AA

Sex mit 13-Jährigen ist verboten

Ein 18-Jähriger hatte zwei Mal einvernehmlich mit einer 13-Jährigen geschlafen.
Ein 18-Jähriger hatte zwei Mal einvernehmlich mit einer 13-Jährigen geschlafen. ©SYMBOLBILD/Bilderbox
Bis zu zehn Jahre Haft: Einvernehmlicher Geschlechtsverkehr mit Kindern unter 14 Jahren wird als schwerer sexueller Missbrauch bestraft.

Der vorbestrafte 19-Jährige hatte dieser Tage Glück, dass er nicht ins Gefängnis muss. Im Alter von 18 Jahren hatte der Bregenzer in einer Nacht zwei Mal mit einer 13-Jährigen geschlafen. Es hat sich um einvernehmlichen Sex gehandelt. Das Mädchen hat am 21. Juni 2014 freiwillig mit dem fünf Jahre älteren Burschen intim verkehrt – zuerst auf einer Parkbank auf dem Bregenzer Gebhardsberg, später dann in einer Bregenzer Wohnung eines seiner Kollegen. Trotzdem hat sich der junge Erwachsene mit dem Beischlaf mit dem unmündigen Kind strafbar gemacht. Wäre die Minderjährige zum Geschlechtsverkehr gezwungen worden, hätte es sich um eine Vergewaltigung gehandelt.

So wurde der Angeklagte in einem Schöffenprozess am Landesgericht Feldkirch wegen des Verbrechens des schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen und des Vergehens des unerlaubten Umgangs mit Suchtgift schuldig gesprochen. Der mit zwei Vorstrafen belas­tete Angeklagte kam mit einer bedingten Haftstrafe von zwölf Monaten und einer unbedingten Geldstrafe von 1440 Euro davon – 360 Tagessätze zu je vier Euro. Das Urteil des Schöffensenats unter dem Vorsitz von Richterin Angelika Prechtl-Marte ist rechtskräftig. Der von Olivia Lerch verteidigte Angeklagte und Staatsanwalt Manfred Bolter waren damit einverstanden.

Der Strafrahmen für schweren sexuellen Missbrauch von Unmündigen beträgt für erwachsene Täter ein bis zehn Jahre Haft – und für junge Erwachsene im Alter von 18 bis 20 Jahren wie den Angeklagten sechs Monate bis zehn Jahre Gefängnis. Unmittelbar vor dem ersten Sex in der Tatnacht hatte der 18-Jährige der 13-Jährigen Rauschgift überlassen. Er hat sie an einem Marihuana-Joint mitrauchen lassen.

„Eigentlich zu jung“

Der Angeklagte habe gewusst, dass das Mädchen erst 13 Jahre alt war und es verboten ist, mit Kindern unter 14 Jahren zu schlafen, sagte Richterin Prechtl-Marte in ihrer Urteilsbegründung. Als sie ihm ihr Alter im Facebook mitgeteilt habe, habe er geantwortet, sie sei eigentlich noch zu jung.

Straflos ist einvernehmlicher Sex mit einer unmündigen Person nur dann, wenn das Kind 13 Jahre alt ist und die andere Person zwischen 14 und 16. Zu Straftätern werden 14- bis 16-Jährige aber dann, wenn das Kind erst zwölf oder noch jünger ist.

Erlaubt ist Sex in Österreich auf jeden Fall dann, wenn die Beteiligten zumindest 14 Jahre alt sind. Wer jünger ist, wird vom Gesetzgeber in seinem noch nicht in vollem Umfang wahrnehmbaren Recht auf sexuelle Selbstbestimmung geschützt.

Deshalb wird auch bestraft, wer noch nicht 14-jährige Kinder selbst mit deren Einverständnis an den Geschlechtsteilen berührt. Strafrechtlich wird das dann als Verbrechen des sexuellen Missbrauchs von Unmündigen gewertet – mit einem Strafrahmen von sechs Monaten bis fünf Jahren Haft. Straffreiheit für solche geschlechtliche Handlungen ist nur für den Fall vorgesehen, dass das Kind zumindest zwölf ist und das Gegenüber zwischen 14 und 16.

Strafmündigkeit tritt mit 14 Jahren ein. Ab 14 wird man also für Straftaten bestraft. Sex zwischen Kindern, die noch nicht 14 sind, bleibt somit straffrei.

Gefängnisstrafe

13 Jahre alt waren die beiden Mädchen, mit denen ein 19-jähriger Unterländer intime Beziehungen unterhalten hat. Mit einem der Kinder hat er 30 Mal geschlafen. Vor allem dafür wurde der siebenfach vorbestrafte Angeklagte vor zwei Jahren in erster Instanz am Landesgericht wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Der 13-Jährigen, mit der er so oft Sex hatte, hat er zudem Heroin gegeben.

Erst elf Jahre alt war ein anderes Mädchen im Vorjahr beim einvernehmlichen Geschlechtsverkehr mit einem 19-jährigen Oberländer. Das Kind wurde dabei schwanger. Der geistig beeinträchtigte junge Erwachsene war beim Sex mit der Elfjährigen nach Ansicht des Landesgerichts nicht zurechnungsfähig und damit nicht schuldfähig. Wäre er schuldfähig gewesen, hätte sich wegen der eingetretenen Schwangerschaft der Strafrahmen für ihn auf bis zu 15 Jahre Gefängnis erhöht.

Der Betroffene wurde im August 2014 am Landesgericht von einem Schöffensenat in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Der Verteidiger meldete Nichtigkeitsbeschwerde an. Der Rechtsanwalt will erreichen, dass sein Mandant nur bedingt eingewiesen wird. Ihm sollte seiner Meinung der Aufenthalt in einem Gefängnis oder in einem psychiatrischen Krankenhaus erspart bleiben. Der Verteidiger sprach sich für eine betreute Wohngemeinschaft aus.

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Vorarlberg
  • Sex mit 13-Jährigen ist verboten
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen