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Sexueller Missbrauch von schlafenden Betrunkenen

reigesprochen wurde der Angeklagte im Zweifel von weiteren Anklagevorwürfen des Missbrauchs von Wehrlosen
reigesprochen wurde der Angeklagte im Zweifel von weiteren Anklagevorwürfen des Missbrauchs von Wehrlosen ©VOL.AT
Feldkirch, Galtür - Übergriffe bei zwei Brüdern: Bedingte Haft- und unbedingte Geldstrafe für 29-Jährigen wegen sexuellen Missbrauchs von Wehrlosen.

Zwei schlafenden Betrunkenen hat der Montafoner nach Ansicht des Landesgerichts Feldkirch unter die Unterhose gegriffen. Dafür wurde der unbescholtene 29-Jährige gestern zu einer bedingten Haftstrafe von zehn Monaten und einer unbedingten Geldstrafe von 9000 Euro verurteilt – 360 Tagessätze zu je 25 Euro. Der Schuldspruch erfolgte wegen sexuellen Missbrauchs von Wehrlosen mit einem Strafrahmen von sechs Monaten bis fünf Jahren Gefängnis sowie wegen Körperverletzung. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

Nach dem Besuch eines Fests bei der Käse-Olympiade in Galtür im September 2010 erfolgte laut Urteil der erste Übergriff. Opfer war demnach ein betrunkener 21-Jähriger, der mit eigenem Erbrochenen seine Hose verschmutzt hatte und sie deswegen auszog. In der Unterhose schlief der nicht mehr fahrtüchtige Montafoner im Auto, als es nach Überzeugung des Gerichts zum Übergriff kam. Im Schnapskeller seines Vaters vergriff sich der Arbeiter, so das Gericht, im Sommer 2011 an einem 17-Jährigen. Das jugendliche Opfer war betrunken und schlief.

Bei den Opfern handelt es sich um Brüder, die mit dem Angeklagten befreundet waren. Dem jüngeren Opfer, den der Missbrauch psychisch erheblich belastet, wurde ein Teilschmerzengeld von 500 Euro zugesprochen. Nach eigenen Angaben war auch der Angeklagte bei den Vorfällen stets betrunken. Zum gleichen Geschlecht fühle er sich nur in alkoholisiertem Zustand hingezogen, sagte der von Bernd Widerin verteidigte Angeklagte.

Körperverletzung

Schuldig gesprochen wurde er auch wegen Körperverletzung. Er hat, so das Urteil, dem 17-Jährigen im Streit wegen der Missbrauch-Anschuldigungen bei einem Fest einen Bierkrug nachgeworfen und ihn dabei leicht verletzt.

Freigesprochen wurde der Angeklagte im Zweifel von weiteren Anklagevorwürfen des Missbrauchs von Wehrlosen, darunter auch dem schwerwiegendsten, der als mutmaßliches Opfer den 17-Jährigen betroffen hätte.

Ob der Angeklagte und die Opfer Mitglieder eines Saufvereins gewesen seien, wollte Richter Peter Mück angesichts der zahlreichen behaupteten Vorfälle unter erheblichem Alkohol­einfluss von ihnen wissen.

Der Senatsvorsitzende übte Kritik am Oberlandesgericht (OLG), das sieben Jahre Haft für jahrelangen schweren Missbrauch für zu hoch befunden habe. Nach OLG-Maßstäben hätte der Montafoner mit einer teilbedingten Geldstrafe davonkommen müssen.

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