So zufrieden sind die Schüler in Vorarlberg

Die Landesschülervertretung (LSV) Vorarlberg befragte online an die 1.000 Schüler nach ihren Wünschen und Kritik. Das Ergebnis: Die Schüler sind unzufrieden mit der Vorbereitung und Durchführung der Zentralmatura und auch sonst gibt es Verbesserungsbedarf.

Die LSV Vorarlberg wagt sich auf neue Pfade: Sie wollte per Onlineumfrage wissen, welche Probleme und Kritik die Vorarlberger Schüler haben – und inwiefern sie mit den Standpunkten der LSV übereinstimmen. Über 1.000 Schüler nahmen an der Umfrage teil. Davon war jeder Zweite unter 17 Jahre alt, über die Hälfte sind Schüler einer AHS Oberstufe.

Schüler fordern Ethik, politische Bildung und bessere Zentralmatura

In der Umfrage sprachen sich allein 76 Prozent für ein Fach der politischen Bildung aus, weitere 69 Prozent für die Wahlfreiheit zwischen Ethik- und Religionsunterricht. 80 Prozent wünschen sich Zugang zu weiblichen Hygieneartikeln in der Schule. Weitere drei Viertel fühlen sich vom Schulsystem nicht auf das Leben vorbereitet. Ebenso viele halten die Zentralmatura in der derzeitigen Form für ungerecht. Die Hauptkritikpunkte hier: Zu schwer, vor allem in Mathematik und zu große Diskrepanzen zwischen der Vorbereitung im Unterricht und der tatsächlichen Matura. Unter den jetzigen Bedingungen sprechen sich ein Großteil der Schüler für eine Abschaffung der Zentralmatura aus – im Gegensatz zur LSV, die der schulübergreifenden Vergleichbarkeit durchaus nach Verbesserungen etwas abgewinnen kann.

Jeder 5. Schüler fühlt sich unwohl

Nur 27 Prozent der Schüler schließen Mobbing und Diskriminierung an ihrer Schule aus. Das Zeugnis für den Umgang der Lehrer mit dem Thema fällt trübe aus: 35 Prozent find das Lehrpersonal gut, immerhin 39 Prozent ein befriedigend. 17 Prozent wissen von beleidigendem Verhalten durch die Lehrer, 5 Prozent der Schüler berichten von regelmäßig diskriminierenden Verhalten durch Lehrer. Dabei fühlen sich 20 Prozent der Schüler oft oder fast immer unwohl in der Schule. Als Gründe nennen sie Schlafmangel, Leistungsdruck, Angst vor Personen an der Schule und Desinteresse an den Inhalten oder Präsentation im Unterricht.

Vertrauenspersonen und Schülervertreter zu unbekannt

Die Umfrage zeigte jedoch auch, dass die Information der Schüler verbesserungswürdig ist. Zwar findet jeder zweite Schüler Schulprojektreisen zu teuer, 81 Prozent wissen aber zu wenig über das Schulbeihilfensystem. 41 Prozent der Befragten kennen die Vertrauenspersonen an ihren Schulen nicht, weitere 25 Prozent trauen sich nicht zu ihnen. Und auch die Schülervertretung selbst ist bei vielen der Schülern kaum bis nicht bekannt – ein Umstand den man mit verstärkter Öffentlichkeitsarbeit bekämpfen will. Dies wird den Nachfolgern der Landesschülervertretern rund um der Kommunikationsbeauftragten Alexandra Seybal überlassen bleiben, die nun mit dem auslaufenden Schuljahr neu gewählt werden.

LSV will bekannter werden

Einen stärkeren Eindruck will man jedoch nicht nur bei den vertretenen Schülern, sondern auch bei der Politik hinterlassen. Hier werde man als gesetzlicher Schülervertretung zwar akzeptiert, es scheitere aber an der Umsetzung der Anliegen. Sowohl die Umfrage wie die dazugehörige Pressekonferenz waren Premieren auf dem Weg zu mehr Aufmerksamkeit für die Sichtweise der Schüler. Mit der nun präsentierten Umfrage will man mehr Gewicht für die eigenen Anliegen in die politische Waagschale werfen.

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