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Seniorenvertreter fordert "Kammer für ältere Menschen"

Der Präsident des überparteilichen Seniorenrates und des SPÖ-Pensionistenverbandes, Peter Kostelka, strebt eine eigene "Kammer für ältere Menschen" an. Im Gespräch mit der APA trat Kostelka dafür ein, den Seniorenrat zu einer Sozialpartner-Organisation aufzuwerten und damit mit der Arbeiter-, der Wirtschafts- und der Landwirtschaftskammer auf eine Stufe zu stellen. Die Seniorenvertretung wäre damit ein gleichberechtigter Partner in sozialpartnerschaftlichen Verhandlungen.

Zur Frage, ob es bei dieser "Senioren-Kammer" so wie bei den anderen Kammern auch eine Pflichtmitgliedschaft geben sollte, meinte Kostelka, dass man über Details noch diskutieren könne. Eine Möglichkeit wäre es seiner Ansicht nach, diese Kammermitgliedschaft über die Krankenversicherung für die Senioren zu gewährleisten. Angesprochen auf die Kammer-Umlage bei den anderen Sozialpartner-Organisationen sagte Kostelka, die Beiträge seien "nicht die primäre Frage".

Der Seniorenrats-Präsident betonte, dass die ältere Generation eine stärkere Vertretung brauche. Wenn die Bundesregierung einen Gesprächspartner für rund 2,5 Millionen Menschen haben wolle, könne sie damit eine Vertretung sicherstellen.

Kämpfen will der Seniorenrats-Präsident gegen die Diskriminierung älterer Menschen. Ältere Menschen würde vor allem von der Finanz- und Versicherungswirtschaft nach wie vor diskriminiert. So würden etwa Kredite trotz Sicherheiten nicht gewährt, Überziehungsrahmen gestrichen oder Kreditkarten eingezogen. In der Corona-Debatte habe er auch den Ruf gehört: "Sperrt die Alten weg, dann ist Ruhe." Kostelka geht es hier vor allem um einen Bewusstwerdungsprozess. Ähnlich der "Me Too"-Bewegung - mit der auf sexuelle Übergriffe gegen Frauen aufmerksam gemacht werden soll - wünscht sich Kostelka einen Prozess für die ältere Generation. "Ältere Menschen dürfen kein Freiwild sein."

(APA)

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