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Seelenhäuser haben eine Geschichte

Elisabeht Tos lenkt zusammen mit Sepp Gröfler die Geschicke des Vereins
Elisabeht Tos lenkt zusammen mit Sepp Gröfler die Geschicke des Vereins ©Gerty Lang
Verein im Fokus: Telefonseelsorge Wer die Telefonseelsorge unterstützen möchte, macht Menschen auf sie aufmerksam.

Dornbirn. Die Telefonseelsorge mit ihren 84 MitabeiterInnen, mit den Geschäftsführern Sepp Gröfler und Elisabeth Tos, ist ein Ort, der seit 30 Jahren barrierefrei zu erreichen ist. Von dem bekannt ist, dass an diesem Ort Tag und Nacht, an Wochenenden wie auch an Feiertagen, Menschen sitzen, die ehrenamtlich dazu bereit sind, Bedrängnisse aller Art zu hören und anteilnehmend Trost und Zuspruch, Rat und Hilfe zu geben. „Unsere MitarbeiterInnen durchlaufen eine fundierte Ausbildung.

Sie hören zu und begleiten, geben Informationen zu Sondereinrichtungen. Manche Gespräche dauern nur eine Minute, andere wiederum bis zu einer dreiviertel Stunde“, erzählt die stellvertretende Geschäftsführerin Elisabeth Tos. Wenn Lebenshäuser brüchig werden, weil Beziehungen missglücken, die Einkommenssituation von Verlusten bedroht ist, wenn sich Menschen dem Tempo der Zeit, oder der Vervielfachung von Informationen nicht mehr gewachsen fühlen, wenn sie keine innere Ruhe oder keinen Frieden finden, brauchen sie andere Menschen, mit denen sie sprechen können. Sie wählen die Telefonnummer 142. Die Mitarbeiter und auch das Büro der Telefonseelsorge bleiben genauso anonym wieder Anrufer selbst. „Das Spannende an unserer Arbeit ist, dass man im Vorhinein nie genau weiß, was auf einen zukommt.

Dann versuchen wir ins Gespräch zu kommen. Sich Hilfe zu holen, bedeutet für den Anrufer oftmals eine Hürde. Wir haben nicht ständig Krisenintervention und es ist auch nicht ständig ein Leben in Gefahr, sondern wir führen ganz normale Alltagsgespräche. Unsere Mitarbeiter, im Alter von 26 bis 70 Jahren, von der Hausfrau bis zum Arzt stellen sich in den Dienst der guten Sache. Derzeit sind 15 Männer im Kreis der Beratenden.“ Eine kostenlose Ausbildung erfolgt durchschnittlich im Zweijahresrhythmus und dauert ein halbes Jahr. Es gibt sieben Supervisionsgruppen, die sich einmal im Monat treffen. Diese Teilnahme ist verpflichtend, denn es geht darum, die Arbeit zu verbessern und um die eigene Psychohygiene. Die Mitarbeiter verpflichten sich, drei Jahre lang monatlich 12 Stunden für die Telefonseelsorge tätig zu sein, müssen belastbar und flexibel sein.

Zur Ausbildung gehört ein Teil Selbsterfahrung, das Auseinandersetzen mit der eigenen Lebensgeschichte und auch die Auseinandersetzung mit den eigenen Problemen. So lernt man auch seine eigenen Stärken und Schwächen kennen, nimmt viel für sein eigenes Leben mit. 12 Abende lang geht es um Fachthemen wie psychiatrische Erkrankungen, Entwicklungspsychologie und Süchte. „Erst dann fangen die TeilnehmerInnen an, begleitend Telefondienst zu machen. „Über 2000 Jugendliche nutzten uns als Anlaufstelle. Für Kinder und Jugendliche ist es eine kostenlose Möglichkeit, sich per Telefon oder via E-Mail auszusprechen, von weiterführenden Hilfsangeboten zu erfahren, Mut zu schöpfen, der persönlichen Krise entschieden entgegenzutreten“, so Obmann Dr. Albert Lingg.

 

Kontakt
Telefonseelsorge
Tel. Nr. 142, ohne Vorwahl, kostenfrei, rund um die Uhr und vertraulich
Über die Homepage www.142online.at ist eine kostenlose Mailberatung möglich. Die Mailadresse ist für die BeraterInnen nicht sichtbar.

Statistik 2010
14.042 Anrufe insgesamt – 38 % Männer, 62 % Frauen
37 % psychische Themen
31 % Fachauskünfte
18 % der Jugendlichen Themen Freundschaft und Liebe
15 % Familienprobleme
19 % soziales Umfeld

Während spezieller Feiertage keine vermehrten Anrufe feststellbar

Haupt-Finanzierung:
Diözese Feldkirch, Land Vorarlberg, Vorarlberger Gebietskrankenkasse, Evangelische Gemeinde, Spenden

 

Warum arbeiten Sie für die Telefonseelsorge?

Elisabeth Tos, stellv. Geschäftsführerin
Ich bin von Anfang an mit dabei. Eigentlich wollte ich nur die Ausbildung machen. Mir machte die Telefonarbeit Freude, nie zu wissen, was kommt, Wege zu finden, ins Gespräch zu kommen. Die Auseinandersetzung mit mir selbst war der Grundgedanke. Jeder Mensch geht seinen eigenen Weg. Eine schöne Vorstellung, der Mensch zu sein, der die Seele eines anderen berührt.

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