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Skyguide-Verdächtiger trug "Rachebart"

Der mutmaßliche Mörder des skyguide-Fluglotsen ist nach Berichten der Moskauer Presse durch den Verlust seiner Familie verschlossen und schwermütig geworden.

„Er ist seit zwei Jahren in einem solchen Zustand, dass es mich nicht wundert, wenn er etwas Unangemessenes tut“, sagte eine Schwägerin des festgenommenen Russen der Zeitung „Iswestija“.

Dem Bericht vom Freitag nach war der verzweifelte Vater bereits bei einer Trauerfeier für die 71 Opfer der Flugzeugkollision von Überlingen als aggressiv aufgefallen. Er hatte sich bei der Schweizer Flugsicherung skyguide nach dem Namen des Dienst habenden Lotsen erkundigt. Der mutmaßliche Täter habe sich nach der Katastrophe einen Bart wachsen lassen, der gemäß kaukasischer Tradition erst nach einem Racheakt abrasiert werden dürfe, schrieb die russische Zeitung „Gaseta“.

Der Mann aus der Stadt Wladikawkas im Nordkaukasus hatte bei dem Unglück seine Frau, seinen zehnjährigen Sohn und seine vierjährige Tochter verloren. „Mein Leben endete an jenem tragischen Tag 01.07. 2002“, schrieb der Bauingenieur auf einer Website der Hinterbliebenen. Er trauerte vor allem um seine Tochter. „Dieses kleine Mädchen hat die Welt wieder verlassen, ohne eine Spur hinterlassen zu haben.“

Der Mann, der 2002 als Bauingenieur in Spanien gearbeitet hatte, war als einer der ersten Hinterbliebenen an der Unglücksstelle eingetroffen und hatte seine Familie identifiziert. „Meine Tochter ist zur Erde geschwebt wie ein Engel“, sagte der 48-Jährige in einem Interview. Der Leichnam habe völlig unversehrt ausgesehen. Die Familie aus der Teilrepublik Nord-Ossetien hatte eher zufällig Tickets für den Flug bekommen, mit dem Schulkinder aus Baschkirien im Südural von Moskau nach Barcelona fliegen sollten.

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