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Seit vielen Jahren das „filmische Archiv“ der Gemeinde Egg

Wenn sich Jean-Pierre nicht mit eigenen Filmen beschäftigt, digitalisiert er in seinem Studio "alte" Filme.
Wenn sich Jean-Pierre nicht mit eigenen Filmen beschäftigt, digitalisiert er in seinem Studio "alte" Filme. ©Strauss
Jean-Pierre und Brigitte dokumentieren Geschehen im Heimatort und in der Region.

Egg. Wann und wo immer sich in Egg und Umgebung „etwas tut“, sind sie zur Stelle: Jean-Pierre und Brigitte Poggioli, um mit Kamera und Mikrofon das Ereignis zu dokumentieren. Videoproduktionen – Dokumentar- und Imagefilme, TV- und Web-Reports, News, Sport-Events und vieles mehr sind ihr Beruf – Ereignisse in Egg zu dokumentieren, ist ihr spezielles Anliegen, und deshalb sind sie seit mehr als zehn Jahren so etwas wie das „filmische Archiv“ der Gemeinde.

Berührendes Dokument

Ihre Arbeiten sind in der Regel für die jeweiligen Auftraggeber – Vereine, Firmen usw. –, in die breite Öffentlichkeit gehen sie mit ihrer Arbeit nur selten. Eine dieser Ausnahmen war die Dokumentation über das Vinzenzheim in Egg. Ein berührendes Dokument, denn es berichtet über eines der tragischsten Kapitel in der Geschichte der Gemeinde – die Brandkatastrophe im Jahre 2008, die elf Todesopfer forderte.

Anfang des Jahres haben rund 200 Eggerinnen und Egger die Dokumentation bei einer Vorführung im BORG Egg gesehen – jetzt zeigen Jean-Pierre und Brigitte diesen Film bei einem Jahrgängertreffen noch einmal. „In der Arche sind aber auch andere Besucher willkommen, die nicht dem Jahrgang 1955 angehören“, so Brigitte Poggioli im Gespräch mit der VN Heimat. Knapp eineinhalb Stunden dauert die Dokumentation, die die spannende Geschichte des Hauses erzählt. Mit interessanten Interviews von Menschen, die hier gearbeitet haben, mit Einsatzkräften, die an jenem tragischen Februar-Abend zum Brandplatz geeilt waren.

8000 Menschen lebten hier

Wie wichtig das am 1. Juni 1869 eröffnete Haus für Egg in den vielen Jahren und Jahrzehnten war, hält die Doku fest: Rund 8000 Menschen haben hier für eine mehr oder weniger lange Zeit gelebt. Durch Schenkungen und Stiftungen durch Bürger der Gemeinde Egg wurde die Errichtung des Hauses ermöglicht. Drei Schwestern vom Orden des Heiligen Vinzenz von Paul zogen vor fast 150 Jahren hier ein und betreuten elf Insassen. Die Schwestern arbeiteten in der Alten- und Krankenpflege, aber auch in der Schule. Ende 1914 wurde das Vinzenzheim auch als Pflegestätte für verwundete Soldaten genützt. Während des Zweiten Weltkriegs wurden auch Kriegsgefangene versorgt und 1952 kam ein Kindergarten hinzu. 1999 verließen die Schwestern das Haus und die Gemeinde übernahm die Verwaltung.

Projekt „Arzell amol“

Nach der Brandkatastrophe wurde das Haus abgerissen und an gleicher Stelle ein modernes Sozialzentrum errichtet. Für Brigitte und Jean-Pierre, die mehr als eineinhalb Jahre an der Doku gearbeitet haben, wurde diese Arbeit zum Anstoß für ein neues Projekt. „Wir haben so viele interessante Gespräche geführt, dass uns die Idee kam, solche Interviews in ganz anderen Zusammenhängen zu führen, ganz unterschiedliche Menschen einfach unter dem Motto ,Arzell amol‘ über ihr Leben, ihre Arbeit oder ihre Erinnerungen erzählen zu lassen“, so Brigitte, die mit ihrem Gatten seit 2005 wieder in Egg lebt und dort auch die Videoproduktionsfirma gründete.

Spitzensportlerin mit Fernweh

In den späten 1960er- und frühen 1970er-Jahren zählte sie zu den erfolgreichsten Schwimmerinnen des Landes, doch nach der Handelsschule war mit dem Spitzensport Schluss, es zog sie in die Ferne, um andere Länder und Kulturen kennenzulernen. Als Au-pair begann sie in Paris – auch um die Sprache zu perfektionieren. Dort blieb sie „hängen“, arbeitete mehr als 30 Jahre in der Österreichischen Fremdenverkehrswerbung. Nach der Heirat mit Jean-Pierre 1996 bildete sie sich per Fernkurs einer Hamburger Akademie journalistisch aus, „um Jean-Pierre in seinem Beruf unterstützen zu können“. Ihr Gatte hatte sich autodidaktisch als Fotograf und Filmer das handwerkliche Rüstzeug in diesem Metier angeeignet. Schon mit 15 lernte er bei den Besten in einem Pariser Fotoklub, wo u. a. Michel Souchon, der für Christian Dior fotografierte, zu seinen Lehrmeistern zählte. Mit 25 begann er zu filmen, zunächst Super8, später mit der Videokamera. Mit 45 machte er sich selbstständig, und als er mit seiner Gattin nach Egg übersiedelte ergänzte er seine Geschäftstätigkeit durch die Digitalisierung von Super 8- und 8-mm-Filmen sowie VHS- oder HI8-Kassetten.

„Mittlerweile“, so der heute 67-Jährige und seine vier Jahre jüngere Gattin, „sind wir beide in Pension und können uns mehr Zeit für Dinge nehmen, die uns am Herzen liegen – ,Arzell amol‘ ist eines davon.“

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