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Sexuelle Übergriffe in Vorarlberg: Die meisten werden nicht angezeigt

In der Nacht auf den 6. September wurde die transsexuelle Luna aus Lochau von drei jungen Männern auf dem Nachhauseweg bedrängt und konnte nur knapp - mit einer blutenden Nase und Schürfwunden am Körper - entfliehen. Sexuelle Belästigung und Missbrauch gelangen selten bis zur Polizei.

luna-fotos
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Die junge Lochauerin war auf dem Nachhauseweg, als sie von mehreren Männern bei der Pipeline angesprochen wurde. Einer von ihnen kam der 18-Jährigen nahe, betatsche sie. Es kam daraufhin zu Handgreiflichkeiten, Luna wurde an den Armen und im Gesicht verletzt, konnte die Angreifer aber abwehren. Es war nicht der erste Übergriff dieser Art, den die Transsexuelle erlebte.

Hohe Aufklärungsquote in Vorarlberg

Tatsächlich wird jede dritte Frau in ihrem Leben Opfer von sexueller Gewalt, verweist die Gewaltschutzstelle des ifs auf eine Studie der EU. Allein 2015 wurden in Vorarlberg 43 Anzeigen wegen Vergewaltigung eingebracht, davon fünf versuchte. Hinzu kommen 61 Anzeigen wegen sexueller Belästigung. Die Aufklärungsrate darf sich aber sehen lassen: So wurden laut Kriminalitätsbericht 2015 93 Prozent der Fälle von versuchter oder tatsächlicher Vergewaltigung aufgeklärt, bei geschlechtlicher Nötigung (16 Fälle) waren es 87,5 Prozent, bei sexueller Belästigung immerhin noch 63,9 Prozent. Damit liegt die Aufklärungsquote in Vorarlberg über dem Österreichdurchschnitt.

Meisten Übergriffe werden nicht angezeigt

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In der Kriminalitätstatistik findet man jedoch nur die Übergriffe, die auch angezeigt wurden. “Es sind sicher mehr, die es nicht anzeigen”, weiß auch Ruth Rüdisser aus Erfahrung. Sie ist die Leiterin der ifs-Beratungsstelle Bregenz, zu der auch die Gewaltschutzstelle gehört. Die Gründe seien vielseitig: Angst, Scham oder die Opfer haben keine große Hoffnung, dass die Täter ausgeforscht werden. Aus diesem Grund scheute auch Luna den Gang zur Polizei. Doch auch gerade ein mögliches Naheverhältnis zum Täter kann die Opfer von einer Anzeige zurückschrecken lassen. Gleichzeitig stelle die Befragung durch Polizei und Gericht für viele Opfer eine gewaltige Belastung dar, vor allem durch die mögliche Konfrontation mit dem Täter.

Opfern Hilfe wichtiger als Strafe

“Sinn und Zweck einer Anzeige ist ja die Bestrafung des Täters”, erläutert Rüdisser. “Viele sagen, davon hab ich aber nichts, es hilft mir nichts.” Vielen Opfern von sexuellen Übergriffen, die sich an das ifs wenden, gehe es in erster Linie um Unterstützung und therapeutische Hilfe. An einer Anzeige hätten sie jedoch oft kein Interesse.

Keine Daten zu Opfern

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Gleichzeitig erhebt das Innenministerium nur Daten zu den Tätern, die 2015 ausschließlich männlich waren. Über das Geschlecht der Opfer gibt es keine Angaben. Noch ist das Thema kaum erforscht, es gibt jedoch Hinweise das Personen aus der LGBTQ-Community (Lesben, Schwule, Bi- und Transsexuelle sowie weitere sexuelle Orientierungen abseits der Heterosexualität) eher Opfer sexueller Gewalt werden. Zumindest in den USA handle es sich dabei oft um sogenannte “Hate Crimes” aufgrund der sexuellen Orientierung, vermutet die
Maine Coalition against sexual assault
.

Wenig Erfahrungen in Vorarlberg

In Vorarlberg hat man damit jedoch noch scheinbar wenig Erfahrungen. Vonseiten des ifs traut man sich zumindest keine Einschätzung zu, wie stark Personen aus dem LGBTQ-Umfeld von sexuellen Übergriffen betroffen sind. Luna selbst ist zumindest wichtig, dass die Gefahr von den potentiellen Opfern nicht unterschätzt wird und warnt, die Gefahr sexueller Übergriffe auf die leichte Schulter zu nehmen.

Falls Du Hilfe brauchst: Hier geht’s zur ifs Opferschutz-Stelle

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