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So wirkt der Wahlplakat-Dschungel

Schwarzach - Der Wahlkampf ist nicht mehr übersehbar. Wahlplakate prägen das Ländle. Was hinter den Plakaten für Botschaften stehen, erklärt Medienpsychologe Guido Kempter.
VOL Live: Medienpsychologe erklärt Wirkung von Wahlplakaten
Plakate für die Landtagswahl

Ganz Österreich gilt in Wahlkampfzeiten als Land mit überdurchschnittlich vielen Wahlplakaten. Ziel der Parteien ist es ihre Spitzenkandidaten und Botschaften zu transportieren. Die Gestaltung der Plakate ist dabei sehr unterschiedlich, erklärt Medienpsychologe Guido Kempter.

ÖVP und SPÖ personenbezogen

SPÖ und ÖVP würden auf die konventionelle Gestaltung eines Wahlplakats setzen. Auffallend sei, dass sich Michael Ritsch in Anzug und Krawatte präsentiert. „Meiner Meinung nach steht dies im Widerspruch zum Wahlslogan „Stark für die Schwachen“. Der Politiker wirkt sehr seriös und weniger bürgernah, als ohne Anzug“, meint der Medienpsychologe. Die Bürgernähe würde Landhauptmann Sausgruber im Poloshirt besser darstellen. Er wirke locker und dynamisch auf dem Plakat. Die politische Situation der letzen Jahre erfordere es nicht, die Kompetenz durch Anzug und Krawatte darzustellen.

Egger in sozialem Kontext

Die Plakate der FPÖ haben gestern für heftige Diskussionen gesorgt. In einem offenen Brief kritisierte Hanno Loewy, Direktor des jüdischen Museums, die Passage „heimische Familien“. Für Kempter sei diese Diskussion sicher sinnvoll, doch lasse die Formulierung viel Spielraum für Interpretationen und unterstreiche die Parteilinie.  Die weniger personenbezogenen Fotos auf den FPÖ-Plakaten zeigen Landesrat Egger in sozialem Kontext. Egger gibt sich auf die Höhe der Kinder und würde so Volksnähe zeigen. Dass er nur im Profil zu sehen ist, sei wahrscheinlich auf die technische Realisierbarkeit des Fotos zurückzuführen.

„Sechs Wochen nützen“

Eine ganz andere Strategie verfolgen die Vorarlberger Grünen. Sie verzichten „aus Kostengründen in der Krise“ auf Großplakate. Die Dreiecksständer der Grünen fallen aber nicht weniger auf. Nur der Hinweis auf die Homepage ist auf grünem Hintergrund zu lesen. Für Kempter kann diese Strategie durchaus zielführend sein: „Aber es ist wichtig Botschaften zu transportieren und man muss diese sechs Wochen nützen.“ Die erste Wahlkampfzeit hätten die Grünen aus Sicht von Kempter vergeben.

Video: Medienpsychologe Guido Kempter im VOL Live-Interview

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