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Spargel reckt sein Köpfchen

Neukirch - Wer "Asparagus" zur Saison erwartet, wird schon jetzt mit zarter Pracht belohnt. Also bitte, der Hans Haas, der lässt den Spargel ja gar nicht in heißem Wasser aufsprudeln. Zubereitung

Stattdessen packt er acht Stangen in Alufolie, gibt Salz, Zucker und Butter drauf. Die gefaltete Tüte legt er in den Backofen.

So macht das der Hans Haas. Spitzenköche sind halt eigen. Aber das Abendmenü im „Tantris“ in München-Schwabing kostet auch 190 Euro. Da darf man Phantasie erwarten.

Hinter den sieben Bergen

München ist weit und Neukirch auch nicht der Weisheit letzter Schluss. „Fahren S’ weiter über die Brücke nach Oberrussenried, den Wald hindurch und dort liegt er dann, der Bauernhof von Sonja und Ludwig Geiger.“ Zufrieden schmaucht sich der ältere Passant ein Pfeifchen an. Dabei hat er ganz auf die Obstwiesen vergessen. Der Geigerhof liegt inmitten einer Blütenpracht, dass die Japaner glatt einpacken könnten mitsamt ihrer Kirschblüte.

Und so versteht man wenig später auch, dass Ludwig Geiger die Lebensfreude aus den Augen lacht. Er hat den Hof vor 22 Jahren gepachtet. Seit zehn Jahren bauen sie hier Spargel an. So früh wie heuer rückten sie noch nie aus mit Plastikkörben und langen Messern. Jetzt hebt das große Spargelstechen an.

Mag sich der gemeine Konsument auch vom Einheitsbrei der Ganzjahresangebote täuschen lassen: Spargel ist Saisongemüse. Von heute an bis zum Johannistag. „Am 24. Juni ist Schluss.“ So war das immer. So soll es bleiben.

Konkurrenz aus Übersee

Geiger übt noble Zurückhaltung. Nie würde er behaupten, dass sein Spargel besser sei als der aus Peru. Auch das Wort „Kerosinspargel“ kommt ihm nicht über die Lippen. Er sagt nur, dass die Peruaner halt bewässern. „Die ernten zwei Mal. Drehen einfach das (chemisch präparierte) Wasser auf, und der Spargel wächst. Nach dem Prinzip der Hollandtomaten.“ So sagt das der Ludwig Geiger und lässt den Blick schweifen über die langen Erddämme, umrahmt von Apfelblüten.

Drei polnische Erntehelfer stechen bereits den ganzen Tag. Die Wochenmärkte zwischen Tettnang und Feldkirch warten auf Montforter Spargel. Bald werden sie pro Mann und Stunde fünf Kilo aus der Erde schneiden. In zwei Grad kaltem Wasser kühlen, sortieren, dann bündeln. Für zehn Euro das Kilo die Einserqualität, mit geschlossenen blütenweißen Köpfchen.

Ob sie hernach Schinken oder Entenbrust umgarnen, ist Geiger einerlei. Er selber bevorzugt ja nur zerlassene Butter und ein paar Kartoffeln als Beilage. Aber wer aus dem Vollen schöpft, kann sich auch leicht bescheiden.

Spargelabend

Ob mit Spargelmousse, -risotto, -ragout oder -gulasch: Sieben Köche verzaubern am 7. Mai in Götzis die Gaumen der Gäste. „Vorarlberg isst . . .“ und Slowfood laden zum Spargelevent. Mit heimischem Spargel und dazu passenden Weinen.

Spargelevent am 7. Mai ab 19.30 Uhr in Götzis AmBach, Preis 45 Euro, Anmeldung: redaktion@vorarlberg-isst.at  bzw. Tel. 0 55 22/ 7 31 46

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