Spar Fleisch in Götzis: „Ma schafft zämma und luagat, dass alls khörig isch.“

Spar Fleisch zählt zu den ältesten Lebensmittelfachgeschäften in Vorarlberg. Kaum vorzustellen, wie es damals war. Es waren schwierige Jahre, aber auch gute Zeiten, in denen der Zusammenhalt, das Verzicht auf so Vieles, die Menschen und das Streben nach besserem und schönerem ihr Leben prägten.

Pferdebürsten, Geißeln und Zugstricke
Josef Salzgeber, ein »echter Kerl«, geboren im Schwabenland, zog in jungen Jahren nach Götzis, wo er als Fuhrmann sein Geld verdiente. Nebenbei handelte er mit Pferdebürsten, Geißeln und  Zugstricken. Zwei Jahre nach seiner Heirat im Jahr 1850 kaufte er ein Grundstück mit Haus und Stadel am heutigen Junker Jonas Platz, wo er 1854 eine Gemischtwarenhandlung (Krämerei) gründete.

Das Ehepaar Salzgeber hatte sechs Kinder, von denen August Salzgeber 1896 das Geschäft übernahm. Das einzige Kind der Eheleute August und Josefine Salzgeber heiratete 1921 Franz-Josef Fleisch, den Sohn eines Zimmermeisters aus Götzis. Dieser übernahm 1934 nach dem Tod seiner Schwiegereltern die Gemischtwarenhandlung, baute sie grundlegend um und führte sie, neben einer Landwirtschaft, mit großer Begeisterung weiter. Nachdem seine erste Frau Wilhelmina schon 1928, nach der Geburt ihres fünften Kindes (Armin) gestorben war, heiratete Franz-Josef Fleisch im Jahre 1936 Karoline Bitschnau, die viele Jahre als tüchtige Geschäftsfrau mit tätig war. 1955 übernahm Sohn Armin Fleisch nach seiner Heirat mit Hildegard Heinzle das Geschäft. Das junge Ehepaar plante 1959 mit ADEG einen Neubau.

Spar Fleisch entsteht
Ein Jahr später traten sie der Handelskette SPAR bei und vier Jahre danach war der Neubau mit 150 m2 Verkaufsfläche fertiggestellt. Zehn Jahre später wurde ein weiterer Ausbau des Handelsbetriebes geplant, und im Februar 1977 präsentierte sich der moderne SPAR-Supermarkt am Junker Jonas Platz mit über 400 m2 Verkaufsfläche.

Regionale Produkte und persönlicher Kontakt
1984 übernahm der Sohn Franz Josef Fleisch den elterlichen Handelsbetrieb. Damit hat schon die fünfte Generation im traditionsreichen Geschäftshaus ihre Arbeit aufgenommen. Und eines ist sicher: der Zusammenhalt, der Umgang mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten zeugt auch heute noch von jenem Charakter wie schon damals. »Ma schafft zämma und luagat, dass alls köhrig isch.« Dabei wird etwas nie vergessen: Hilfsbereitschaft, Freundlichkeit und die Liebe zu regionalen Produkten sowie der persönliche Kontakt zu den Kunden. Die enge Zusammenarbeit mit regionalen Lieferanten erster Güte wie z.B. der Metzgerei Walser oder dem Biogemüseanbau »Wegwarte« gehören selbstverständlich dazu. Franz Josef Fleisch und sein Sohn Benedikt sowie die 18 Mitarbeiter/-innen werden auch weiterhin darum bemüht sein, die Erfolgsgeschichte von Spar Fleisch in die nächsten Generationen zu führen. Auch wenn es heute keine Pferdebürsten mehr gibt, die Verbundenheit und die Liebe zur Kummenbergregion bleiben.

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