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Sieben Jahre Haft plus Einweisung für Wiener Kinderschänder

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Ein 41-jähriger Wiener Familienvater, der seine zehn Jahre alte Stieftochter wiederholt sexuell missbraucht und die dabei angefertigten Fotos im Internet verbreitet hatte, ist am Dienstag im Straflandesgericht zu sieben Jahren Haft verurteilt worden.
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Zusätzlich wurde er in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen, aus der er selbst nach Verbüßung seiner Strafe erst dann entlassen wird, wenn ihn ein psychiatrischer Sachverständiger für nicht mehr gefährlich hält.

Derzeit geht laut einem Gutachten des Gerichtspsychiaters Werner Brosch von dem Mann eine immense Gefahr aus. Seine pädophile Neigung sei in einem Ausmaß vorhanden, dass ohne therapeutische Behandlung in einer Sonderstrafanstalt neuerlich mit der Begehung von Straftaten mit schweren Folgen zu rechnen ist, deponierte Brosch in der Verhandlung.

Das Urteil ist bereits rechtskräftig. “Ich nehme an”, verzichtete der Angeklagte auf Rechtsmittel.

Auf den Mann waren die Sicherheitsbehörden im Zuge der “Operation Geisterwald” gestoßen, die federführend von der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main betrieben wurde. Dabei konnte ein international tätiger Kinderporno-Ring zerschlagen werden. Weltweit wurden auf Basis der Erkenntnisse der Sonderermittler 160 Hausdurchsuchungen durchgeführt. 22 Männer wurden festgenommen. Fünf von ihnen stammten aus Österreich.

Auch der 41-jährige Wiener wanderte im vergangenen Juni hinter Gitter. Der Mann – selbst Vater einer Achtjährigen und zweier jüngerer Söhne – hatte sich Zugang zu einem auf Pädophilie und Kindesmissbrauch ausgerichteten Internet-Forum verschafft. Dort brüstete er sich mit dem Missbrauch seiner Stieftochter, die seine Frau mit in die Ehe gebracht hatte. Wiederholt kündigte er anderen Usern an, er werde die Zehnjährige am Abend “wieder verwöhnen” bzw. “richtigen Spaß” haben.

Acht Videofilme und hunderte Bilddateien von seinen abscheulichen Verbrechen fertigte er laut Anklage an. Zahlreiche Fotos veröffentlichte er. Einem User mit dem bezeichnenden Namen “Dirtyuncle” bot er um 1.000 Euro einen Film zum Kauf an.

“Ich wollte ihr nie Schmerzen zufügen oder sonst was”, gab der Angeklagte zu Protokoll, der sich formal zum Großteil der Anklage schuldig bekannte. Er leugnete lediglich, der Schülerin Alkohol eingeflößt zu haben, um sie wehrlos zu machen.

Den Alkohol habe die Zehnjährige selbst getrunken, “weil sie an Durscht bekommen hat”, behauptete der Mann in breitem Wienerisch. “Er ist krank. Unter diesem Gesichtspunkt sind diese Dinge zu sehen”, sagte sein Verteidiger, ehe die Öffentlichkeit zur Wahrung der Persönlichkeitsrechte des Opfers von der Verhandlung ausgeschlossen wurde.

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