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Sie steht im Heute und für starke Geschichten

Nein, sie hat überhaupt kein Problem damit, auf den Großvater angesprochen zu werden.
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„Man kann es gar nicht leugnen, zu Beginn hat es mir ja auch geholfen, und ich gebe zu, ich bin auch stolz darauf, die Enkelin von Rudolf Wacker zu sein.“ Alexandra Wacker sagt das mit der Bestimmtheit einer Künstlerin, die sich längst durchgesetzt hat. Und das obwohl der Weg nicht unbedingt vorgezeichnet war.

Rudolf Wacker (1893–1939) ist im Vorarlberg Museum gerade eine große Ausstellung gewidmet, die die Jahre der Gefangenschaft in Russland thematisiert, in denen er Erfahrungen machte, die zu den prägenden zählen und die Motive auf seinen Gemälden verständlich machen, in denen auch deutliche Hinweise zu finden sind, dass er den aufkeimenden Faschismus schon früh mit großer Sorge beobachtete. Alexandra Wacker kam im Jahr 1958 in dem Haus zur Welt, in dem der Großvater mit ihrer Großmutter Ilse lebte, arbeitete und mit Künstlerkollegen und Geistesgrößen der Zeit korrespondierte. Es war auch der Ort, an dem die Nationalsozialisten einen ihrer Gegner ins Visier nahmen. Wacker wurde verhört und erlitt einen Herzanfall, an dessen Folgen er starb.

Reizvolle Begebenheiten

Ilse Wacker, die starke Frau, die die Kriegsjahre als Witwe mit dem kleinen Sohn Romedius zu überstehen hatte, habe oft von der Zeit erzählt, die Tagebücher ihres Mannes schließlich dem Kunsthistoriker Rudolf Sagmeister übergeben, der den wesentlichen Beitrag zur Einordnung des Werkes in die Malerei der Zwischenkriegszeit leistete und dafür sorgte, dass der früh verstorbene Wacker heute neben Otto Dix oder weiteren Vertretern der Neuen Sachlichkeit genannt wird. „Meine Großmutter war mit Leib und Seele seine Frau“, erinnert sich Alexandra Wacker. Von manch reizvoller Begebenheit gab es zu erzählen, etwa dass Wacker seinen Dackel zum Pilzesuchen abrichten wollte oder dass er eben versuchte, seine Ehefrau nicht mit den Modellen zu konfrontieren, die für seine Körperstudien ins Haus kamen. Landschaften und Porträts, auch Selbstporträts, machen heute den Schwerpunkt des Werks von Alexandra Wacker aus. Mit ihrer Familie hat sie sich dabei auch beschäftigt. Eine Fotografie vom Großvater, der am Seeufer an der Staffelei arbeitet, während ihm seine Frau mit dem Kind im Arm zusieht, diente ihr als Vorlage für ein Gemälde. Es muss eine innige Bindung zwischen ihren Großeltern gegeben haben. Die Pastorentochter aus Goslar hätte einen Beamten heiraten sollen, sie widersetzte sich dem Wunsch des Vaters, besuchte eine Kunstgewerbeschule und lernte schließlich Rudolf Wacker kennen.

Innere Stimmungen

Die große Sommerausstellung der Stadt Bregenz ist heuer dem Werk von Alexandra Wacker gewidmet. Bei der Auswahl, die unter anderem Kurator Thomas Schiretz verantwortet, hat sie mitzureden. Man wird den Umfang des Werks erfahren können, viele Landschaften sehen, mit denen die Künstlerin ihre Auseinandersetzung mit der Natur offenlegt, mit der Bewegung, mit Sehnsüchten, mit Stimmungen, die sie wahrnimmt und die auch die ihren sind. Alexandra Wacker ist relativ bald nach dem Schulabschluss nach Wien gereist, bei Josef Mikl an der Akademie der bildenden Künste fand sie rasch Aufnahme. Anfang der 1980er-Jahre fand die erste Ausstellung statt. Nachdem sie lange Zeit in Wien lebte, hat sie nun ein zweites Atelier in Bregenz eingerichtet. Bevor zahlreiche ihrer Arbeiten von Mitte Juli bis Ende August im Künstlerhaus in Bregenz präsent sind, zeigt die Galerie Karin Sachs vom 18. Jänner bis 23. Februar in München großartige Landschaften von Alexandra Wacker.

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