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Sich Zeit für den Menschen nehmen

Zeit und Aufmerksamkeit schenken, stehen im Mittelpunkt der Tätigkeit bei der Hospizbewegung.
Zeit und Aufmerksamkeit schenken, stehen im Mittelpunkt der Tätigkeit bei der Hospizbewegung. ©Hospizbewegung Vorarlberg
Vereine im Fokus: Hospizbewegung Fünf ehrenamtliche Mitarbeiter engagieren sich für die Hospizbewegung in Lustenau.
Sich Zeit für den Menschen nehmen

Lustenau/Dornbirn. Hospiz-BegleiterInnen sind einfühlsam, offen und sehr gut geschult im Umgang mit schwer kranken und trauernden Menschen. Sie nehmen sich Zeit zum Zuhören, zu Gesprächen, zum Dasein. „Für uns stehen vor allem die Angehörigen im Vordergrund. Die kranken und alten Menschen sind meist gut versorgt und deswegen versuchen wir vor allem eine wichtige Stütze für Angehörige oder das Personal in Krankenhäusern, Pflege- und Seniorenheimen zu sein“, erklärt Gerda Eberle, Koordinatorin der Region Dornbirn.

30 Personen zählt ihr Team (die Regionalstelle Dornbirn umfasst Dornbirn, Lustenau, Hohenems). In Lustenau sind es fünf Mitarbeiter, die sich für die Hospizbewegung engagieren. Alle machen das auf ehrenamtlicher Basis und aus vollster Überzeugung. „Nicht jeder kann das verstehen, wenn ich von meiner Arbeit erzähle“, schildert Hildegard König aus Lustenau. „Man bekommt immer etwas zurück. Da passiert so viel im zwischenmenschlichen Bereich und es verschieben sich ganz plötzlich die Prioritäten.

Man nimmt unheimlich viel mit von dieser Tätigkeit und die Leute, die ich in all den Jahren begleiten durfte, haben mich sehr viel gelehrt“, ergänzt auch Gerda Eberle, die kurz nach Gründung der Hospizstelle in Dornbirn zuerst drei Jahre als Hospizbegleiterin mitgearbeitet hat und seit nunmehr zwölf Jahren als Koordinatorin tätig ist. Ca. ein halbes Jahr dauert die Ausbildung zum Hospizbegleiter. Die Einschulung ist kostenlos und anschließend absolviert man 40 Praktikumstunden. „Dann entscheiden wir, ob die Person geeignet ist für diese Aufgabe“, so Eberle. Alexandra Fitz aus Lustenau ist eine solche Praktikantin. Die Suche nach einer neuen, verantwortungsvollen Herausforderung hat sie zur Hospizbewegung geführt. „Der Sinn, die Tiefe und der Respekt vor dem Alter, aber auch die geforderte Auseinandersetzung mit sich selbst sind die wesentlichen Schätze, auf die ich mich im Zuge dieser spannenden Tätigkeit sehr freue“, beschreibt die 38-jährige Lustenauerin ihre Beweggründe sich künftig für die Hospiz zu engagieren.

 „Man kennt sich untereinander im Team und Gerda Eberle weiß genau, welcher ihrer Mitarbeiter für welchen Kontakt ideal ist. So ist Hildegard König als urige Lustenauerin prädestiniert gerade für die älteren Menschen in den Seniorenhäusern in Lustenau. „Die gemeinsame Sprache und das typisch Luschnouarische bricht sozusagen auch gleich eine gewisse Hemmschwelle. “ Während die Mitarbeiterquote der Hospizbewegung im Land eher frauenlastig ist, ist man in Dornbirn besonders stolz ein Drittel Männer im bunten Team zu haben. „Das ist besonders schön, da Männer oft eine ganz andere Sichtweise haben und damit eine unendliche Bereicherung für unsere Gruppe sind“, freut sich Eberle.  

Einmal im Monat trifft man sich im Pfarrheim Rohrbach zum gemeinsamen Austausch. Ebenfalls im Pfarrheim findet auch jeden ersten Samstag ein Trauercafe statt. Die Trauer um einen nahestehenden Menschen bedeutet für die Zurückbleibenden oft nicht nur eine schwere Zeit. Trauernde sollen und dürfen sich die Zeit nehmen ihre Trauer zu leben. Dabei kann der Austausch mit anderen Betroffenen sehr hilfreich sein. Zeit, die sich auch die Mitarbeiter der Hospizbewegung immer und gerne für die Menschen nehmen.

 

Kontakt:
hospiz vorarlberg
Region Dornbirn
Gerda Eberle, Koordinatorin , A-6850 Dornbirn, Lustenauerstraße 3
Tel +43-5522-200-4032
Fax +43-5522-200-4005
gerda.eberle@caritas.at
www.hospizbewegung-vorarlberg.at

Daten und Fakten:
Seit 1997 gibt es die Regionalstelle Dornbirn in der Lustenauerstraße
5 Mitarbeiter engagieren sich aktuell in Lustenau
1 mal monatlich findet das Trauercafe statt.
Das HOKI-Team ist spezialisiert, wenn Kinder und Jugendliche betroffen sind.

 

Umfrage:  Wieso engagieren Sie sich bei der Hospizbewegung?

Gerda Eberle, 53, Jahre, Koordinatorin Region Dornbirn:
Mir hat als junger Mensch der Tod immer Angst gemacht, gleichzeitig aber auch immer eine Faszination auf mich ausgeübt. So bin ich zur Hospiz gekommen und durfte erleben, wie der Tod mein Leben verändert hat. Ich lebe jetzt viel intensiver und haben in den Jahren so viel von dieser Tätigkeit mitnehmen können.

Hildegard König, 66 Jahre, Lustenau
Nach langer Pflege meiner Mutter, habe ich mich entschlossen auch für andere kranke Menschen mehr da zu sein. Wenn ich von meiner Arbeit bei der Hospiz erzähle, reagieren viele Menschen mit Erstaunen. Ich nehme mir Zeit, zum Dasein, zum Zuhören und Reden, damit die Patienten nicht alleine und die Angehörigen entlastet sind. Wenn ich nach einem Einsatz nach Hause gehe, bin ich manchmal traurig, aber auch froh darüber etwas Gutes für andere getan zu haben.

Alexandra Fitz, 38 Jahre, Lustenau:
Ich bin derzeit noch im Praktikum als ehrenamtliche Hospizbegleiterin. Die Suche nach einer neuen, verantwortungsvollen Herausforderung führte mich zum Thema Hospiz. Der Sinn, die Tiefe und der Respekt vor dem Alter, aber auch die geforderte Auseinandersetzung mit sich selbst sind die wesentlichen Schätze, auf die ich mich im Zuge dieser spannenden Tätigkeit sehr freue.

 

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