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Sexueller Missbrauch von Kindern: Rund zehn Prozent weibliche Täterinnen

©Symbolbild/bilderbox.de
Bregenz - Am Landesgericht Feldkirch werden am Mittwoch und Donnerstag zwei Fälle verhandelt, bei denen Frauen des sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen angeklagt sind. An die zehn Prozent der Täter sollen weiblich sein, sagt Expertin Ruth Rüdisser vom IfS.
Expertin Rüdisser im Interview

Im ersten Fall soll eine 23-Jährige zweimal Beischlaf mit einem Zwölfjährigen vollzogen haben. Gewalt sei dabei keine im Spiel gewesen, so die Anklage. Im zweiten Fall soll eine 33-jährige Frau zugelassen haben, dass sich ihr Lebensgefährte an mehreren Minderjährigen vergeht, darunter auch an seinem Stiefkind und dem Pflegekind seiner Lebensgefährtin. Außerdem soll sie sich selbst an zwei Minderjährigen vergangen haben.

Zehn Prozent der Täter weiblich

Frauen als Täterinnen bei Sexualdelikten an Unmündigen bzw. Minderjährigen sind keine Seltenheit, sagt Ruth Rüdisser vom IfS. “Man geht davon aus, dass etwa zehn Prozent der Täterinnen weiblich sind,” so die Expertin. Wobei nicht wenige davon als Mittäterinnen in Erscheinung treten. Die Motivlage unterscheidet sich dementsprechend. Frauen, die “selbst Hand anlegen” sind von ganz ähnlichen Gelüsten getrieben, wie ihre männlichen Pendants: Macht und das Bedürfnis, sich an jemandem zu befriedigen, der kleiner ist als man selbst. Bei Mittäterinnen ist es oft die Lust, dem Partner jemand anderen als Sexualobjekt zuzuführen. Oder auch schlicht die Angst, den Partner zu verlieren.

“Im Erleben noch gravierender”

Für die Kinder sei Missbrauch durch Frauen oft noch schlimmer als derjenige durch Männer. Gerade Mütter sind für die meisten Kinder die primären Schutzpersonen: “Wenn eine Mutter so etwas macht, ist das im Erleben noch gravierender, wie wenn es ein männlicher Täter macht,” erläutert Rüdisser. Die Methoden unterscheiden sich ihrer Ansicht nach kaum. Sowohl bei Männer als auch bei Frauen gebe es jene, die Gewalt anwenden, um zum Ziel zu kommen. Und eben auch jene anderen, die eher versuchen, Zuwendung und Zuneigung der Opfer zu gewinnen, sie zu verführen. Die Folgen seien von Fall zu Fall verschieden. Oft resultieren aus den Übergriffen posttraumatische Belastungsstörungen wie Alpträume, Schlafentzug oder sexuelle Störzungen. Aber eben nicht immer.

“Nur wenige Fälle”

Susanne Dilp von der Landespolizeidirektion Vorarlberg bestätigt, dass die meisten Vergehen von Männern verübt werden. Bei den Frauen handle es sich meistens um Mittäterinnen bzw. Beitragstäterinnen. Generell lasse sich sagen, dass sich sexueller Missbrauch sehr oft im Verwandtschafts- oder Bekanntenkreis abspiele. Vergleichende Statistiken kann Dilp nicht anbieten – gibt aber zu Protokoll, dass sexueller Missbrauch in dichter besiedelten Gebieten häufiger vorkommt als in eher ländlichen Gegenden. Landesstaatsanwalt Wilfried Siegele beruhigt indes: In Vorarlberg gebe es erfahrungsgemäß “nur wenige Fälle”, wiewohl auch er keine Statistik zu der Problematik vorliegen habe. (MST)

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