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Sportfreunde Stiller auf "spannender Forschungsreise"

Die "Sportis", hier Sänger Peter Brugger, haben wieder Bock
Die "Sportis", hier Sänger Peter Brugger, haben wieder Bock ©APA/FLORIAN WIESER
Nach ihrem letzten Konzert 2017 sind die Sportfreunde Stiller vorerst getrennte Wege gegangen. Die Stimmung in der Band war nicht gut, die Zukunft offen. Mit der Single "I'm Alright" und einem Auftritt beim diesjährigen Nova Rock meldete sich das Trio zurück. "Wir haben uns sehr vorsichtig wieder angenähert, waren zum Teil unsicher, aber voller Freude als wir bemerkt haben, dass wir wieder Bock haben, zu dritt Musik zu machen", sagte Sänger Peter Brugger im APA-Interview.

Am 11. November erscheint nun das Ergebnis dieser Freude, das neue "Sportis"-Album "Jeder nur ein X". Voraus schickte man die weiteren Auskopplungen "Spektakulär" und "Ich scheiß' auf schlechte Zeiten" ins Rennen. Der Titel scheint Programm bei der Band zu sein. "Es ist wichtig, sich auch gute Laune zuzugestehen", sagte Bassist Rüdiger Linhof schon über "I'm Alright". "Man muss ja deswegen nicht vergessen, wie scheiße es ist an vielen Ecken der Welt."

Allein um Spaß geht es allerdings nicht in den neuen Texten der Band: "Wir behandeln viele Themen in ganz bunten musikalischen Gewändern", betonte man im Gespräch. Manche Sounds auf dem Album seien für sie "ein bisschen Neuland" gewesen: "Das hat viel mit unserem Produzenten Toby (Kuhn, Anm.), einem alten Freund zu tun, der uns aufgefordert hat, viel mehr auszuprobieren und zuzulassen. Eine Nummer kommt fast schon dancy rüber und behandelt das Thema Angst in einer Art und Weise, die ich vor fünf Jahren bei den Sportfreunden Stiller noch für unmöglich gehalten hätte", sagte Drummer Florian Weber.

Soundtüfteleien, Akustikgitarre, Off-Beats und Bläsersounds sind auf "Jeder nur ein X" vertreten. "Es gibt aber diesen alten Vibe von uns auch noch auf dem Album", betonte Brugger. Und das sind die gewohnten Rockgitarren. Das Publikum hat diese Mischung bei den bisherigen Auftritten nach der Rückkehr bejubelt. Bereiteten die Veränderungen deshalb keine großen Sorgen, weil man auf seine Fans zählen kann? "Das weiß man als Künstler nie genau. Aber wir hatten Bock zum Ausprobieren - gerade nach der längeren Pause. Da haben wir uns überlegt, wie können wir klingen, ohne das zu verlieren, was uns ausmacht. Das war eine spannende Forschungsreise."

Nach der internen Krise sei "nichts Routine" gewesen, erzählten die Musiker. "Wir haben uns sehr vorsichtig wieder angenähert, waren zum Teil unsicher." Dann habe man mit Freude gefühlt, "dass die Musik noch da ist, dass Sachen rauswollen". Der Bassist: "Die Offenheit und der Mut, den wir hatten, war letztendlich schön."

Neben der Selbstfindung müssten sich die Sportfreunde mit veränderten Rahmenbedingungen im Musikgeschäft auseinandersetzen. "In den sechs Jahren, in denen wir weg waren, hat sich so viel verändert wie Musik konsumiert wird. Wenn man da mithalten will, muss man sich dem annähern", so Linhof. "Viele junge Menschen sind nach dem ersten Refrain raus aus dem Lied. Daher heißt es heute: 'Hey, Ihr müsst viel schneller auf den Punkt kommen, am allerbesten fängt ihr gleich mit dem Refrain an, zweieinhalb Minuten und dann aufhören!'" Am 29. Juni 2023 sind die Sportfreunde Stiller wieder in Österreich zu erleben, wenn sie in der Wiener Arena ein Open-Air-Konzert geben.

(Das Gespräch führte Wolfgang Hauptmann/APA)

(S E R V I C E - )

(APA)

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