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Sportservice: Schwarzgeld-Causa im Kontrollausschuss

Causa Sportservice: Opposition fordert Aufklärung
Causa Sportservice: Opposition fordert Aufklärung ©VOL.AT/ Philipp Steurer
Bregenz - Die Causa Vorarlberger Sportservice beschäftigt nun auch den Landtag.
Wusste Stemer früher Bescheid?
Keßler kündigt nach Vorwürfen
Schwarzgeld-Vorwürfe gegen Keßler

Daniel Allgäuer, Obmann des Kontrollausschusses, will die Angelegenheit bei der nächsten Sitzung des Gremiums am Mittwoch nächster Woche (7. November) behandeln. Auch die SPÖ und die Grünen forderten am Dienstag Aufklärung.

Sportlandesrat dementiert

Vorarlbergs Sportlandesrat Siegi Stemer soll laut einem Bericht der Vorarlberger Nachrichten (VN) entgegen seinen Angaben bereits vor der Anzeige durch Geschäftsführer Martin Schäffl von finanziellen Unregelmäßigkeiten bei der landeseigenen Sportservice Ges.m.b.H. gewusst haben. Stemer dementierte das am Dienstag gegenüber der APA. Dass Mitarbeiter Privatgeschäfte betrieben, schloss er dagegen nicht aus.

Keßler zurückgetreten

Dem ehemaligen Ruder-Nationaltrainer Martin Keßler, bis vergangene Woche Leiter des Vorarlberger Olympiamodells, werden Schwarzgeldzahlungen und nicht ordnungsgemäße Verbuchung von Einnahmen in Zusammenhang mit Lauftests vorgeworfen. Keßler trat am vergangenen Donnerstag zurück.

Stemer: “Habe immer die Wahrheit gesagt”

“Ich habe in der Sache immer die Wahrheit gesagt, ich habe davon nichts gewusst”, betonte Stemer, zugleich Aufsichtsratsvorsitzender des Sportservice. Von einer “Handkassa” habe er erst am Nachmittag des 19. Oktobers erfahren. Am Tag zuvor habe Schäffl in einem Gespräch lediglich von “gewissen Bedenken” gesprochen, die dieser auf Nachfrage aber nicht habe konkretisieren können. Offenbar habe Schäffl bei Nachforschungen im Anschluss die Kassa entdeckt.

Allgäuer: “Zu lange auf Zuschauertribüne”

Sportlandesrat Siegi Stemer solle die Vorgänge in der Sache offen legen, verlangte Allgäuer. Nicht unwesentlich sei dabei die Frage, ab wann Stemer Kenntnis über Unregelmäßigkeiten hatte. Zudem wolle man Auskunft über die künftige Ausrichtung der Landeseinrichtung. “Stemer hat in dieser Causa offensichtlich lange Zeit auf der Zuschauertribüne Platz genommen, anstatt sich als ‚Kapitän’ einzubringen”, so Allgäuer abschließend.

Anfrage der SPÖ und der Grünen

Die SPÖ stieß sich an dem Umstand, dass Stemer bei einem Treffen mit den Sportsprechern der Grünen und der ÖVP am 19. Oktober nichts von der Schwarzgeldkassa berichtet habe, obwohl er zu dem Zeitpunkt Bescheid wusste. In einer Landtagsanfrage will SPÖ-Klubobmann Michael Ritsch unter anderem wissen, ob ein finanzieller Schaden entstand.

Indes fordert der Sportsprecher der Grünen, Bernd Bösch, eine grundlegende Diskussion über eine Neuaufstellung der Sportservice GmbH. „Unklare Strukturen, Abgehobenheit, zuviel Personal in zu teuren Büros, aber auch die Konkurrenzierung von privaten Anbietern und Vereinen durch die Angebote des Sportservice bedürfen dringend einer Lösung“, so Bösch. 

Wallner gibt Stemer Rückendeckung

Aus dem Büro von Landeshauptmann Markus Wallner hieß es, man gehe nach wie vor davon aus, dass Stemer vor der Anzeige nicht über Schwarzgeldzahlungen informiert war. Man wolle nun das Ergebnis der Wirtschaftsprüfung abwarten.

(APA; VOL.AT)

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