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Sommerurlaub: Es sind noch viele Plätze frei

©VN/Hofmeister
In Deutschland klagen Reiseveranstalter über massive Rückgänge bei Buchungen für den Sommer. In Vorarlberg gibt man sich noch abwartend.

Frühbucherbonus, Sonderrabatte für Kinder und andere Vergünstigungen gibt es normalerweise zu Jahresbeginn bei Buchungen für den Sommerurlaub – aber so richtig scheint das in Zeiten von weltweit thematisierter Wirtschaftskrise und Stellenabbau nicht mehr zu funktionieren. Die deutsche Reisebranche hat erst unlängst Einbrüche bei den diesjährigen Sommerbuchungen beklagt, ein ähnliches Bild hat sich laut Dieter Herburger von Herburger Reisen in Dornbirn auch kürzlich bei einer Tourismusmesse in Wien bei den österreichischen Veranstaltern gezeigt.

 

„Alles ist möglich”

Herburger zur Situation im Land: „Die Leute warten ab.” Zwar sei die Buchungslage nicht schlecht, „aber es sind noch sehr viele Sommerplätze verfügbar, mehr als vor ein oder zwei Jahren”. Man müsse sich verstärkt mit Infoabenden und ähnlichen Veranstaltungen um die Kunden bemühen. Insgesamt ist Dieter Herburger optimistisch, dass sich die Buchungslage im Laufe der nächsten Monate noch verbessern wird, „über Urlaub redet derzeit jeder”, erzählt er von Beobachtungen aus seinem Bekanntenkreis. Andererseits, „alles ist möglich”.

Dass die Reiseveranstalter heuer stärkere Bemühungen an den Tag legen, um eine Buchungslage der vergangenen Jahre aufrecht zu erhalten, bestätigt auch Timo Loacker von Loacker Tours: „Der Frühbucher­bonus wird verlängert oder inder können um einen Euro mitkommen.” Loacker Tours hat von Einbrüchen noch nichts verspürt, „die Buchungslage ist sehr gut”. Und „alle reden von der Wirtschaftskrise, noch haben wir nichts bemerkt”. Ein wenig anders zeigt sich die Situation beim Tui-Reisecenter Berkmann & Geiger in Bregenz. Roland Geiger: „Es fallen immer mehr Familien weg.” Ein Trend, der bereits seit einigen Jahren zu beobachten sei und heuer noch einmal verstärkt zum Tragen komme. Geiger begründet das mit dem Wegfall der Überstunden: „Mit dem Geld wurde früher der Urlaub finanziert.” Allerdings sei es jetzt noch ein wenig zu früh, um den weiteren Verlauf zu beurteilen. Er geht allerdings davon aus, dass es im Zuge der Wirtschaftskrise zu einer Marktbereinigung bei den Billig-Fluglinien kommen könnte und das könnte wiederum den „Vorteil bringen, dass die Leute wieder ins Reisebüro kommen”.

Zuwächse

Dass die Menschen anscheinend weniger Geld für Urlaub haben, wurde bei Nachbaur Reisen in Feldkirch in Hinblick auf die Buchungslage für den Sommer noch nicht festgestellt. Emil Nachbaur: „Bei uns gibt es ungefähr gleich viel Buchungen wie im letzten Jahr und ich bin auch zuversichtlich, dass wir das vorjährige Ergebnis halten können.” Sogar Zuwächse im Vergleich zum gleichen Zeitraum des letzten Jahres verzeichnet Highlife Reisen in Götzis. Geschäftsführer Michael Nachbaur: „Es ist etwa ein Prozent plus. Gründe dafür sind, dass wir mit dem Katalog einen Monat früher herausgekommen sind und heuer ungewöhnlich hohe Frühbucherrabatte haben.” Wo man Auswirkungen einer wirtschaftlichen Krise spüre, sei bei Städtereisen: „Die Hotels klagen, dass sie nicht ausgelastet sind und sind daher mit den Preisen noch einmal runter.” Nachbaur hofft, das Plus weiter halten zu können. Denn „wenn man sich die Situation im Land anschaut: Wir haben keine Wirtschaftskrise.” Ein wenig differenzierter präsentiert sich die derzeitige Situation für den Geschäftsführer der Fachgruppe Reisebüros in der Vorarlberger Wirtschaftskammer, Wolfgang Juri: „Es gibt in Vorarlberg Reisebüros, bei denen zahlreiche Überstunden anfallen und es gibt solche, die um Kurzarbeit angesucht haben. So unterschiedlich war die Situation noch nie.” Im Buchungssystem sei allerdings ein Rückgang im Vergleich zum Jänner des Vorjahres zu verzeichnen. Juri: „Die Leute buchen sehr verhalten. Zwar wird rundum geäußert, dass man sicher auf Urlaub fahren werde, aber derzeit noch nicht buche, weil man nicht weiß, was kommt.” Zugleich hat der Fachgruppen-Obmann aber auch festgestellt, dass bei vielen die Meinung vorherrsche, dass das Geld auf der Bank genauso unsicher sei, insofern könne man sich damit auch etwas gönnen – einen schönen Urlaub zum Beispiel.

NEUE / Brigitte Kompatscher

 

Interview mit Reiseprofi Klaus Herburger:

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