Seilbahner zum 50-er: Multi-Millionen-Spritze für Modernisierung

18 Mio. Euro für Modernisierungen - Beschneiung nur "nach dem Reinheitsgebot".
18 Mio. Euro für Modernisierungen - Beschneiung nur "nach dem Reinheitsgebot". ©Themenbild/Berchtold
Die Vorarlberger Seilbahnen investieren rund 44,5 Mio. Euro in die kommende Saison. Mit 18 Mio. Euro entfalle der größte Teil davon auf Modernisierungen.
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Wichtiges Thema sei zudem die Verbindung von Wirtschaftlichkeit und Naturschutz, denn eine intakte Natur sei das größte Kapital, so die Verantwortlichen anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums der Fachgruppe Seilbahnen in der Wirtschaftskammer.

Invest in Gästezufriedenheit

Man investiere nicht in Wachstum, sondern in Qualität und Gästezufriedenheit. “Schließlich hängt der Erfolg des Tourismus in vielen Regionen maßgeblich mit der strategischen Arbeit der Bergbahnen und den laufenden Investitionen der heimischen Seilbahnbetriebe zusammen”, so Hannes Jochum, Obmann der Fachgruppe Seilbahnen in der Wirtschaftskammer Vorarlberg (WKV), am Donnerstag. Vorarlberg Tourismus-Geschäftsführer Christian Schützinger bestätigte, die Ausrichtung der Seilbahnen spiele auch weiterhin eine wichtige Rolle für die Entwicklung des heimischen Tourismus, und umgekehrt.

“Beschneien ausschließlich nach Reinheitsgebot”

9,7 Mio. Euro fließen nach Angaben der Seilbahnwirtschaft in die Schneesicherheit, 9,8 Mio. Euro in Umwelt- und Sicherheitsmaßnahmen. “Die Vorarlberger Skigebiete beschneien ausschließlich nach dem Reinheitsgebot – das heißt, auf die Pisten kommt nur Wasser und Luft”, betonte Jochum. Zudem lege man bei Liftanlagen und Beschneiungsteichen Wert auf eine schonende Umsetzung und anschließende Renaturierung. Es sei sein Ziel aufzuzeigen, “dass sich Naturschutz und Wirtschaftlichkeit verbinden lassen”. Fachgruppen-Geschäftsführer Michael Tagwerker ergänzte, man wolle behutsam mit den natürlichen Ressourcen umgehen. So habe etwa das Skigebiet Silvretta Montafon drei Schleppliftanlagen durch einen Sessellift ersetzt, bei gleichbleibender Förderkapazität.

Sammlung Risch-Lau, Vorarlberger Landesbibliothek
Sammlung Risch-Lau, Vorarlberger Landesbibliothek ©Passend zum Jubiläum: Die Bergbahn Sonntag, Großwalsertal 1968 – Sammlung Risch-Lau, Vorarlberger Landesbibliothek

320 Millionen bis 2021 investiert

Die Vorarlberger Bergbahnen hätten mit ihren Pionierleistungen in den vergangenen 50 Jahren positiv zur Entwicklung der Vorarlberger Wirtschaft beigetragen, so Jochum in einem Rückblick. Laut einer Studie werden die Seilbahnbetriebe bis 2021 rund 320 Mio. Euro in Vorarlbergs Wirtschaft investieren, 40 Branchen profitierten davon. Die Seilbahngesellschaften setzten demnach jährlich ein Viertel der Ticketeinnahmen wieder in den Skigebieten ein. In der Fachgruppe sind 70 Mitglieder und 32 Skigebiete vertreten, die 307 Bahnen und Lifte betreiben. Der Jahresnettoumsatz aus der Personenbeförderung belief sich 2017/18 auf 152 Mio. Euro. Die Reinvestitionsquote betrage 29,3 Prozent.

Größte Projekte in Damüls und Silvretta Montafon

Die größten Projekte wurden in Damüls und in der Silvretta Montafon umgesetzt: In Damüls geht ein neuer 6er-Sessellift in Betrieb, in der Silvretta Montafon wurde die Jöchle Bahn modernisiert. “Wir investieren nicht in Wachstum, sondern vor allem in die Qualität und in die Zufriedenheit der Gäste. Schließlich hängt der Erfolg des Tourismus in vielen Regionen maßgeblich mit der strategischen Arbeit der Bergbahnen und den laufenden Investitionen der heimischen Seilbahnbetriebe zusammen.”

Factbox: Fachgruppe der Seilbahnen Vorarlberg

Die Fachgruppe der Seilbahnen Vorarlberg vertritt die Interessen von 70 Mitgliedern und 32 Skigebieten. Vorarlbergweit sind 307 Bahnen und Lifte in Betrieb, die insgesamt 1.000 Pistenkilometer bedienen. Durchschnittlich sind rund 1.000 Mitarbeiter/innen und 17 Lehrlinge bei den Vorarlberger Seilbahnbetrieben beschäftigt. In der Wintersaison 2015/16 erwirtschafteten die Vorarlberger Seilbahnen einen Nettoumsatz von rund 151 Millionen Euro aus Personenbeförderung. Bis 2021 werden die Betriebe 320 Millionen Euro in bereits geplante Projekte investieren.

(APA/Red.)

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