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Seltsam, diese Reisen

Mit großem Einsatz musizierte der Wiener Concert-Verein.
Mit großem Einsatz musizierte der Wiener Concert-Verein. ©Festspiele/Anja Köhler
Wiener Concert Verein

Komponist Staud konnte mit seinem “KAZ”-Porträtkonzert nicht überzeugen.

Bregenz. Auch wenn das zahlreiche Publikum im Kunsthaus bei der “KAZ”-Reihe der Festspiele am Mittwochabend den Tiroler Komponisten Johannes Maria Staud (36) in seiner sympathischen Introvertiertheit bald ins Herz geschlossen hat – seine Musik blieb für ein Porträtkonzert zu substanzarm. Daran vermochte auch der mit großem Einsatz bemühte Wiener Concert-Verein nicht viel zu ändern.

Das Eis ist brüchig

Da konnte das Programmheft noch so viel in seine Werke hineingeheimnissen von einer “Welt voller Kontraste und Perspektivenwechsel”, damit das Motto “Seltsame Reisen” sich ins Festspielthema “In der Fremde” einfügt – die Eisdecke seiner Einfälle erweist sich bald als zu wenig tragfähig. Zwar erlebt man fünf verschiedene Besetzungen, inspiriert auch durch Debussy oder Messiaen, die vom Solopiano (Mathilde Hourslangou) über ein Klaviertrio (mit Jacqueline Roscheck, Violine, und Attila Szekely, Violoncello) oder das originelle Trio Flöte (Karl-Heinz Schütz), Viola (Herbert Müller) und Harfe (Volker Kempf) bis zum Oktett Abwechslung ins Geschehen bringen. Doch gewissen Verarbeitungs- und Klangmustern, aber auch bestimmten Spieltechniken begegnet man dabei stereotyp immer wieder.

Straßenmusikant als Vorbild

Dabei ist Staud, der immerhin bereits ein Staatsstipendium und diverse andere Auszeichnungen erhalten hat, ein durchaus ernst zu nehmender Komponist, der Anregungen für seine Werke in seiner unmittelbaren Umwelt findet, wie er das in erfrischender Unbekümmertheit im Gespräch mit “KAZ”-Kuratorin Laura Berman erzählt: bei seinem Verleger, beim Weinbauern oder einem London-Aufenthalt. Der dabei aber stets am äußeren Anlass hängen bleibt und nie ein Wort über das Wichtigste verliert: seine Musik, seine Gefühlswelt. Für sein Oktett fast in Schubertbesetzung, umsichtig geleitet von Martin Kerschbaum, hat Staud einen multiinstrumental tätigen Straßenmusikanten beobachtet. Da haben nun auch einige der vier Streicher und vier Bläser während des Spiels mit dem Fuß eine Bass-Drum oder ein Hi-Hat zu bearbeiten – ein Effekt, der aufgesetzt wirkt. Formal liebt Staud das Kleine: hingetupfte Miniaturen, die sich meist in großen Eruptionen mit Klavierclustern entladen, die Reduzierung von Orchestereindrücken auf einen Klavierpart. Vieles bleibt freilich oft zusammenhanglos im Raum hängen, fremd irgendwie. Eben doch: “seltsame” Reisen.

Quelle: VN-Fritz Jurmann; fritz.jurmann@vol.at

Nächste Termine der “KAZ”-Reihe der Bregenzer Festspiele: 13. und 14. August, 20.00 Uhr, Werkstattbühne – “Out of Context – For Pina” (Les ballets C de la B, Leitung Alain Platel)

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