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Sozialpartnergipfel: Arbeitsplätze sichern und Wirtschaft stützen

Bregenz - Die weltweite Finanzkrise wird sich auch auf die Realwirtschaft Vorarlbergs auswirken. Schon heute sind nicht wenige heimische Unternehmen dazu gezwungen, Anpassungen im Bereich der Personalkapazitäten vorzunehmen. Bilder   | Videos   

Dabei besteht die Gefahr, dass wertvolle Mitarbeiter verloren gehen, die bei einem Aufschwung wieder gebraucht werden. Es geht darum, Alternativen zur Kündigung von bewährten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu finden und die Unternehmen zu ermutigen und in die Lage zu versetzen, solche Alternativen auch praktisch zu nutzen, betonen Landeshauptmann Herbert Sausgruber und Wirtschaftslandesrat Karlheinz Rüdisser.

Im Rahmen eines von Landeshauptmann Herbert Sausgruber und Wirtschaftslandesrat Karlheinz Rüdisser initiierten Sozialpartnergipfels haben heute, Mittwoch, die Sozialpartner, der Arbeitsmarktservice Vorarlberg und das Land weiterführende Maßnahmen diskutiert, wie die Bemühungen der Unternehmen unterstützt werden können, die darauf abzielen, eine Weiterbeschäftigung der Stammbelegschaften zu ermöglichen. Als Ergebnis dieser Gespräche sind im Wesentlichen vier Maßnahmen zu nennen, die als Hilfestellungen für die Beschäftigten ebenso wie für die Unternehmen angeboten werden, informieren Landeshauptmann Sausgruber und Landesrat Rüdisser.

Diese vier Maßnahmen sind:

– Bildungskarenz plus

– Kurzarbeit

– Altersteilzeit und

– Arbeitsstiftung Vorarlberg

Die Landesregierung  will ein flexibles Kurzarbeitsmodell umsetzen und fordert vom Bund, die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen. Das Modell wurde vom Land gemeinsam mit den Sozialpartnern und dem Arbeitsmarktservice erarbeitet und am Mittwoch von Landeshauptmann Herbert Sausgruber präsentiert.
Ebenfalls vorgestellt wurde von den Verantwortlichen das Programm “Bildungskarenz plus”, das Unternehmen in der bevorstehenden Krisenzeit eine Alternative zur Freisetzung von Personal bieten soll.
Gemäß dem Vorarlberger Modell soll die Phase der Kurzarbeit bis zu einem Jahr dauern können, derzeit beträgt die Frist drei Monate, die auf maximal sechs Monate verlängert werden kann. Auf den Zeitraum der Kurzarbeitsphase durchgerechnet, soll die Reduktion der Normalarbeitszeit bis zu 40 Prozent betragen können. Derzeit ist es lediglich möglich, die Normalarbeitszeit um 20 Prozent zu verkürzen.

In Bezug auf die Entlohnung gehen das Land Vorarlberg, das AMS und die Sozialpartner davon aus, dass die Kurzarbeitshilfe mindestens 70 Prozent des Nettolohnausfalls abdeckt. Die Betriebe ihrerseits wären verpflichtet, während der gesamten Dauer der Kurzarbeit sowohl die Arbeitgeber- als auch die Arbeitnehmerbeiträge in der Sozialversicherung zu entrichten. Beim Kündigungsschutz käme es zu einer Lockerung in der Form, dass während der Kurzarbeitszeit keine Kündigungsmöglichkeit und anschließend eine Kündigungsfrist von maximal fünf Monaten besteht.

Die wirtschaftliche Entwicklung erfordere Flexibilität, betonte Sausgruber. Er forderte die Regierung und die Sozialpartner auf Bundesebene auf, die entsprechenden Rahmenbedingungen für das Vorarlberger Modell zu setzen. “Ich rechne damit, dass man das rasch umsetzen kann”, sagte Sausgruber.

AMS-Vorarlberg-Geschäftsführer Anton Strini präsentierte das Programm “Bildungskarenz plus”. Damit soll Unternehmen geholfen werden, trotz sinkender Auslastung bewährte Mitarbeiter im Betrieb zu halten. Dabei nehmen die Mitarbeiter eine drei- bis zwölfmonatige Bildungskarenz in Anspruch. Während das AMS Vorarlberg das Einkommen der karenzierten Personen in Form des Weiterbildungsgeldes in Höhe des fiktiven Arbeitslosengeldes finanziert, refundiert das Land dem Unternehmen 50 Prozent der Ausbildungskosten. Darüber hinaus wird der Arbeitnehmer von der Firma während der Bildungskarenz geringfügig beschäftigt oder durch ein Stipendium (345 Euro) unterstützt, damit der Einkommensverlust gering bleibt.

“Bildungskarenz plus” startet am 1. Jänner 2009 und ist auf 18 Monate beschränkt. Wirtschaftslandesrat Karlheinz Rüdisser (V) rechnete mit vorerst bis zu 300 Personen, die die “Bildungskarenz plus” in Anspruch nehmen werden. “Eine Beschränkung gibt es nicht. Der entsprechende Posten im Budget ist nach oben offen”, betonte Rüdisser.

Als weitere mögliche Alternative zur Freisetzung von Mitarbeitern nannte Strini die Altersteilzeit. Zudem verwies der AMS-Geschäftsführer auf die “Arbeitsstiftung Vorarlberg”, in die freigesetzte Arbeitnehmer eintreten können, sofern das Unternehmen ein “Eintrittsgeld” von 2.071 Euro entrichtet. In der Arbeitsstiftung werden die Arbeitslosen höherqualifiziert. “Wenn die Situation eine bessere ist, können die Firmen dann wieder auf diese Personen zurückgreifen”, so Strini.

 

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