Page 1Page 1 CopyGroupGroupPage 1Combined ShapePage 1Combined ShapePage 1Triangle Page 1 Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1 Rectangle 9 Combined ShapeCombined ShapePage 1Page 1Page 1Page 1Page 1AAAAPage 1 Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1

Sich quälen für die letzte Chance

Er scheint am Ende des Leidenswegs angelangt zu sein. Julian Knowle plant nach einer langen Verletzungspause 2019 die Rückkehr auf den Tennisplatz.
Mehr zum Thema

„Ich möchte gerne bei den Australian Open in Melbourne Mitte Jänner wieder aufschlagen. Wenn es sich dafür nicht ausgeht, fasse ich in Europa die Hallenturniere in Montpellier Anfang Februar und Cordoba ins Auge.“ Der Doppel-Spezialist ist auch mit 44 Jahren leidenschaftlich mit seinem Sport verbunden. „Ich habe den Fokus weiter aufs Tennisspielen gelegt, möchte meine Karriere fortsetzen.“ Für Melbourne hätte er mit dem Deutschen Peter Gojowczyk einen Partner gefunden: „Ich schätze es sehr, dass er bereit ist, mit mir zu spielen.“

Die Voraussetzung, dass es für Melbourne klappt? „Ich muss über ein paar Tage schmerzfrei servieren können, sonst macht es wohl keinen Sinn.“ Die Krankengeschichte Julian Knowles geht auf den September 2017 zurück. Während eines Doppel-Spiels mit Alexander Peya in St. Petersburg rissen die Sehne am linken Oberarm und das Innenband im Ellbogen. Gerade eben hatte er sich mit 43 Jahren noch einmal in die Top-50 der Doppel-Weltrangliste zurückgekämpft. „In den nächsten zwölf Monaten wäre ich bei fast allen großen Turnieren wieder im Hauptbewerb gewesen. Ich war am Boden zerstört. Ausgerechnet in dem Jahr, in dem ich mich wieder nach oben gekämpft habe, passiert diese Verletzung.“ Eine Operation am linken Ellbogen folgte. Ein Teil der Gracilissehne im linken Knie wurde entfernt. „Mit dieser Sehne ist das Innenband am Oberarm fixiert worden.“

Hiobsbotschaft

Kurz vor dem Comeback an seinem 44. Geburtstag dann die nächste Hiobsbotschaft. „Da habe ich den Schläger nicht mehr halten können, musste in München am Tag vor dem Turnier meine Nennung zurückziehen. Der Schulterkopf drückte auf den Schleimbeutel, das Zusammenspiel mit der Muskulatur war nicht ideal. Es zwickte einfach beim Service.“ Von den Ärzten bekam er zwei Varianten zur Auswahl: Eine neuerliche Operation, um die lose Sehne fixieren, was ihn etwa drei bis vier Monate gekostet hätte. Oder konservativ vorzugehen. Knowle entschied sich für die konservative Behandlung. „Weil es auch bei einem operativen Eingriff keine hundertprozentige Sicherheit gegeben hat, dass ich wieder Tennisspielen kann.“ In Salzburg fand der US-Open-Sieger von 2007 bei Gernot Schweizer, der auch die Ski-Asse Marcel Hirscher und Manuel Feller betreut, Hilfe. Drei Tage in der Woche hat der Harder in den vergangenen Monaten seine Zelte in der Mozartstadt aufgeschlagen. „Schweizer hat mir genau erklärt, was mich erwartet. Es werde kein Kindergeburtstag, aber ich könne es schaffen.“ Er sehe den Aufwand, die Quälerei, als letzte Chance, den Sprung zurück auf den Tenniscourt zu schaffen. „Ich will mir später keinesfalls den Vorwurf machen, es nicht nochmals probiert zu haben.“

Natürlich hat sich Knowle, 19-facher Doppel-Sieger auf der ATP-Tour, auch mit dem Karriereende beschäftigt. „Ich hatte auch sehr viel Zeit dazu. Es wäre fahrlässig, das nicht zu tun. Ich muss für zwei Kinder Sorge tragen, Alicia ist sieben, Jamie zwei Jahre alt. Ich habe mit meinem Tennis gutes Geld verdient, aber reich bin ich nicht geworden. Und ich möchte auch nicht, dass meine Familie vom Lebensstandard her zurückstecken müsste.“ Knowle, der zuletzt als Experte im Fernsehen schnuppern durfte, kann sichvorstellen, in der Tennisschiene als Trainer zu arbeiten, oder als Coach im mentalen Bereich. „Ich bin aber auch offen für Neues. Wenn ich für etwas Feuer habe, dann knie ich mich dafür zu hundert Prozent rein.“

Mehr zum Thema

Fill 1Created with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Jetzt im Fokus auf VOL.AT
  • Sich quälen für die letzte Chance
  • Kommentare
    Die Kommentarfunktion ist für diesen Artikel deaktiviert.