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Spagat zwischen Beruf und Betroffenheit

Schwarzach - Redaktionsleiter Pascal Pletsch (33) berichtet als VOL Live-Reporter vor Ort von Unfällen, Bränden und bewegenden Schicksalsstorys. Was der Harder bereits erlebt hat, was er nicht vergessen kann und wie er privat abschaltet, verrät er dem WANN & WO.

Seit nunmehr zweieinhalb Jahren ist er im Ländle unterwegs: „Als 2007 VOL Live gegründet wurde habe ich mich auf ein Inserat hin beworben. Gereizt hat mich die Vielseitigkeit des Berufs, das Arbeiten draußen und die Kombination Fotografie, Video und Schreiben.“ Die spektakulären Ereignisse in ganz Vorarlberg sind nun das tägliche Brot des Mobilen Journalisten (Mojo). Pascal erklärt dazu: „Dass ich am Morgen beim Aufstehen nie weiß was mich erwartet, es nie langweilig wird, man viele verschiedene Menschen kennenlernt und die Vielfältigkeit der Arbeit. Ob man nun morgens beim Landeshauptmann ist und danach direkt weiter zu einem Unfall fährt oder einen Blick in die Pathologie des LKH Feldkirch werfen kann.“

“Schreckliche Tragödie”

An seinen bislang heftigsten Einsatz erinnert er sich lebhaft: „War sicher der Brand des Vinzenzheims in Egg. Gerade mal fünf Monate war ich Mojo, als diese Tragödie passierte. Was ursprünglich nach einem Routineeinsatz – nach einem Zimmerbrand – aussah, entpuppte sich rasch zu einer schrecklichen Tragödie. Ich war einer der ersten Journalisten überhaupt vor Ort und die ersten Bilder nach dem Eintreffen ließen bereits Schlimmes befürchten. Ich werde wohl nie die Bilder vergessen, nach solchen Einsätzen kann man sicherlich nicht einfach zur Tagesordnung übergehen.“ Trotzdem muss er nach Dienstschluss damit umgehen können. Sein Rezept: „Wichtig ist es, über das Erlebte mit Freunden und Kollegen zu sprechen. Das hilft mir sehr. Generell muss man in unserem Job aber vor allem eine gewisse Distanz wahren, was aber gerade bei besonders tragischen Geschichten nicht immer einfach ist.“ Nach wie vor hat sich Pascal seine Sensibilität für den Job und auch für die Menschen bewahrt. Auf die Frage, ob er nach so vielen Erfahrungen noch nervös ist, entgegnet er: „Nervös ist vielleicht das falsche Wort. Wenn man zu einem Einsatz fährt, steigt natürlich der Adrenalinspiegel an und Anspannung macht sich breit. Vor allem auch darum, weil man ja nie weiß, was genau einen vor Ort erwartet. Am Einsatzort angekommen und während der Arbeit vor Ort fällt das aber dann komplett weg. Man konzentriert sich auf die Arbeit.“

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