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Sennhof-Chef verärgert

Stallpflicht für Geflügel bereitet Betriebsleiter Gebhard Flatz vom Sennhof in Rankweil Sorgen. Landesveterinär Erik Schmid sieht keinen Grund zur Panik. Die Tierhalter seien gut vorbereitet.  

Rund fünf Millionen Legehennen müssen seit Sonntag wieder in ihren Ställen bleiben. In Vorarlberg sind laut Schätzungen von Landesveterinär Erik Schmid rund 150.000 Stück Geflügel von der Stallpfl icht betroffen. Die Regelung soll bis zum 30. April gelten.

Schmid ist überzeugt, dass die Betriebe und die privaten Tierhalter durch die Stallpflicht im letzten Herbst schon gut auf die Situation vorbereitet sind. Er sieht auch keine direkte Gefahr für die heimischen Bestände. Gleichzeitig lobte er auch die Disziplin der Bevölkerung, die durch die gute Information über die Medien sehr genau wisse, wann verdächtige Vogelkadaver zu melden sind und nicht wegen jedes toten Spatzes die Behörden informieren.

Beim Auffinden eines toten Vogels solle man diesen nicht anfassen und vor allem darauf achten, dass kleine Kinder nicht in die Nähe des Tieres kommen. „Die Menschen reagieren bei solchen Funden aber spontan. Und es ist ähnlich wie wenn die Leute alte Granaten oder Munition fi nden. Man weiß nie genau wie sie in dieser Situation reagieren“, so Schmid.

Eine Ausnahmegenehmigung bei der Stallpfl icht können Betriebe mit großen Stückzahlen gewisser Tierarten wie zum Beispiel Enten oder Gänse beantragen. Allerdings sind diese Ausnahmen an strenge Auflagen geknüpft. So müssen die Tiere regelmäßig (einmal pro Monat) kontrolliert werden und der Tierhalter muss die Kosten dafür selbst tragen.

Gebhard Flatz – mit rund 50.000 Hühnern der größte Frischei-Erzeuger Vorarlbergs – sieht die wieder eingeführte Stallpflicht mit Sorge. Die Lege-Leistung der Tiere sei zwar gleich geblieben, aber man habe sehr viel in den Aufbau von Einrichtungen für die Freilandhaltung investiert und könne diese im Moment nicht nutzen, Für die Konsumenten sieht Betriebsleiter Flatz vom Sennhof in Rankweil aber keine Gefährdung und er betont, dass auch bei den Verkaufszahlen keine großen Änderungen festgestellt werden konnten.

Auch wenn es zur Zeit noch keine spürbaren Auswirkungen für den Sennhof gibt, hofft Flatz auf ein baldiges Ende der Stallpfl icht: „Im Herbst haben wir noch über die Regelung gelacht und hielten die Auflagen für überzogen. Mittlerweile denken wir aber, dass die Maßnahmen sinnvoll sind. Trotzdem hoffen wir, dass es nicht mehr allzulange dauert, damit wir die Tiere endlich wieder nach draußen lassen können.“

Gebhard Flatz füttert seine Hennen und verhindert mit den Überschuhen, dass Viren in den Stall gelangen, durch die sich die Tiere mit dem tödlichen Vogelgrippe-Virus infizieren könnten.

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