AA

So hat Vorarlberger Absturz überlebt

Schwarzach - Einem Schutzengel hat der 37-jährige Marcel Squinobal sein Leben zu verdanken. Weil er beim Todesflug OG 269 von Bangkok nach Phuket im hinteren Teil der Maschine saß, überlebte er die Horror-Landung, bei der fast hundert Menschen starben, praktisch unversehrt.   | Unglücke | Interview mit Marcel S. 

Nur eine leichte Rückenverletzung und eine Brustkorbprellung zog er sich zu. Die „VN“ erreichten den Lauteracher Junior-Chef des Gasthauses „Weingarten“ im Bangkok Hospital von Phuket. Noch schwer unter dem Eindruck der Tragödie schildert der Gastronom die dramatischen Momente des Unglücks.

„Wollte nur raus“

„Es war schrecklich. Das Flugzeug wollte bei diesem furchtbaren Wetter landen und verlor dann vollkommen die Kontrolle. Wir prallten in einen Hügel. Dann fing es vorne an zu brennen. Wir saßen Gott sei Dank hinten. Sofort nach dem Aufprall drängten die Passagiere zum Notausgang. Ich wollte nur noch raus.“ Squinobal schafft es. Zusammen mit den restlichen 41 Überlebenden rennt der Lauteracher auf die Landebahn. „Wir sind da einfach nur herumgeirrt.“ Irgendwann werden Squinobal und die anderen von Rettungskräften aufgegriffen und ins Spital gebracht.

Sorge um Eltern

„Ich und mein Freund haben so ein Glück gehabt. Die anderen vorne sind alle tot. Furchtbar“. Squinobals Stimme ist plötzlich tränenerstickt. Doch er hat sich bald wieder im Griff und erzählt weiter. „Wir wollten ursprünglich nicht diesen Flug nehmen. Aber als wir am Bangkoker Flughafen fünf Stunden vor unserm Abflug waren und umbuchen konnten, haben wir das getan.“ Mit Schaudern denkt Squinobal an die Momente, als er das Flugzeug betrat. „Zuerst wollten wir vorne sitzen. Doch dann sind wir nach hinten gegangen. Das hat uns das Leben gerettet“. Squinobals Sorge gilt in diesen Stunden auch seinen Eltern. „Ich hab sie nur einmal angerufen, ihnen aber nicht gesagt, dass ich in diesem Flugzeug war. Sie sind nämlich im Urlaub in Griechenland und sollen diesen genießen.“ Freilich erfahren die Eltern später vom Schicksal ihres Sohnes.

Unverständnis

„Ich bin ja aus der Kirche ausgetreten. Aber in den Momenten des Unglücks habe ich an den Herrgott gedacht“, beschreibt der Vorarlberg seine Gefühle. Immer wieder bricht seine Stimme, wenn er über jene spricht, die im Flugzeug gestorben sind. „Niemals hätte die Maschine bei diesem katastrophalen Wetter landen dürfen“, kommt auch Unverständnis bei ihm hoch. Derzeit kann sich Squinobal nicht vorstellen, jemals wieder in ein Flugzeug zu steigen. „Obwohl ich ja irgendwie nach Hause muss“, so der Lauteracher, der vermutlich heute oder morgen aus dem Spital entlassen wird.

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Vorarlberg
  • So hat Vorarlberger Absturz überlebt
  • Kommentare
    Die Kommentarfunktion ist für diesen Artikel deaktiviert.