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"Sein, was im ,normalen‘ Leben nie möglich wäre!"

Manuel mit seiner Freundin Nao, die als Hip Hop-Tänzerin bereits für Snoop Dogg und Lil Jon gearbeitet hat.
Manuel mit seiner Freundin Nao, die als Hip Hop-Tänzerin bereits für Snoop Dogg und Lil Jon gearbeitet hat. ©handout/schwarz
Schwarzach - Vor zwölf Jahren zog der Lustenauer Manuel Schwarz (36) aus, um als Model und Schauspieler sein Glück in Hollywood zu finden – mit Erfolg!

WANN & WO: Auf Facebook sieht man dich auf Konzerten, beim Pferderennen, beim Rocken, beim Skydiven und generell eher entspannt. Gehst du’s derzeit locker an?

Manuel Schwarz: Sagen wir so, es gibt immer Phasen, in denen du mehr zu tun hast, in anderen wieder weniger. Deshalb ist es gut, wenn du Hobbys hast, um in den ruhigen Zeiten nicht nur faul auf der Couch herum zu sitzen! (lacht).

WANN & WO: Du hast gerade am Wochenende wieder gedreht – was war das für ein Projekt?

Manuel Schwarz: Eine Mischung aus Drama und Comedy – eine „Dramödie“, wenn man so will. Ich spiele einen leicht verrückten Typen. Viel mehr darf ich aber nicht verraten. Der Dreh war für einen Pilot-Film, der vielleicht an ein Network verkauft wird.

WANN & WO: Hast du ein Rezept, um Filmrollen zu bekommen?

Manuel Schwarz: Das hängt von so vielen Faktoren ab – die meisten hat man nicht unter Kontrolle. Da kann’s an den kleinsten Dingen scheitern. Wenn du einen Vater spielen sollst, dessen Sohn blond ist und du nur einen Tick zu dunkle Haare hast, kann’s das schon gewesen sein. Ich war z.B. drauf und dran, eine Rolle in dem letzten Coen-Brothers-Film „Hail Caesar!“ zu bekommen, doch dann ist der Part kurzerhand aus dem Drehbuch gestrichen worden. Manchmal sagt dir ein Regisseur auch, dass der Part zu klein für dich ist und er dich für ein größeres Projekt „aufsparen“ will. Wer es von den Hunderten im Casting unter die wenigen schafft, die genauer angesehen werden, hat schon viel erreicht. So kannst du Beziehungen und Netzwerke aufbauen.

WANN & WO: Du wirst offensichtlich gerne für Zigaretten-Kampagnen gebucht. Wie stehst du dazu?

Manuel Schwarz: Das waren drei Kampagnen – einmal für Marlboro in Deutschland, letztes Jahr für Camel und vor wenigen Monaten für Gauloises. Ich stehe dazu neutral, jeder entscheidet selbst, ob er raucht oder nicht. Ich hab‘s übrigens nie versucht!

WANN & WO: Modeln oder Schauspielen – was bevorzugst du?

Manuel Schwarz: Schauspielen. Darin liegt meine Leidenschaft, das fasziniert mich. Du kannst etwas sein oder machen, das im „normalen“ Leben nie möglich wäre. Mich reizt es, in Filmen zu spielen. Die Kamera ist ganz nah an dir dran und enthüllt dein Innerstes. Aber als Model verdienst du schneller und es ist die einfachere Arbeit.

WANN & WO: Wenn du nach Lustenau heimkommst, dann jammst du auch mal mit Hanno Pinter von den Monroes. Welchen Platz hat Musik in deinem Leben?

Manuel Schwarz: Einen sehr wichtigen Platz! Mein Vater war Musiker – er hat z.B. in den Siebzigern gemeinsam mit Hannos Papa gespielt. Musik begleitet mich schon mein Leben lang. Ich spiele Gitarre und war schon in mehreren Bands. Beruflich wollte ich Musik jedoch nie machen.

WANN & WO: Wo genau wohnst du in Hollywood?

Manuel Schwarz: Ich wohne in North Hollywood – sozusagen hinter dem Hollwood-Sign. Außerhalb meiner Wohnung sieht es ein bisschen wie in „Melrose Place“ aus, falls jemand die Serie aus den 90er-Jahren noch kennt. Mit Swimming Pool, Tischtennis-Tisch und Barbecue Area.

WANN & WO: Früher hattest du mehrere Jobs, u.a. auch Kellnern. Hast du heute noch Geldsorgen?

Manuel Schwarz: Es geht mir gut, ich kann mich nicht beklagen. Alles, was ich besitze, habe ich mir auch selbst erarbeitet – mir hat niemand etwas geschenkt. Ich kann reisen und machen, was ich will. Nichtstun könnte ich mir weder leisten noch würde ich das wollen. Ich brauche die Herausforderung. Zukunftssorgen habe ich keine. Ich schreibe mir auf, welche Ziele ich im nächsten Jahr erreichen will, und die verfolge ich.

WANN & WO: Du bist seit drei Jahren wieder verliebt. Wer ist die Dame deines Herzens?

Manuel Schwarz: Sie heißt Nao und ich habe sie über einen Freund kennengelernt. Sie ist Hip Hop-Tänzerin, hat schon für Snoop Dogg und Lil Jon gearbeitet. Wenn in einer Partnerschaft beide im Showbiz arbeiten, ist das nicht immer einfach. Aber für etwas, das du wirklich willst, lohnt es sich zu kämpfen, oder? Sie kommt ursprünglich aus Osaka und war letztes Jahr das erste Mal mit mir im Urlaub in Vorarlberg.

WANN & WO: Sind Heiraten und Kinder noch ein Thema für dich?

Manuel Schwarz: Klar, irgendwann sicher. Momentan ist noch nichts geplant, aber wer weiß, was sich ergibt. Wenn’s passt, dann passt’s.

WANN & WO: Hast du noch Kontakt zu deiner Ex-Frau, dem japanischen Popstar Ayumi Hamasaki?

Manuel Schwarz: Ja, wir sind im Guten auseinander gegangen. Sie meldet sich ab und zu, rein freundschaftlich. Ich verfolge ihr Leben nicht über die Presse – wer das bei seinem Ex-Partner tut, kann sich ja nicht auf sein eigenes Leben konzentrieren.

WANN & WO: Bereust du Entscheidungen, die du getroffen hast?

Manuel Schwarz: Bereuen würde ich nicht sagen. Manche Entscheidungen waren nicht optimal, aber vielleicht habe ich gerade aus diesen gelernt und mich zu dem Menschen entwickelt, der ich heute bin.

WANN & WO: Wie war dein Leben an der Seite eines Superstars? Musstest du auch eigene Bodyguards haben?

Manuel Schwarz: In Japan hatte ich immer einen dabei. Vor allem am Anfang. Das war schon deshalb wichtig, weil ich kein Japanisch sprach. Meine Ex-Frau kann gar nicht ohne ihre Bodyguards in die Öffentlichkeit. Wie das ist, habe ich einmal vor einem Stadion erlebt, als ich glücklicherweise mit zehn Begleitern unterwegs war. Plötzlich standen Hunderte Leute um uns herum, die Fotos mit mir machen wollten. Alles freilich Ayumis Fans.

WANN & WO: Das klingt bedrohlich – willst du selbst ein Star, in deinem Fall ein Film-Star, werden?

Manuel Schwarz: Mein Ziel ist es nicht, ein Superstar wie Brad Pitt, Tom Cruise oder Johnny Depp zu sein. Am liebsten wäre ich die Art Schauspieler, die in jedem Film zu sehen sind – in guten Charakter-Rollen, die man aber auf der Straße nicht sofort erkennt. Ein Beispiel dafür ist John Hawkes: Er macht so viele Filme, trotzdem hat er seine Privatsphäre. Ich treffe ihn immer wieder mal beim Ausgehen. Sobald du als Star zu groß bist, gibst du einen Teil deines Lebens auf. Das ist der Preis, den du zahlst.

WANN & WO: Welche Angebote lehnst du als Schauspieler ab?

Manuel Schwarz: Reality-TV würde ich niemals machen. Da wird zwar gut gezahlt, aber ich will nicht mich selbst spielen. Die einzige Ausnahme war Germany‘s Next Topmodel. Aber da wurde ich ja für das Casting der Kandidatinnen als Schauspieler engagiert, um mit ihnen einen Szene zu spielen. Mit der Siegerin hatte ich dann ein Fotoshooting.

WANN & WO: Käsknöpfle zu kochen ist bei dir keine Show, du bist und bleibst ein waschechter Vorarlberger. Was bedeutet dir das Ländle?

Manuel Schwarz: Vorarlberg bedeutet mir sehr viel. Ich halte Kontakt und komme immer gerne heim, mindestens ein- bis zweimal im Jahr. Meine ganze Familie und viele gute Freunde leben im Ländle. Ich koche nicht nur Käsknöpfle sehr gerne. In Lustenau hat mir eine Nachbarin, eine Wälderin vom alten Schlag, beigebracht, Apfelstrudel mit ausgezogenem Teig zu machen. Den habe ich hier schon mehrfach meinen Gästen serviert.

WANN & WO: Für jemanden, der seit zwölf Jahren in den USA lebst, sprichst du nach wie vor perfekten Dialekt. Zwar keinen reinrassigen „Luschnouar“, aber immerhin…

Manuel Schwarz: Einen großen Teil meiner Kindheit habe ich in Dornbirn verbracht, aber ich bin überzeugter Lustenauer. Dass ich noch Dialekt spreche, ist doch vollkommen normal! Wer in Vorarlberg mit der Sprache groß geworden ist, verlernt sie nicht in ein paar Jahren. Wenn ich mit Amerikanern rede, denke ich Englisch. Ich träume auch Englisch. Wenn der Traum in Österreich spielt, ist er auf Deutsch. Komisch, oder?

WANN & WO: Denkst du daran, Hollywood mal den Rücken zu kehren? Wo siehst du deine Zukunft?

Manuel Schwarz: Aus heutiger Sicht würde ich schon in L.A. bleiben wollen – das Wetter ist einfach zu gut. Vorstellbar wäre, halb in Amerika und halb in Europa zu leben. Komplett nach Vorarlberg zurückzukehren, daran denke ich derzeit nicht. Ich glaube, ich werde immer zwei Wohnsitze haben.

Zur Person

  • Name: Manuel Schwarz
  • Geboren: 9. Juni 1980
  • Herkunft/Wohnort: Lustenau/Los Angeles
  • Familie: geschieden
  • Beruf: Schauspieler und Model

Werbe-Rocker

Für die US-amerikanische Chevron-Werbung „Doers“ (Deutsch: „Macher“) warf sich Manuel Schwarz in ein grellbuntes Glamour-Rock-Outfit. Den Spot gibt es online unter https://youtu.be/Y5hc8l_VPdk zu sehen.

Wordrap

  • Hollywood: Verrückt!
  • Liebe: Sich fallenlassen können.
  • Lustenau: Dahoam.
  • Models: Essen überraschend viel (lacht).
  • Reichtum: Im Herzen wichtiger als auf dem Konto.
  • Ziele: Glücklich sein, mit dem, was ich mache.

(WANN & WO)

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