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Segolene Royal will nicht paktieren

Eine Woche vor der ersten Runde der Präsidentenwahl in Frankreich hat die sozialistische Kandidatin Segolene Royal Forderungen nach einem Pakt mit dem Bewerber der Mitte zurückgewiesen.

„Heute gibt es eine Auseinandersetzung zwischen zwei Programmen, zwei Wegen, Politik zu machen, zwei Sichtweisen des Landes – und ich will, dass das französische Volk in der zweiten Runde am 6. Mai diese Wahl treffen kann“, sagte Royal am Sonntag im Rundfunksender Radio J.

Damit reagierte Royal auf Rufe aus der eigenen Partei nach einem Bündnis mit dem zentristischen Präsidentschaftskandidaten, Francois Bayrou, um gemeinsam die Rechte zu schlagen. Der frühere sozialistische Regierungschef Michel Rocard brachte diese Forderung ins Gespräch. Am Sonntag schloss sich ihm der frühere Gesundheitsminister Bernard Kouchner an, der Mitglied des Wahlkampfteams Royals ist.

„Erstmals seit 30 Jahren lehnt die Partei von Francois Bayrou nicht die reformierte Linke ab. Lasst uns diese Chance nutzen“, sagte Kouchner dem Wochenblatt „Journal du Dimanche“. Royal schloss kategorisch jegliche Zusammenarbeit mit Bayrou aus. Die Wähler wollten sicher nicht, dass hinter ihrem Rücken Vorentscheidung getroffen würden, sagte sie. Bayrou hat angekündigt, das klassische politische Lagerdenken aufzubrechen und kann sich eine Große Koalition nach deutschen Vorbild vorstellen.

Royal sagte weiter, sie wolle als erste Frau im Präsidentenamt Frankreich sanft und ohne Brutalität reformieren – ein deutlicher Verweis auf ihren konservativen Rivalen, den früheren Innenminister Nicolas Sarkozy. Ihm haben viele eine zu harte Haltung etwa bei Themen wie Immigration oder Kriminalität vorgeworfen. Öffentlich geäußerte Zweifel von Kritikern an ihrer Kompetenz wies sie als sexistische Angriffe zurück. Ihre politischen Erfolge sähen im Vergleich zu ihren wichtigsten Rivalen gut aus.

Der jüngste Aufstieg Bayrous in den Umfragen bis auf wenige Punkte hinter der nach Sarkozy zweitplatzierten Royal hat den Sozialisten Angst eingejagt, Royal könne schon in der ersten Runde am Sonntag ausscheiden. Ihr fulminanter Wahlsieg innerhalb der Partei als Kandidatin lag auch daran, dass ihr damals die besten Chancen vorausgesagt wurden, gegen Sarkozy siegen zu können. Mittlerweile sagen Umfragen, Bayrou könne bei einer Stichwahl Sarkozy besiegen.

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