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SOS-Kinderdorf schließt die Pforten

Das SOS-Kinderdorf in Dornbirn wird 2015 endgültig geschlossen.
Das SOS-Kinderdorf in Dornbirn wird 2015 endgültig geschlossen. ©VOL.AT/Klaus Hartinger
Dornbirn - Sinkende Nachfrage nach Langzeitbetreuung bedeutet das Ende des Dorfs in Dornbirn.

Knapp 50 Jahre nach der Eröffnung kommt das Aus für das SOS-Kinderdorf in Dornbirn-Knie. In drei Jahren ist das Kinderdorf, das 1966 eröffnet wurde, endgültig Geschichte.

“Bittere Sache”

Für den Vorsitzenden des SOS-Kinderdorf-Vereins Dornbirn und Neffen des Gründers der SOS-Kinderdörfer, Hermann Gmeiner, Dr. Walter Gmeiner, ist die Schließung „eine bittere Sache“, aber nicht zu verhindern. „Es besteht keine Nachfrage mehr nach Betreuungsplätzen.“ Denn die Jugendwohlfahrt des Landes ist bemüht, alle Kinder, die nicht zu Hause aufwachsen können, in Pflegefamilien unterzubringen. Dazu kommt, dass das Vorarlberger Kinderdorf ein ähnliches Angebot hat.

Dabei gab es Zeiten, als im Dornbirner Dorf mehr als 100 Mädchen und Buben, vom Kleinkindalter bis zum Eintritt in die Lehre, in familiärer Atmosphäre von Kinderdorfmüttern aufgezogen wurden. Ganz nach der Idee von Hermann Gmeiner, jedem Kind die Chance zu geben, in einer richtigen Familie aufzuwachsen. Rund 80 Prozent der Kinder stammten allerdings aus anderen Bundesländern. In den vergangenen Jahren hat der Zustrom nachgelassen, weil die Kinder aufgrund von Landtagsbeschlüssen nicht mehr außer Landes untergebracht werden dürfen. Anders als in Vorarlberg ist andernorts in Österreich die Nachfrage nach Plätzen im SOS-Kinderdorf aber nach wie vor sehr groß.

Inzwischen werden in Dornbirn nur noch einige Buben und Mädchen betreut. „Die letzten Familien ziehen voraussichtlich 2015 aus“, kündigt Gmeiner an. Drei der vier noch aktiven Kinderdorfmütter sind bis zur Schließung in Pension, und deren Schützlinge sind bis in drei Jahren aus dem Kindesalter herausgewachsen. Die Familie der vierten Kinderdorfmutter wird in ihrem eigenen Haus vom SOS-Kinderdorf Imst aus mitbetreut.

Schon demnächst werden die leerstehenden Häuser im unteren Teil des Dorfs, an denen der Zahn der Zeit seit der Eröffnung vor 46 Jahren seine Spuren hinterlassen hat, abgebrochen und die Grundstücke verkauft. Der obere Teil des Dorfs bleibt vorerst unverändert. Über die Zukunft des dorfeigenen Kindergartens, der auch von Buben und Mädchen aus der Nachbarschaft besucht wird, wird noch diskutiert. Wie es ausschaut, wird er von der Stadt Dornbirn übernommen.Ganz aus Vorarlberg wird sich das SOS-Kinderdorf nicht zurückziehen, verspricht Walter Gmeiner, der auch Vertreter Österreichs im Internatio­nalen Senat und Mitglied des Hermann-Gmeiner-Fonds mit Sitz in München ist: „Die Organisation wird sich in Vorarlberg vor allem in der Jugendarbeit starkmachen.“ Das heißt, dass die seit Jahren bestehenden Einrichtungen für Jugendliche, die von zu Hause aus welchen Gründen auch immer ausgezogen sind, weiter ausgebaut werden.

SOS-International

Weltweit leben über 80.000 Kinder in 518 SOS-Kinderdörfern und 392 Jugendeinrichtungen. Daneben werden weit über 100.000 Buben und Mädchen in 186 Hermann-Gmeiner-Schulen unterrichtet.

(VN-ha)

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