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Skiunfälle in Vorarlberg: 94 Prozent der Unfälle passieren ohne Fremdverschulden

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In den vergangenen Wochen kam es vermehrt zu schweren Skiunfällen auf Vorarlbergs Pisten. Der stellvertretende Chef der St. Gallenkirch Gortipohl-Skischule Harald Stemer und Christian Kräutler vom Kuratorium für Verkehrssicherheit kennen die Gründe dafür.

Ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren ist für die Häufung der Skiunfälle in den vergangenen Wochen verantwortlich. Zum einen verleiten die ausgezeichneten Pistenverhältnisse die Skigäste zu riskanten Fahrmanövern, zum anderen fahren die Gäste schlichtweg über ihre Verhältnisse.

Gäste überschätzen ihr Können

80 Prozent fahren über ihre Verhältnisse – dabei geht es laut dem Profi vielen vor allem um die gefahrene Distanz. “Die Gäste verbringen ihren Kurzurlaub hier und wollen möglichst viele Kilometer fahren”, so Stemer. Das eigentliche Skifahren rückt dabei in den Hintergrund. Interessant sind in diesem Zusammenhang die aktuellen Zahlen des Kuratoriums für Verkehrssicherheit: Lediglich sechs Prozent aller Unfälle auf der Piste passieren aufgrund einer Kollision. Die restlichen 94 Prozent geschehen ohne Fremdverschulden.

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Führt die Schutzausrüstung zu mehr Risikobereitschaft?

Was das Helmtragen angeht, sind die Vorarlberger geradezu vorbildlich. 90 Prozent tragen auf der Piste einen Helm. Laut Skilehrer Stemer birgt jedoch auch die Schutzausrüstung viele Risiken. “Durch den Helm sieht und hört man weniger. Gleichzeitig fühlt man sich durch das ganze Equipment sicherer. Früher, als viele noch keine Schutzausrüstung trugen, sind die Gäste vorsichtiger gefahren”, beschreibt Stemer seine Sicht. Für Kräutler vom Kuratorium für Verkehrssicherheit sieht die Sachlage anders aus. Noch vor wenigen Jahre gab es sehr viele Kopfverletzungen bei Skiunfällen. Sieht man sich die Zahlen des Kuratoriums an, wird deutlich, dass die tödlichen Vorfälle deutlich zurückgegangen sind. “Das zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind”, zeigt sich Kräutler positiv.

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KFV setzt neuen Fokus

Das Kuratorium für Verkehrssicherheit setzt laut Christian Kräutler einen neuen Fokus. Neueste Untersuchungen haben ergeben, dass viele Unfälle aufgrund von nicht korrigierten Sehschwächen geschehen. Hier will das Kuratorium in Zukunft ansetzen. Weiters spielt laut Kräutler die Pistensituation eine große Rolle. Ist wenig Schnee vorhanden, sind die Pisten härter und es passieren mehr schwere Unfälle.

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Mehr auf andere achten

Bei schönem Wetter ist sehr viel los auf den Pisten. Deshalb sollten die Fahrer unbedingt mehr auf andere Skifahrer achten. “Heutzutage fehlt die Rücksichtnahme auf andere”, so Stemer. Laut dem Profi nimmt das auch immer mehr zu. Stemer hat bereits mehr als 50 Jahre Erfahrung als Skilehrer. Seiner Meinung nach wird es in Zukunft immer mehr Unfälle auf den Skipisten geben. Dabei gibt es für ihn zwei Hauptgründe. Einerseits die steigende Zahl der Skifahrer und andererseits, dass die Gäste ihre Zeit auf der Piste unbedingt auskosten wollen.

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