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Spielen auf Knopfdruck

Tablets und Smartphones sind bereits bei Kindern sehr beliebt
Tablets und Smartphones sind bereits bei Kindern sehr beliebt ©Imagesource
Seit 1993 wird am 15. Mai der „Internationale Tag der Familie“ gefeiert. Der Tag soll die Bedeutung der Familie als wichtigste Grundeinheit jeder Gesellschaft herausstellen.

Die aks Kinderdienste möchten diesen Tag zum Anlass nehmen, um sich den „Kleinsten“ im Familienverbund zu widmen. Werden alltagsnahe Spielhandlungen durch Smartphones, Tablets und Co verdrängt? Kleine Kinder erforschen ihre Umwelt mit allen Sinnen und entwickeln diese im Umgang mit ihrer Umgebung weiter. Deshalb ist die Auswahl des Spielmaterials von großer Bedeutung. „Unfertiges“ Material, wie Schachteln, Dosen, Flaschen aus Kunststoff, Decken, Tücher, Korken, Holzstücke, Töpfe, Kochlöffel, Rührbesen usw. bringen zahlreiche kreative Spielmöglichkeiten hervor und sind vielseitig einsetzbar, weiß Birgit Wischniewski-Berchtold, Ergotherapeutin in der aks gesundheit. Ebenso sind Alltagsmaterialien häufig attraktiver als „fertiges“ Spielzeug. Sie laden die Kinder zum Ausprobieren und Entdecken ein.

Das Kind kann die Materialien nach Belieben untersuchen und herausfinden, welche Eigenschaften sie haben und was es damit alles tun kann – der Fantasie und Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt, ergänzt Monika Klobucaric, Frühförderin aks Kinderdienste. Weniger ist mehr „Fertiges“ Spielzeug aus dem Handel unterliegt hingegen bestimmten Normen, Regeln und Vorgaben, die zwar in erster Linie der Sicherheit der Kinder dienen, diese jedoch das freie, ungezwungene Ausprobieren, Hantieren und Experimentieren einschränken. Das Kind verliert dadurch sehr schnell das Interesse, ist frustriert und lustlos. Die Eltern fühlen sich oft genötigt, neues Spielzeug zu kaufen. Dadurch kommt es immer wieder zu Überforderung und Reizüberflutung. Eltern deuten dieses Desinteresse und mangelnde Verweilen beim Spiel meist als Unterforderung ihres Kindes und glauben, dass der Einsatz Neuer Medien, wie Tablets, Nintendo, Smartphones usw. mehr Anreiz und Lernmöglichkeiten bieten.

Frühkindliche Entwicklungsphasen In den ersten 12 Monaten übt das Kind vor allem gezieltes Greifen und Loslassen. Hier sind Körbe und Kisten mit Alltagsmaterial oder verschiedene Naturmaterialien wie Kastanien, Tannenzapfen, Steine usw. gefüllt, völlig ausreichend. In den kommenden 6 Monaten wird das Spiel durch das Bauen und Konstruieren erweitert. Dies kann mit Hilfe von Schachteln, Schuhkartons, Becher, Dosen, Baumscheiben u.ä. erfolgen. Durch Schütten und Umfüllen von Sand, Wasser, Erbsen, Knöpfe u.ä. wird das Kind in seiner Feinmotorik zunehmend geschickter. Im Alter ab 2 Jahren gewinnt das nachahmende Symbolspiel immer mehr an Bedeutung. Gegenstände und Materialien, die das Kind in der Umgebung findet, werden nun symbolhaft in das Spiel integriert. Wichtig dabei ist, dass die zur Verfügung gestellten Materialien so lebensnah wie möglich sind. Besonders geeignet sind Töpfe, Teller, Tassen, die es mit Sand, Gras, Nüssen usw. befüllen kann. Aber auch Tücher, Hüte und Taschen zum Verkleiden oder Körbe zum Einkaufen motivieren das Kind zu ersten symbolischen Spielhandlungen. Smartphones & Co: Segen oder Fluch Resümierend kann gesagt werden, dass die neuen Bildschirmtechnologien Chancen und Risiken mit sich bringen. Es ist meist nicht die Technologie selbst, sondern die Art und Weise, wie sie eingesetzt wird.

In den ersten Lebensjahren wirkt es sich besonders negativ auf die kindliche Entwicklung aus, wenn Kinder den Bildschirmmedien ausgesetzt sind. Tätigkeiten, die für seine gesunde Entwicklung elementar sind, kommen zu kurz. Statt mit dem Kind zu kommunizieren, auf seine Wahrnehmungen und seine Äußerungen zu reagieren, steht ein Bildschirmgerät im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Ein gezielter und zeitlich begrenzter Einsatz dieser Medien, gemeinsam mit dem Kind, kann eine Bereicherung sein, jedoch sollte besonders im Kleinkindalter der Fokus auf dem aktiven und kreativen Tun liegen.

 

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