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So viel weniger würde der Vorarlberger Tourismus ohne Kunstschnee verdienen

Einiges an Geld würde dem Tourismus fehlen.
Einiges an Geld würde dem Tourismus fehlen. ©Hartinger
Insgesamt 1.780 Schneekanonen und Schneilanzen gibt es auf Vorarlbergs Pisten, 380 mehr als vergangenen Winter. Würde es diese in Vorarlberg nicht geben, könnte das in den Monaten November und Dezember Brutto-Umsatzeinbußen von bis zu 90,5 Millionen Euro für den gesamten Tourismus bedeuten, heißt es in einer Aussendung der WKO.

Zwischen 100 und 160 cm Schneehöhe messen Vorarlbergs Skigebiete derzeit. Das war gerade in den vergangenen Wintern Mitte Dezember noch Wunschdenken. Wie wichtig Schneesicherheit für die Skigebiete und für Vorarlberg als Tourismusstandort insgesamt ist, versuchte Elmar Herburger, Spartenobmann Tourismus in der Wirtschaftskammer Vorarlberg, bei einem Pressegespräch am Golm zu vermitteln.

So fielen 635.000 Skierdays – also Ersteintritte in die Skigebiete – und 531.000 Übernachtungen durch Seilbahnnutzer weg, wenn im November und Dezember aufgrund mangelnden Schnees kein Skibetrieb möglich wäre. Das sind 96.000 Ersteintritte von Tagesgästen, 488.000 Ersteintritte von Übernachtungsgästen und 51.000 Ersteintritte von Saisongästen. Sie würden nicht nur auf den Pisten fehlen, sondern auch im Tourismus und den flankierenden Branchen. „In Zahlen gesprochen bedeutet das Brutto-Umsatzeinbußen von 90,5 Millionen Euro. Fast die Hälfte davon, nämlich 41 Millionen Euro, betreffen die Hotellerie und Gastronomie.

Im Sporthandel und sonstigen Handel würden 18,9 Millionen Euro fehlen, den Seilbahnen 16,2 Millionen Euro an Bruttoumsatz. 9,7 Millionen Euro sind es für Mobilität und 2,4 Millionen Euro für Wellness und Unterhaltung“, erklärte Elmar Herburger. Fehlende Umsätze in diesen direkt begünstigten Branchen führen zu weiteren Umsatzeinbußen von 50,6 Millionen Euro in den Vorleisterbranchen wie Bauwesen, Gewerbe und Handwerk, Energielieferanten etc. Das belegen die Zahlen der Manova-Studie 2016. „Gibt es im November und Dezember zu wenig Schnee in den Bergen, fallen rund 41 Millionen Euro an Löhnen und Gewinnen weg, ein Großteil davon in Vorarlberg“, verdeutlichte Elmar Herburger die drastischen Folgen.

Wasser sei ausreichend vorhanden

Investitionen der Seilbahnbetriebe in Beschneiungsanlagen werden in der Öffentlichkeit sehr kontrovers diskutiert, vor allem im Hinblick auf die Umweltverträglichkeit. „Beschneiung steht in keiner Konkurrenz zum Trinkwasserbedarf. Denn die Nordalpen sind mit einer durchschnittlichen Niederschlagsmenge von 1.400 mm und mehr pro Jahr ein sehr wasserreiches Gebiet. Rechnet man den jährlichen Stromverbrauch um, beträgt dieser pro Tag und Skifahrer nur 4,2 Kilowattstunden“, erklärte Markus Comploj, Fachgruppenobmann der Seilbahnen Vorarlberg. Durch laufende technische Verbesserungen konnte der spezifische Energieverbrauch pro Kubikmeter technisch erzeugten Schnees auf 3 bis 1 kWh reduziert werden.

(Red.)

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