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Sofortmaßnahmen begonnen

Doren - An dem ins Rutschen geratenen Hang in Doren (Bregenzerwald) ist nun mit ersten Sofortmaßnahmen begonnen worden.  

Derzeit graben zwei Bagger Entwässerungskanäle in die Rutschung, damit das in den Hang gesickerte Wasser der Regenfälle der vergangenen Tage abfließen kann. Die am Fuße des Rutschkuchens entstandenen Seen werden laut Landesgeologe Walter Bauer mit Pumpen in den Fluß Weißach geleitet.

Laut Bauer gehen die Arbeiten gut voran. „Wir haben unseren kleinen ’Suez-Kanal’ schon fast bis zur Mitte des Rutschkuchens vorangetrieben“, erklärte Bauer, der sich von der Entwässerung eine erste Stabilisierung des Hangs verspricht. Der offene Graben soll von der Weißach bis zur Abrisskante reichen. „Auch die Seen verschwinden langsam“, vermeldete der Geologe erste Fortschritte.

Die Rutschung sei noch nicht an allen Stellen befahrbar, teilweise sei das Material noch immer zu nass. „Wir nehmen jetzt punktuelle Eingriffe vor und arbeiten uns Stück für Stück vor. Die Arbeiten dauern bestimmt noch einige Tage an“, erklärte Bauer die Vorgehensweise. Ziel sei es vor allem, als Sofortmaßnahme eine Verschlechterung der momentanen Situation zu verhindern.

In Doren waren Ende Februar auf rund 800 Metern Länge und 380 Metern Breite gut 200.000 Quadratmeter Gestein in Bewegung geraten, nach einigen Tagen kam die Rutschung praktisch zur Ruhe. Die Abrisskante befindet sich rund 70 Meter vom ersten Dorener Haus entfernt, die Kante bewegt sich allerdings kaum. Akute Gefahr für das Siedlungsgebiet besteht daher nicht.

Zusätzliche Probleme im “Gschlief”

Durch die Niederschläge der letzten Tage haben sich im Gebiet der Hangrutschung Doren mehrere Seen gebildet. Die Feuerwehr steht dadurch momentan im Dauereinsatz. „Da diese Seen keine Abflussmöglichkeit haben, versickert das Wasser im Rutschkuchen“, so Landesgeologe Walter Bauer. Dadurch wird der Hang erneut instabil. „Es wird nun versucht, das Wasser gar nicht erst versickern zu lassen“, so der Experte. Die Feuerwehr Doren versucht nun mit einer Pumpe und rund 800 Meter Schlauch, das Wasser aus den Seen in die Weißach zu leiten. „Ein Mann unserer Ortsfeuerwehr wartet rund um die Uhr die Pumpe und muss alle zwei Stunden Treibstoff nachfüllen“, sagt Feuerwehrkommandant Herbert Österle. Der größte See war bis zu zweieinhalb Meter tief. Bis zu 1000 Liter pro Minute werden aus den Seen abgepumpt.

„Gestern konnte das Gelände erstmals mit einem kleinen, leichten Bagger befahren werden“, so der Gebietsleiter der Lawinen- und Wildbachverbauung Bregenz, Gerhard Prenner. Jetzt soll ein 35 Tonnen schwerer Bagger zum Einsatz kommen, um endlich das Entwässerungssystem für den Hang anzulegen. Die heikelste Aufgabe: den Bagger in das betroffene Gebiet zu bringen. Unsicher ist, ob die Erde den Bagger tragen wird. Gelingt das Vorhaben, soll laut Prenner ein offener Graben von der Weißach bis zur Abbruchkante ausgehoben werden, damit das Wasser abfließen kann.

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