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Skigebiete geschlossen: Warum der Trend zu Skitouren gefährlich ist

©VOL.AT/Mayer, Symbolbild: VOL.AT/Steurer
Der Trend zu risikoreichen Skitouren zeichnet sich besonders im Corona-Winter ab. Bergrettungs-Landeschef Martin Burger im VOL.AT-Gespräch.
"Bitte keine riskanten Skitouren"
Skitouren: Meixner mit Appell
Landesrat Rauch gegen "Aussperrung"

Vorarlbergs Skigebiete sind geschlossen. Es zeichnet sich ein klarer Trend zum Skitouren und Skifahren im alpinen Raum ab. Viele Vorarlberger sehen gerade im Pandemie-Winter eine ideale Möglichkeit, sich corona-gerecht abseits von Menschenansammlungen in der Natur zu bewegen. Gerald Fleisch, Direktor der Krankenhausbetriebsgesellschaft, bittet jedoch um Vorsicht. Die Intensivstationen im Land seien durch Covid-Patienten weiterhin stark gefordert. Die Situation sei nicht mehr drastisch, aber weiterhin "sehr ernst", so Fleisch. "Bitte keine riskanten Skitouren!", bittet Fleisch. Auch die Bergrettung Vorarlberg schaut mit einem "doch etwas besorgten Blick" auf die Entwicklung, da es im Sommer bereits 40 Prozent mehr Einsätze als sonst gegeben habe.

Gewisses Risiko vorhanden

Wie bei allen Outdoor-Sportarten müsse man sich eines gewissen Risikos bewusst sein, erklärt Bergrettungs-Landeschef Martin Burger. Bereits in den Vorjahren hätten Grippewellen und sonstiges mitgeschwungen. "Am Ende des Tages wurde jeder Verletzte einer Behandlung zugeführt und das wird man auch heuer herbringen", meint er. Es mache allerdings Sinn, etwas defensiver unterwegs zu sein. Burger ist gegen eine allgemeine Ausweitung der Ausgangsbeschränkung auf den alpinen Raum. Die Pandemie schlage sich bereits genug auf das Gemüt nieder. Wenn man den alpinen Raum auch noch sperre, könnten sich die Leute nicht mehr vernünftig bewegen und dann könnte die Stimmung kippen.

Rauch zur Eigenverantwortung

Gegen eine "Aussperrung" aus dem alpinen Raum ist auch Landesrat Johannes Rauch. Bei "Vorarlberg Live" am Mittwoch sprach Rauch über das Risiko sich beim Skifahren zu verletzen, und die Eigenverantwortung sich speziell in Zeiten der Coronakrise nicht leichtsinnig selbst in Gefahr zu bringen.

"Gibt schon genug Regeln"

"Es wird nur mit der Eigenverantwortung funktionieren", meint auch Bergrettungs-Landschef Burger. Etwa, wenn man beim Sport weniger schnell oder in weniger schwierigem Gelände unterwegs sei oder statt in großen Gruppen nur zu zweit oder dritt und mit Abstand. Es gebe schon genug Regeln, etwa die der FIS oder Skitourenregeln des Alpenvereins. "Da noch mehr zu gestalten finde ich kontraproduktiv", so Burger.

Geringere Sicherheitsinfrastruktur

Die geschlossenen Skigebiete haben allerdings auch negative Auswirkungen auf die Sicherheitsinfrastruktur. Sie ist etwa bei bei geschlossenen Skiliften die Lawinenkommission dort nicht im Einsatz.

(Red.)

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