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Serie "Künstlerisches Wien": Chris Gelbmann

Chris Gelbmann © Dieter Brasch
Chris Gelbmann © Dieter Brasch
Vom Musiker zum Marketing Manager und einflussreichen Musikszene-"Backstager" zum Musiker - der Wiener Chris Gelbmann kennt beide Seiten der Branche. Jetzt kommt sein neues Album.

GEWINNSPIEL:

Wir verlosen vier aktuelle Alben “The Pink Beast Of Love”!

Als unereignisreich kann man die Vita von Chris Gelbmann wohl kaum bezeichnen. In ihrem Mittelpunkt stand stets das Thema Musik, an das heranzugehen, Chris Gelbmann allerdings eigene, meist recht unkonventionelle Wege fand.

Chris beginnt bereits im zarten Alter von acht Jahren damit, Musik zu machen. Er startet an der Mundharmonika, wechselt mit 12 zur Ukulele und findet schließlich ein Jahr später zur Gitarre, die ihm endlich ermöglicht, seine regelmäßig verfassten Texte zu vertonen und zu notieren. Seinen ersten Gig spielt der Sechzehnjährige 1988 stilecht in einem Heim für schwer erziehbare Mädchen, das dort für erheblichen Aufruhr sorgende Trio gefällt sich unter dem Bandnamen „The Earl Grey“.

© Dieter Brasch

Jene Formation bespielt in den folgenden vier Jahren regelmäßig diverse, über den Süden Wiens verstreute Locations, macht sich dabei einen Namen und aus Frontman Gelbmann so was wie eine musikalische Integrationsfigur des Mödlinger Umlandes. Als Folge dessen findet sich Chris im Jahr 1991 eines Tages mit der Programmierung und Führung des Jugendclubs „Spiegel“ in Perchtoldsdorf bei Wien betraut und entdeckt auf diese Art sein für Musiker sonst eher untypisches Talent für Tätigkeiten hinter den Kulissen des Musikschaffens. Nichtsdestotrotz bleibt das Hauptaugenmerk aber vorerst auf seiner eigenen Musik.

„Earl Grey“ spielt Gig um Gig, Song um Song entsteht und bald sucht der vor Tatendrang sprühende Sänger und Gitarrist nach einem exzessiveren Vehikel um seine immer rockiger werdenden Opus zu vertonen. Per Inserat sucht er nach ambitionierten Mitmusikern und lernt so seinen fortan wichtigsten musikalischen Wegbegleiter Alexander Nefzger kennen; die gemeinsam gegründete Avantgarde-Pop-Formation „Ynis Witrin“ erlebt zunächst einen unheimlich energetischen Aufstieg, zerbricht aber schon zwei Jahre nach ihrer Gründung an diversen, unüberbrückbaren Kurzschlüssen im Spannungsfeld der einzelnen Bandmitglieder. Nach dem auch die Tätigkeit im „Spiegel“ 1994 ein Ende findet, beschließt Chris Gelbmann, sich wieder auf Solopfade zurückzuziehen und in der Syntax seines bewährten Alter Egos ein „e“ durch ein „a“ auszutauschen.

Die Earl Gray-Gigs der Jahre 1993-95 blieben den Rezipienten als aufwändig orchestrierte Crossovers von Folk bis Rock mit unzähligen Gastmusikern rund um den charismatischen Frontman in Erinnerung. Als Referenz dieser Schaffensperiode erscheint 1995 auf Bourbon Records / Bellaphon die „Earl Gray“-EP „Love is Easy?“, deren Entstehung Gelbmann vollständig aus eigener Tasche finanziert und in nur drei Wochen Produktionszeit in einem kleinen Wiener Studio einspielt.

Als er nach langen Jahren des intensiven Songwritings, Tourens und Aufnehmens einzig im Verständnis des verwobenen, unlogisch funktionierenden Musikbusiness scheinbar unerklärliche Fragezeichen vorfand, machte er sich daran, sie aufzulösen und sich ihre Spielregeln anzueignen was ihm nach eigentlich recht kurzer Zeit einen der einflussreichsten Backstagejobs in der österreichischen Musikszene einbrachte.

© zVg

Dass Chris Gelbmann bei allem Karrieredenken letztlich aber nie auf seine eigentlichen Wurzeln vergaß, die ja doch eindeutig und immer im kreativen Schaffen lagen, beweist der aktuelle Tonträger des Wieners, „The Pink Beast of Love“, gewissermaßen eindrucksvoll. Und dass dieser in einer derart umfassenden, durchdachten, konzipierten aber hauptsächlich doch sehr emotionsgeladenen Form auf die Welt kam, ist wohl das Ergebnis einer weiten, über zahlreiche, aber niemals unnötige Umwege führenden Reise durch das Musikgeschehen im weitesten Sinne, die in dieser Form wohl nur wenige Singer-Songwriter durchlebten.

Seinen Namen bezieht das aktuelle Werk übrigens aus einem Statement des amerikanischen Kult- und Bestsellerautors Tom Robbins zu „The Pink Beast of Love“. Weil Robbins’ Novelle „Still Life With Woodpecker“ haufenweise Inspiration für Gelbmanns Erstlingswerk lieferte, bekam der Schriftsteller eines der ersten Rezessionsexemplare des Tonträgers zu hören und reagierte zur Freude aller Beteiligten prompt mit einem Kommentar zum Gehörten, dem eigentlich nichts mehr hinzuzufügen ist: „Chris Gelbmann dances with the pink beast of Love, falling into ist grasp, then falling out; like a matador with old wounds, flirting with the bull, hypnotizing us with the slow movements of his cape, as he longs finally to become the beast itself.“

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