber gegen die von der FPÖ vorgeschlagene Öffnung der Landestankstellen. Es sei zum einen grundsätzlich problematisch, wenn das Land regulierend in den freien Markt eingreife. „Und damit auch mittelständische Tankstellen krank macht“, betont Sausgruber im „VN“-Gespräch. Neben diesem grundsätzlichen Ansatz spreche ein praktischer Grund gegen die Öffnung – die fehlende Dichte der Landestankstellen. „Wir haben in Vorarlberg nicht diese Breite im Netz wie andere Bundesländer“, sagt Sausgruber, regulierende Funktion auf die umliegenden Großtankstellen hätte die Öffnung der Landestankstellen aus Sicht des Landeshauptmannes also keine.

ÖAMTC mit Kritik

Mit dem ÖAMTC habe das Land bereits vor Jahren aufgrund der Spritpreis-Problematik Gespräche geführt und nach Lösungen gesucht – das sei allerdings nicht umsetzbar gewesen. Ähnlich wie Wirtschaftslandesrat Karlheinz Rüdisser – die „VN“ berichteten – hat Sausgruber grundsätzlich Verständnis für höhere Spritpreise in Vorarlberg. „Nicht jedoch in diesem Umfang“, stellt er klar. Einfluss auf die Mineralöl-Industrie kann laut Sausgruber „am ehesten“ das Wirtschaftsministerium nehmen. „Aber es widerstrebt mir Dinge zu versprechen, ohne diese umsetzen zu können“, erteilt er einer etwaigen Lösung des Sprit-Problems zugleich eine Abfuhr. Der Sprit sei bereits „traditionell“ in Vorarlberg teurer als in allen anderen Bundesländern, bemängelt Dominik Tscholl vom ÖAMTC Vorarlberg. Neben der Grenznähe argumentiere die Mineralöl-Industrie auch mit der Marktsituation in Vorarlberg. „Das Schnitzel ist hierzulande auch teurer als anderswo“, erklärt Tscholl die Denkweise der Multis. Der Autofahrerclub sei grundsätzlich gegen marktregulierende Maßnahmen. „Zumindest wenn sich das Ganze in einem normalen Umfeld bewegen würde“, hält Tscholl zugleich entgegen. Und: Auch wenn er der Mineralöl-Industrie keine Preisabsprachen unterstellen wolle, so sei die Preispolitik zumindest nicht durchschaubar. „Es scheint keinen Wettbewerb zu geben“, kritisiert der ÖAMTC-Experte. Sein Rat: Wenn möglich, nicht am Wochenende oder zur Rush Hour tanken.

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